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Rapid1234 Bruchpilot

Anmeldungsdatum: 13.07.2009 Beiträge: 5
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Verfasst am: Fr Okt 16, 2026 8:20 pm Titel: Erfahrungsbericht ADAC DLR 10/26 |
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ADAC Berufsgrunduntersuchung (BU) und Firmenqualifikation (FQ) ? mein Erfahrungsbericht
Hallo zusammen,
da ich mich vor meiner Berufsgrunduntersuchung und der anschlie?enden Firmenqualifikation beim ADAC viel im Pilotenboard informiert habe, m?chte ich nun auch meine Erfahrungen teilen. Ich hoffe, dass ich damit dem einen oder anderen ein bisschen die Angst vor den beiden Tagen nehmen kann.
Respekt vor den Untersuchungen sollte man definitiv haben, aber man sollte sich auch nicht unn?tig verr?ckt machen.
1. Meine Vorbereitung
Ich habe die Vorbereitung vor allem dazu genutzt, herauszufinden, wo meine kognitiven St?rken und Schw?chen liegen. Daf?r habe ich unter anderem die CBTs verwendet, die vom DLR zur Verf?gung gestellt werden.
Mir ging es dabei nicht nur darum, m?glichst gute Ergebnisse zu erzielen, sondern auch darum, mich selbst besser einzusch?tzen: Was liegt mir? Wo habe ich Schwierigkeiten? Wie gehe ich mit Aufgaben um, die mir nicht so gut liegen?
Zus?tzlich habe ich mich intensiv mit meiner Pers?nlichkeit auseinandergesetzt. Dazu habe ich Freunde, Familie und Kollegen um ehrliches Feedback gebeten. Besonders interessant fand ich die Einsch?tzungen von Kollegen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren oder ich sie pers?nlich nicht besonders gut kannte.
Ich wollte bewusst wissen, wie andere Menschen mich wahrnehmen und wo sie m?glicherweise Schw?chen sehen, die mir selbst gar nicht so auffallen. Gerade von Kollegen habe ich teilweise sehr direktes und auch hartes Feedback bekommen. Das war nicht immer angenehm, aber r?ckblickend durchaus hilfreich.
Anfangs liefen meine CBTs eher mittelm??ig bis schlecht. Deshalb habe ich die folgenden zwei Monate genutzt, um regelm??ig einzelne Tests zu absolvieren. Zwischen den ?bungen habe ich bewusst zwei bis drei Tage Pause gelassen.
Ich wollte vermeiden, dass ich lediglich die Aufgaben auswendig lerne oder mich an das jeweilige Programm gew?hne. Mir war wichtiger, herauszufinden, ob sich meine F?higkeiten und Strategien tats?chlich verbessern und ob ich auch mit leicht ver?nderten Bedingungen zurechtkomme.
Bis zwei Tage vor meiner Anreise habe ich noch ge?bt. Am Tag vor der Anreise habe ich dann bewusst nichts mehr gemacht, um etwas Abstand zu gewinnen und ausgeruht in die Untersuchung zu gehen.
Meine Ergebnisse von den letzten CBTs habe ich jeweils einmalig absolviert und auch alle hintereinander. Zwischen zwei Tests kurz 5 Minuten Pause und mir daf?r einen ganzen Tag als pers?nlichen Testtag genommen. Sprich versucht ein bisschen Druck aufzubauen.
2. Meine letzten CBT-Ergebnisse
Damit ihr meine Ausgangslage besser einsch?tzen k?nnt, hier meine letzten Ergebnisse vor der Untersuchung. Es handelt sich dabei um meine pers?nlichen Resultate aus den ?bungsprogrammen die offiziell vom DLR bereitgestellt werden, au?er MIC und PMA (Skytest daf?r extra gekauft).
- **PPT:** 95 % auf Level 2
- **ROT:** 98 % auf der h?chsten Stufe, Level 2
- **SKT:** 97,3 Items bei 90 % Richtigkeit, auf der h?chsten Stufe
- **OWT:** 96 % auf der h?chsten Stufe
- **RMS:** durchschnittlich 4,04 Zahlen auf der h?chsten Stufe
- **Englisch:** 93 %
- **Kopfrechnen:** 72 % auf der h?chsten Stufe
- **WMC:** 86 % auf der h?chsten Stufe
RMS war f?r mich eine der gr??ten Herausforderungen. Auch nach l?ngerer Vorbereitung kam ich hier nicht auf die Ergebnisse, die ich mir urspr?nglich erhofft hatte. Zwei Tage vor meiner Anreise lag mein Durchschnitt bei 4,04 Zahlen auf der h?chsten Stufe.
Beim Kopfrechnen habe ich zus?tzlich mit dem Buch *Mathe-Magie* gearbeitet, um meine mathematischen F?higkeiten zu verbessern. Ich wollte mich dabei nicht ausschlie?lich auf das CBT verlassen, da sich die Aufgaben dort wiederholen und ich m?glichst unabh?ngig von den konkreten Aufgabenstellungen besser werden wollte.
