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---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <---
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Daedalus737
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Anmeldungsdatum: 04.01.2012
Beiträge: 246

BeitragVerfasst am: Mo Dez 23, 2013 1:29 pm    Titel: Re: ---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <--- Antworten mit Zitat

ChuckN hat folgendes geschrieben:

Mich würde interessieren, was aus den "auf der Strecke gebliebenden" passiert? Da müssen etliche (x-tausend) etwa +/- 60.000 Euro fehlinvestiert haben. Schlucken die das einfach runter und werden Gärtner? Die Quote derer, die am Ende im Cockpit landen liegt bei nicht einmal 50%. Was passiert mit dem Rest? Von einigen hört man nie wieder etwas.


Also ich lebe noch und diverse destruktive Organismen wie einige ehrenwerte Herren von der exHI und exXL werden mich sicher nicht erledigen!

Ich bin jetzt erstmal Schulbegleiter für ein Asperger-Autistenkind. Ist eigentlich was für Hausfrauen. Versteh mich merkwürdigerweise besser mit dem Jungen und seinen Klassenkameraden als wie mit den eigenen "Kolleginnen" (also die anderen Hausfrauen), weil kann bei deren Themen nicht mit mitreden -> Brigitte, Gala, Bunte, Für Sie, Stricken usw..
Für die Kinder bin ich scheinbar der interessanteste Aktivposten da... Nebenbei mach ich noch Licht und Bühnentechnik im Theater, so kann ich den weiteres Geldabfluss stoppen und ohne einen Countdown zu starten die Lizenz erhalten.

In Kanada über Kontrakter ist dank der dortigen Gewerkschaften schwierig bis unmöglich geworden. Im Rahmen des Austauschprogramms über TUI nur für den Winter rüber zu rutschen geht auch nicht dank hiesiger Tarifverträge (letztendlich VC Gewerkschaftsmurks). Travelservice ist voll und zahlt sage und schreibe 990€ Brutto für FOs, wenn man deren Auswahlverfahren bestanden hat, welches ein Eigenanteil von 550€ hat (vllt. doch Gesamtanteil?)

Mittlerweile helfe ich noch einigen Kollegen bei ihren Bewerbungen, insbesondere Layout, Text und Übersetzungen. Es sind überwiegend Kapitäne, die haben noch eine Chance, nämlich eine 10x höhere ne Stelle zu finden, aber das nur im Ausland... (einfachste Mathematik -> Verhältnis von FO zu Cpt Stellen)
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Flugmensch
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Anmeldungsdatum: 20.04.2011
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: Sa Dez 28, 2013 10:23 pm    Titel: Re: ---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <--- Antworten mit Zitat

LearPilot hat folgendes geschrieben:

Wenn man den Arsch zusammenkneift und sich entsprechend umorientiert, muss auf den ATPL keineswegs der persönliche Untergang folgen...aber eine Lehre war mir das Unterfangen trotzdem...schade um das verlorene Geld.


Aber die interessante Frage ist doch noch:
Wo hast du das Geld für die Ausbildung hergenommen und von was konntest du die evtl. Schulden abbezahlen und gleichzeitig genug Geld für Lebensunterhalt und Studium haben?

Also das glaub ich nicht, dass man es nur mit Arsch zusammenkneifen schafft. Denn ein Ingenieursstudium + Nebenjobs, wo man fürs eigene Leben + nen 60k Euro Kredit Geld bekommt?

Man muss bestimmt auch einfach Glück mit den Eltern haben denk ich, dass die einen noch unterstützen können, ansonsten bleibt da doch fast wirklich nur die Privatinsolvenz.
Klingt aber auch schlimmer als es eigtl. ist, muss ich aus Erfahrungen mit Bankkunden aus dem Alltag sagen.
6 Jahre Enthaltsamkeit und Geld vom Staat, dann kanns wieder neu losgehen^^
Geht aber auch schneller. in England dauerts nich mal 2 Jahre^^
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LearPilot
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Anmeldungsdatum: 27.03.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2013 3:20 pm    Titel: Re: ---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <--- Antworten mit Zitat

Flugmensch hat folgendes geschrieben:

Aber die interessante Frage ist doch noch:
Wo hast du das Geld für die Ausbildung hergenommen und von was konntest du die evtl. Schulden abbezahlen und gleichzeitig genug Geld für Lebensunterhalt und Studium haben?