MIC und PMA habe ich mit SkyTest ge?bt. Beide Tests habe ich w?hrend der gesamten Vorbereitungszeit vielleicht f?nf- bis sechsmal absolviert, also deutlich weniger routinem??ig als die anderen Tests.
Bei MIC lag mein Ergebnis bei 83,5 %, bei PMA bei 71,6 %.
Mir ging es bei diesen beiden Tests vor allem darum, ein Gef?hl f?r die Steuerung zu bekommen und herauszufinden, ob ich mich auf unterschiedliche Eingabem?glichkeiten einstellen und gleichzeitig mehrere Aufgaben bearbeiten kann. Mir war wichtig, in kurzer Zeit zu verstehen wie die Steuerung funktioniert und diese dann erfolgreich zu f?hren.
Ich wollte mich mit dem Prinzip vertraut machen, ohne die Abl?ufe bis ins kleinste Detail auswendig zu lernen.
## 3. Der erste Tag ? die Berufsgrunduntersuchung
Den ersten Tag habe ich insgesamt als angenehm erlebt. Wir wurden freundlich begr??t, und der Ablauf wurde verst?ndlich erkl?rt. Das hat mir zun?chst etwas von meiner Nervosit?t genommen.
Als die Tests dann tats?chlich losgingen, war ich trotzdem aufgeregt. Gerade bei den ersten Aufgaben hatte ich das Gef?hl, nicht besonders gut abgeschnitten zu haben. Ich war mir teilweise nicht sicher, ob das, was ich gerade gemacht hatte, ?berhaupt f?r ein erfolgreiches Ergebnis reichen w?rde.
Im Laufe des Tages habe ich mich jedoch immer besser an die Umgebung, den Pr?fungsraum und meinen Sitzplatz gew?hnt.
Dadurch wurde ich zunehmend ruhiger und konnte mich besser auf die jeweiligen Aufgaben konzentrieren. Ich hatte das Gef?hl, dass meine Leistung von Test zu Test besser wurde.
Am ersten Tag fanden s?mtliche computergest?tzten Tests statt, darunter auch MIC und PMA. Ebenso geh?rten die psychologischen Fragen zur Untersuchung an diesem Tag.
Gerade bei MIC und PMA hatte ich zum Ende hin das Gef?hl, besser mit den Aufgaben und der Steuerung zurechtzukommen als zu Beginn. Das fand ich pers?nlich bemerkenswert, da ich diese beiden Tests in der Vorbereitung vergleichsweise wenig ge?bt hatte.
Ich hatte mich bewusst darauf konzentriert, die grundlegenden Prinzipien zu verstehen und mich auf unterschiedliche Anforderungen einstellen zu k?nnen.
Nat?rlich kann ich nicht beurteilen, wie meine tats?chliche Leistung in jedem einzelnen Test bewertet wurde. Mein pers?nlicher Eindruck war aber, dass ich im Laufe des Tages zunehmend sicherer wurde.
Das war f?r mich eine wichtige Erfahrung: Nur weil die ersten Aufgaben nicht so laufen, wie man es sich vorgestellt hat, bedeutet das nicht, dass der gesamte Testtag gelaufen ist.
Man muss versuchen, die vorherige Aufgabe gedanklich abzuschlie?en und sich wieder vollst?ndig auf die n?chste zu konzentrieren. Sich w?hrend des Tests st?ndig zu fragen, ob man gerade gut genug war, kostet schlie?lich zus?tzliche Aufmerksamkeit.
## 4. Die psychologischen Fragen
Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist, betrifft die psychologischen Fragen, die ebenfalls am ersten Tag stattfanden.
Ich habe versucht, diese Fragen m?glichst ehrlich und reflektiert zu beantworten. Dabei habe ich mich gefragt, wie ich mich in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit tats?chlich verhalten habe, anstatt zu ?berlegen, welche Antwort vermeintlich am besten ankommt.
Nehmen wir beispielsweise die Frage, ob ein Pilot emotional oder impulsiv sein darf.
Nat?rlich verbindet man den Pilotenberuf mit Eigenschaften wie Belastbarkeit, Selbstkontrolle, Ruhe und einer ?berlegten Entscheidungsfindung. Daraus sollte man meiner Meinung nach aber nicht ableiten, dass man bei jeder Frage ein idealisiertes Bild von sich selbst vermitteln muss.
Ich habe versucht, meine Antworten an meinen tats?chlichen Erfahrungen auszurichten und mich ehrlich mit meinen Eigenschaften auseinanderzusetzen.
Ich glaube, dass diese Selbstreflexion wichtig ist. Sp?testens im Interview vor dem Auswahlgremium kann es schwierig werden, ein Bild von sich aufrechtzuerhalten, das nicht mit dem eigenen Verhalten und den eigenen Erfahrungen ?bereinstimmt.
Mein pers?nlicher Ansatz war deshalb: ehrlich bleiben, sich selbst hinterfragen und nicht versuchen, eine Rolle zu spielen.
Das ist nat?rlich meine pers?nliche Einsch?tzung und keine Aussage dar?ber, wie einzelne Antworten bewertet werden.
## 5. Der zweite Tag ? die Firmenqualifikation
Am zweiten Tag stand ausschlie?lich die Firmenqualifikation an, also das Interview vor dem Auswahlgremium.