Es ist richtig, dass ich für den ATPL sicherlich vorteilhafte Startbedingungen hatte, da ich aufgrund einer Erbschaft keine Kredite aufnehmen musste. Da sind andere Leute sicherlich viel schlechter dran.

Für das Studium musste ich allerdings trotz Nebenjob noch mal gute 20.000 EUR aufnehmen mittels Studienkrediten. Hat auch gut 2 Jahre gedauert, bis das abgezahlt war.
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ChuckN
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Anmeldungsdatum: 29.05.2013
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 9:49 am    Titel: Re: ---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <--- Antworten mit Zitat

Flugmensch hat folgendes geschrieben:

Also das glaub ich nicht, dass man es nur mit Arsch zusammenkneifen schafft. Denn ein Ingenieursstudium + Nebenjobs, wo man fürs eigene Leben + nen 60k Euro Kredit Geld bekommt?

Man muss bestimmt auch einfach Glück mit den Eltern haben denk ich, dass die einen noch unterstützen können, ansonsten bleibt da doch fast wirklich nur die Privatinsolvenz.


Stimmt!
Unterschreibe ich. Die Ausbildung ist generell nur etwas für Personen mit starkem finanziellen Background. Man möge sich nur einmal den Parkplatz einer Flugschule anschauen. Da fahren 18-/19-jährige Bubis zum großen Teil bereits dicke Karossen. Diese wurden ihnen in den Schoß gelegt, von Papi. Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele, wo 30-35-jährige aus eigener Kraft heraus finanzieren, aber es ist mit Sicherheit nicht die Regel.

Kommt man aus einfachen Verhältnissen und/oder muss einen erheblichen Teil mit Fremdkapital finanzieren, ist die Wahrscheinlichkeit beim Scheitern (und davon muss man heute ausgehen, wenn auf eine Stelle +500 Bewerber kommen), am Ende im "Abgrund" Privatinsolvenz zu landen, recht hoch. Erst recht dann, wenn Mami und Papi das ganze nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag weiter tragen wollen oder können.

Ja, es gibt durchaus auch Familien die treiben dies bis zum Wahnsinn und zahlen auch "Pay2Fly"-Programme für zusätzlich +40.000 Euro (zu den bereits investierten 70.000 Euro Ausbildungskosten). Hauptsache Sohnemann oder Tochter kommt irgendwie in die Luft. Das muss man mal offen ansprechen.

Respekt an LearPilot.
Zu einer Umorientierung nach einer derartigen Situation und Investition gehört enorm viel Kraft. Ohne die kommt man vom sinkenden Schiff nicht mehr runter, denn in einem vollkommen übersättigten Arbeitsmarkt (mit ausbeuterischen Arbeitgebern) und teilweise ohne Perspektive in diesem Umfeld (trotz enormer Investitionen), fühlt man sich schnell wie ein angeschossener, hilfloser Mensch.
Da spielt es keine Rolle, ob man aus gut situierten Verhältnissen stammt oder eher nicht. Das Geld wurde fehlinvestiert und das ist kein gutes Gefühl. Vor allem das in einem anderen Beitrag beschriebene "Loslassen" fällt dann sehr sehr schwer. Beängstigend wird es dann, wenn man sich Nachfolger anschaut, die immer wieder aufs Neue auf das Schiff aufspringen und in rund 2 Jahren in derselben Situation stecken. Es ist ein Teufelkreis oder auch ein brennendes Fass, in das auch immer weiter Öl gegossen wird.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 11:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja - das ist eine Verallgemeinerung.