Nachdem der erste Tag mit den verschiedenen Tests und den psychologischen Fragen bereits anspruchsvoll gewesen war, war dies noch einmal eine andere Art der Herausforderung.
W?hrend es am ersten Tag vor allem darum ging, sich auf die jeweiligen Aufgaben zu konzentrieren und die eigene Leistung abzurufen, stand am zweiten Tag das pers?nliche Gespr?ch im Mittelpunkt.
F?r mich geh?rte auch dieser Tag zu einer insgesamt sehr anstrengenden, aber interessanten Erfahrung. Beide Tage waren auf ihre Weise fordernd und haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht nur fachlich beziehungsweise kognitiv vorzubereiten, sondern sich auch mit der eigenen Pers?nlichkeit auseinanderzusetzen.
Ich m?chte an dieser Stelle bewusst nicht zu sehr ins Detail gehen. Mir ist vor allem wichtig, meine pers?nlichen Erfahrungen mit euch zu teilen und anderen Bewerbern zu zeigen, dass man mit einer guten Vorbereitung und einer ehrlichen Auseinandersetzung mit sich selbst in diese Untersuchung gehen kann.
Am Ende habe ich sowohl die Berufsgrunduntersuchung am ersten Tag als auch die Firmenqualifikation am zweiten Tag erfolgreich bestanden.
## 6. Was ich anderen Bewerbern mitgeben m?chte
Wenn ich aus den beiden Tagen etwas mitgenommen habe, dann vor allem, dass man sich von einzelnen schlechten Ergebnissen nicht zu schnell entmutigen lassen sollte.
Es wird bei jedem in der Vorbereitung Tests geben, die besser laufen, und andere, bei denen man das Gef?hl hat, ?berhaupt nicht voranzukommen. Das ist normal.
Wichtig finde ich, aus diesen Erfahrungen etwas mitzunehmen und sich zu ?berlegen, woran es liegen k?nnte.
- Welche F?higkeiten liegen mir bereits?
- Wo habe ich Schwierigkeiten?
- Welche Strategie kann ich ver?ndern?
- Verstehe ich die Aufgabe wirklich oder habe ich lediglich die konkreten Abl?ufe gelernt?
- Kann ich meine Leistung auch dann abrufen, wenn sich Rahmenbedingungen oder Aufgaben leicht ver?ndern?
Ich w?rde au?erdem empfehlen, sich nicht ausschlie?lich auf die CBT-Ergebnisse zu versteifen. Sie k?nnen eine gute Orientierung bieten, sind aber kein verl?sslicher Blick in die Zukunft und keine Garantie daf?r, wie man sich in der tats?chlichen Untersuchung schl?gt.
Versucht, die Programme nicht einfach auswendig zu lernen, sondern entwickelt Strategien, mit denen ihr auch auf neue oder leicht ver?nderte Aufgaben reagieren k?nnt.
Und vor allem: Lasst euch nicht von einem schlechten ?bungstag oder einem misslungenen Test aus der Bahn werfen.
Ich hatte zu Beginn meiner Untersuchung selbst das Gef?hl, dass einige Aufgaben nicht besonders gut liefen. Trotzdem wurde ich im Laufe des ersten Tages ruhiger und hatte zunehmend das Gef?hl, meine Leistung besser abrufen zu k?nnen.
Auch die Vorbereitung auf die psychologischen Fragen und das Interview sollte meiner Meinung nach nicht darin bestehen, sich eine vermeintlich perfekte Pers?nlichkeit zurechtzulegen. Vielmehr sollte man sich selbst ehrlich hinterfragen und nachvollziehbar erkl?ren k?nnen, warum man bestimmte Dinge tut, wie man mit Herausforderungen umgeht und wo man sich noch weiterentwickeln m?chte.
## 7. Mein Fazit
Die beiden Tage waren k?rperlich und mental anstrengend, gleichzeitig aber auch unglaublich interessant. Sie haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst einsch?tzen zu k?nnen, mit Druck umzugehen und auch nach einer Aufgabe, die nicht optimal gelaufen ist, konzentriert weiterzumachen.
Ich m?chte niemandem vermitteln, dass man die Untersuchung auf die leichte Schulter nehmen sollte. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, und Respekt vor den Anforderungen ist definitiv angebracht.
Man sollte sich aber auch nicht schon vorab selbst ausbremsen, indem man jede Schw?che ?berbewertet oder nach einem schlechten Ergebnis sofort an den eigenen F?higkeiten zweifelt.
F?r mich pers?nlich war es entscheidend, die Vorbereitung als M?glichkeit zur Weiterentwicklung zu nutzen, mich ehrlich mit meinen St?rken und Schw?chen auseinanderzusetzen und am Untersuchungstag mein Bestes zu geben.
Wenn ich euch also etwas mitgeben kann, dann das:
**Never give up and always try your best.**
Viel Erfolg an alle, die ihre BU oder FQ noch vor sich haben!
Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht hilft dem einen oder anderen dabei, etwas entspannter in die Untersuchung zu gehen. |
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