Auf mich trifft die nicht zu - bin für den gesamten PPL mit dem Zug zum nächsten Bahnhof und bin dann nochmal ca. 5km zu Fuß übers Land zum Flugplatz gelaufen oder hatte das Rad mit dabei. Für den CPL nochmal kurz bei den Eltern eingezogen und durfte mit Papas Motorrad zum Flughafen fahren... Das Gleiche habe ich bei meinem ersten Job immer noch gemacht: 10m² Wohnung mit Dusch-Bad, gegenüber vom Flughafen, und dann mit dem Rad oder eben zu Fuß zum Hangar, Einkauf oder Fitnessstudio - fast 2 Jahre lang.

Keine Schulden, kein Fremdkapital, kein Schnick-Schnack, zwar ungewöhnlich, aber auch kein Einzelfall.

Morgen geht's schon wieder auf die Malediven - so'n sh%$ aber auch... Laughing

Was ich damit sagen will: sich an anderen zu orientieren bringt Dir nix. Kümmer Dich lieber um Dich selber. Die Zahlen sprechen für sich - wenn Du einen Job ausserhalb von LH oder Interpersonal willst, dann musst Du halt sehr bzw. extrem kreativ werden und Charakter haben, daran scheitern jedoch die meisten - besonders die, die alles von den Eltern auf dem Goldenen Tablett serviert bekommen haben. Das sind auch die ersten die anfangen zu weinen und alles hinschmeissen, wenn die erste AK47 ihnen ins Gesicht geschaut hat...
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flapfail
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
Beiträge: 5548
Wohnort: OGLE-2005-BLG-390Lb

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 1:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Na ja - das ist eine Verallgemeinerung.

Auf mich trifft die nicht zu - bin für den gesamten PPL mit dem Zug zum nächsten Bahnhof und bin dann nochmal ca. 5km zu Fuß übers Land zum Flugplatz gelaufen oder hatte das Rad mit dabei. Für den CPL nochmal kurz bei den Eltern eingezogen und durfte mit Papas Motorrad zum Flughafen fahren... Das Gleiche habe ich bei meinem ersten Job immer noch gemacht: 10m² Wohnung mit Dusch-Bad, gegenüber vom Flughafen, und dann mit dem Rad oder eben zu Fuß zum Hangar, Einkauf oder Fitnessstudio - fast 2 Jahre lang.

Keine Schulden, kein Fremdkapital, kein Schnick-Schnack, zwar ungewöhnlich, aber auch kein Einzelfall.

..
Ja sicherlich kein Einzelfall, ich bin zwar nicht mit dem Zug zum Flugplatz gefahren, um meinen PPL zu machen, aber meine Karre war ein 10 Jahre alter VW Passat, und die hats auch gemacht. Gejobbt um den PPL zu finanzieren (Vollzeit natürlich) und weils nicht reichte auch Nebenjobs gehabt.
Also: Aufstehen um 5 Uhr früh, dann in dei Arbeit von 6-1530, dann schnell nach Hause essen umziehen (natürlich noch bei "Hotel MAMA " Wink und dann ab zum Nebenjob in ein Cafe als Kellner. Und weils nicht reichte dann auch noch Taxifahren in der Nacht am Wochenende - und das Ganze über 2 Jahre lang.
Dann war endlich der PPL und CPL gemacht, und der Weg frei in die berufliche Fliegerei zu wechseln.
Alles in Allem kein Zuckerschlecken, aber sicherlich zu machen. Very Happy
_________________
Es interessiert mich nicht, was andere über mich zu Wissen glauben - oder denken.....
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LearPilot
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Anmeldungsdatum: 27.03.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 1:26 pm    Titel: Re: ---> PILOTENBEDARF WELTWEIT <--- Antworten mit Zitat

ChuckN hat folgendes geschrieben:
Respekt an LearPilot.
Zu einer Umorientierung nach einer derartigen Situation und Investition gehört enorm viel Kraft. Ohne die kommt man vom sinkenden Schiff nicht mehr runter, denn in einem vollkommen übersättigten Arbeitsmarkt (mit ausbeuterischen Arbeitgebern) und teilweise ohne Perspektive in diesem Umfeld (trotz enormer Investitionen), fühlt man sich schnell wie ein angeschossener, hilfloser Mensch.


Es kostet viel Überwindung. Man gesteht sich im Prinzip eine Fehlentscheidung ein und geht wieder zurück auf null, denn der ATPL und das viele, weggeworfene Geld nützen einem in einem anderen Beruf eigentlich nichts. Es ist zudem ein Wagnis, denn es ist völlig ungewiss, wie es einem in einem Studium ergehen wird und ob man danach wirklich besser dasteht. War schon nicht einfach, aber es war genau die richtige Entscheidung in meinem Fall. Was bin ich froh, dass ich aus der Geschichte mit einem blauen Auge herausgekommen bin. Wahrscheinlich säße ich sonst als völlig verzweifelter arbeitsloser Pilot herum heute.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 2:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lear, das mag sein, allerdings frage ich mich schon, ob es bei einem Abschlußjahrgang 2003 nicht irgendwie an einem selber lag ? Es kommen viele Gründe in Frage, warum es bei vielen Bewerbern nicht klappt. Hauptsache für Dich: Dein Grund ist jetzt prinzipiell irrelevant.

Sorry dass ich das so sage, nur gab es in den letzten 10 Jahren schon eher Chancen als frischer R/E irgendwo unterzukommen als heutzutage. Eine ganze Kette anderer Piloten kann wohl über die Dekade gesehen, jetzt irgendwie auch dankbar sein, dass Du damals “den Platz freigeräumt“ hast und die sind jetzt sehr fleissig bei der Arbeit i.e. nicht arbeitslos und haben Aufgrund ihres gewonnenen Marktwertes gute Aufstiegschancen.
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joyflight
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Anmeldungsdatum: 13.08.2009
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BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 3:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube trotzdem, das prinzip ist das gleiche. Nur die multiplikatoren sind anders, heute. (höhere gehälter sowie höhere arbeitslosenzahlen, zu deutsch: grössere duskrepanzen wie in allen anderen branchen auch)

Wichtig ist, dass wenn 100.000 sich auf berufliches fliegen einstellen, und nur 1.000 jobs am freien markt kommen, dann müssen sich eben 99.000 auf eine Alternative einstellen.

das zu tabuisieren hilft nichts, und die gründe sind selbstverständlich mannigfaltig: der eine gibt erst auf, wenn er mit 40 den ersten herzinfarkt bei klirrender kälte und hartz4 im sarrazin pullover hat, dem anderen seine Hemmschwelle liegt schon im 25. Lebens- jahr und weniger als 50.000 einkommen um die blondine seines lebens unterhalten zu können.
dazwischen gibts unendlich viele szenarien. Und es wird zeit, dass über diese szenarien frank und frei gesprochen wird, das gehört für mich zur piloten-ausbildung einfach dazu.

Alles andere wäre billige "Du schaffst es, wenn du nur willst" Propaganda, die eher dem Gegenteil dient, als der Festigung und anti-erosion des Berufsbildes.
Ich kenne zwar deine Geschichte und weiss, was dahinter steckt. Trotzdem gkaube ich nicht, dass die geschichte foren-tauglich ist, in dem Sinne die 99.000 müssten sich nur anstrengen, dann würden sie alle unterkommen.
...
Udo, der sich für 2014 mehr Transparenz und Realismus wünscht
_________________
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 4:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Den “billigen“ Spruch habe ich nicht gesagt. Der Punkt: Manche können sich anstrengen soviel sie wollen und bleiben trotzdem ohne Job. Gründe sind wie Du sagst vielschichtig.

Was Du sagst kann man ansonsten ebenfalls so stehen lassen.
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ChuckN
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Anmeldungsdatum: 29.05.2013
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 4:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Udo, ich stimmt dir zu.
Allerdings werden wir kaum jemanden dazu bringen sein Negativ-Schicksal aufzuzeigen. Das es diese gibt, ist aber keine Frage, sondern ein absoluter Fakt. Es gab in einem anderen Forum schon einige Kandidaten, die sich als privatinsolvent - nach einer ATPL-Ausbildung - geoutet haben.
Ich möchte keine negative Stimmung erzeugen. Wäre auch lieber mit deutlichem Optimismus überschüttet, als auch mal pessimistisch zu sein. Der Gegenpol mit knallharten Fakten zu Lebensschicksalen ist einfach nicht vorhanden. Stattdessen wird hier im Forum und anderswo alle paar Tage nach den Berufschancen gefragt. Fällt die Antwort negativ aus , wird rumgemeckert. "Idiot! Das stimmt doch gar nicht. Wenn man etwas schaffen will, dann schafft man das auch."
Dasselbe bei facebook. Schreibt irgendjemand die Wahrheit, kommt aus einer Ecke ein 50-jähriger CPT daher und erzählt, dass dies doch alles bullshit wäre und alle Jobsuchenden unfähig.
In unserer Gesellschaft ist und bleibt der Pilotenberuf sehr angesehen und die Berufsvorstellung der allgemeinen Gesellschaft geht in 97% aller Fälle dermaßen an der Realität vorbei, dass sich die Balken biegen. Wie? Sind sind Pilot? Arbeitslos? Unvorstellbar! Wo steht ihr Porsche? Dürfen Sie auch A380 fliegen? Wie? Sie mussten die Ausbildung selbst bezahlen? Könnte man nahezu unendlich weiterführen. Meiner Meinung nach müsste man hier mal ordentlich ansetzen und aufräumen.
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LearPilot
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Anmeldungsdatum: 27.03.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2014 5:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Lear, das mag sein, allerdings frage ich mich schon, ob es bei einem Abschlußjahrgang 2003 nicht irgendwie an einem selber lag ? Es kommen viele Gründe in Frage, warum es bei vielen Bewerbern nicht klappt. Hauptsache für Dich: Dein Grund ist jetzt prinzipiell irrelevant.

Sorry dass ich das so sage, nur gab es in den letzten 10 Jahren schon eher Chancen als frischer R/E irgendwo unterzukommen als heutzutage.


Ja, du hast natürlich Recht, die Chancen wären sicherlich in diesen 10 Jahren mal irgendwie dagewesen. Es ist möglich, dass ich heute im Cockpit säße. Es ist auch nicht so, dass ich damals nichts bekommen hätte. Ich war ein halbes Jahr Freelancer auf Lear Jet, aber die Konditionen waren ein Witz. Mir war einfach die Zukunft unter den damaligen Voraussetzungen zu ungewiss, dass ich gedacht habe: "Jetzt noch was Anderes machen oder nie mehr!".

Andere aus meinem ATPL-Kurs haben 3,5 Jahre gesucht und viele Rückschläge in irgendwelchen Assessments usw. gehabt, bis es geklappt hat. Die sind zwar jetzt auch in teils respektablen Cockpitjobs, aber das war ein reines Pokerspiel damals. Ich hatte schon mein Vordiplom, als manche immer noch auf Jobsuche waren. Einige meiner damaligen Mitstreiter haben in der Zeit sogar zwei Firmenpleiten mitgemacht (City Air und Dau Air...). Das war Wahnsinn und der Umstieg war für mich unter Berücksichtigung der damaligen (und retrospektiv auch heutigen...) Verhältnisse eine richtige Entscheidung, denn das wäre für mich so nichts gewesen mit jahrelanger Arbeitslosigkeit und der Hoffnung, irgendwann was zu kriegen mit Glück.

Nach dem Studium habe ich übrigens 8 Bewerbungen geschrieben und bin lückenlos ohne jegliches Assessment Center und ähnlichen Quatsch in einen gutbezahlten Job eingestiegen. Ein Traum im Vergleich zum Prozedere in der Fliegerei...die Wertschätzung ist eine gänzlich andere.
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