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Sperrung des Luftraums über Berlin

 
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Romeo.Mike
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Anmeldungsdatum: 04.02.2003
Beiträge: 4355

BeitragVerfasst am: So Jul 24, 2005 7:11 pm    Titel: Sperrung des Luftraums über Berlin Antworten mit Zitat

Moin,

die Reaktion der Politiker war ja absehbar, da gibt es einen Vollidioten und schon wird für die gesamte Privatfliegerei der gesamte Berliner Luftraum gesperrt.
Wozu gibt es denn bitte die ganzen Sicherheitsüberprüfungen?
Der ehrliche Pilot hält sich dran, der, der was anderes vor hat wird das defenitiv nicht machen.
Das Flugzeug das in Berlin abgestürzt ist, wurde noch nicht mal vom Radar erfasst, bis ein Abfangjäger oder ähnliches vor Ort ist, hat derjenige, der sein Ziel erreichen will, schon längst erreicht.
Hinzu kommt, mit einem kleinem Flieger kann man nun wirklich kaum bis gar keinen Schaden an den Regierungsgebäuden verursachen.
Also wenn das so weiter geht, dann darf man bald wirklich nicht mehr privat fliegen...
Wann hat dieses unvernünftige Handeln eigentlich mal ein Ende? Kann man als Politiker nicht mal erst überlegen bevor man handelt?


Gruß

Romeo Mike
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sf260
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Anmeldungsdatum: 11.01.2005
Beiträge: 1260
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: So Jul 24, 2005 8:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.jar-contra.de/
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Romeo.Mike
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Anmeldungsdatum: 04.02.2003
Beiträge: 4355

BeitragVerfasst am: So Jul 24, 2005 8:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

die JAR-Contra kenne ich sehr gut, da die eigentlich mit der VFC e.V. zusammen arbeiten wollten, aber sich dann doch kaum melden.

Trotzdem sollte man sich auf jeden Fall mal diese Seite anschauen und vielen Dank für's posten der Seite, man kann sich nicht alles gefallen lassen und hier gehen die Politker mal wieder zu weit und überschreiten ihre Kompetenzen.


Gruß

Romeo Mike
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sf260
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Anmeldungsdatum: 11.01.2005
Beiträge: 1260
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BeitragVerfasst am: So Jul 24, 2005 10:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, man kanns net oft genug posten! Je mehr Unterschriften wir haben, desto besser! Wink
Also Leute, Vorlagen ausdrucken, bei euch in den Flugschulen, Vereinen, LFT, Schulen, Universitäten, oder wo auch immer rumgehen und unterschreiben lassen und dann hinschicken.
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Romeo.Mike
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Anmeldungsdatum: 04.02.2003
Beiträge: 4355

BeitragVerfasst am: Di Jul 26, 2005 11:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

http://pilotundflugzeug.de/servlet/use/MessageView.class?parent=artikel,2005,07,24,15,5222349&offset=0&session=GzzuCs

Zitat:
Politik: Flugzeugabsturz

Pilot und Flugzeug interveniert gegen Überreaktionen und Medienhype

In einer Reihe von sehr nachdrücklichen Briefen hat sich die Redaktion von Pilot und Flugzeug am Wochenende in die Berichterstattung und politische Diskussion um den Flugzeugabsturz vor dem Berliner Reichstag eingemischt.
Chefredakteur Jan Brill und Hauptstadtredakteur Hans-Joachim Adomatis mussten dabei zahlreiche nur noch infantil zu nennende Irreführungen der Medien konterkarieren und auf verantwortungslos populistische Verbotsforderungen wahlkämpfender Politiker reagieren.
Kaum sind diese Schreiben versendet, meldet sich der Bundesverkehrsminister Stolpe und kündigt ein "Flugverbot für Hobbypiloten" über der Stadt an. Da wird ohne Hemmung gelogen und die Gesetze der Physik werden mit Rücksicht auf den Wahlkampf ignoriert.



In drei Briefen an Medienvertreter und Wortführer der politischen Diskussion begegnet Pilot und Flugzeug der zentralen Fehleinschätzung die jeglicher Diskussion über Flugverbote, Raketenabwehr oder Kampfhubschrauber zu Grunde legt:

Von den gängigen Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt geht keinerlei Gefahr aus, die auch nur theoretisch betrachtet größer wäre als das Risikopotential eines Mittelklassewagens. Dieser Umstand ist nicht nur einleuchtend, er ist auch unter Sicherheitsfachleuten weitgehend unumstritten und inzwischen offizieller Standpunkt auch der US-amerikanischen TSA. So lange man PKW und Lieferwagen nicht aus der Innenstadt verbannt, solange ist ein Flugverbot für Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt unbegründet und widerspricht dem rechtsstaatlichen Grundsatz der Verhältnismässigkeit.

Die leider täglich erlebte Praxis bestätigt diese simple physikalische Betrachtung auf tragische weise. Während es weltweit nahezu wöchentlich zu verheerenden Anschlägen mit Personen- oder Kleinlastwagen kommt, sind Anschläge mit Hilfe von Kleinflugzeugen äußerst selten (0 – Null – Vorkommnisse in den letzen 10 Jahren weltweit).

Die nun lautstark erhobene Forderung nach Flugverboten oder weiter greifenden Sicherheitskontrollen auf Flugplätzen der Allgemeinen Luftfahrt ist also unbegründet.

Im Gegenteil: Angesichts der irrationalen Überhöhung des von diesen Flugzeugen ausgehenden Gefährdungspotentials müssen sich die politischen Wortführer - allen voran Herr Beckstein und Herr Schönbohm - fragen lassen, ob sie an einem wirklichen Schutz der Bevölkerung interessiert sind oder – durch das Schüren von populistischen Ängsten – die Aufmerksamkeit von der tatsächlichen Bedrohung unserer Gesellschaft durch terroristische Kräfte ablenken wollen.

Die drei Briefe liegen hier zum Herunterladen bereit.

- Brief an die Redaktion von ARD-Aktuell anlässlich der Berichterstattung vom 23.07.
- Brief an die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und die Minister Beckstein und Schönbohm
- Brief an die SPD-Fraktion im Bundestag und den MdB Wiefelspütz

Wir bitten unsere Leser diese Schreiben mit Nachdruck an ihre Bundes- und Landtagsabgeordneten weiterzuleiten um so auf eine sachliche und an tatsächlichen Gefährdungspotentialen orientierte Diskussion um die Sicherheit im Luftverkehr hinzuwirken.

Wie irreführend die Politik mit dieser Thematik umgeht zeigt ausgerechnet Bundesverkehrsminister Stolpe, indem er der DDP gegenüber ein "Flugverbot für Hobbypiloten" ankündigt.

Sehr geehrter Herr Stolpe - es gibt in Deutschland keine "Hobbypiloten". Es gibt Privat-, Berufs- und Militärpiloten. Des weiteren darf bereits jetzt über der Bundeshauptstadt nur mit Freigabe durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) geflogen werden!
Manfred Stolpe unterstreicht ein weiteres mal seine vollständige Unkentnis der Materie Luftfahrt. Es ist geradezu erschreckend, dass sich der zuständige Fachminister nicht zumindest kompetenter beraten lässt. Eine Flugverbotszone ist bürokratischer Unsinn - sie hätte weder den Piloten vom 22.7. abgehalten, noch würde sie einen ernstlichen Schutz vor irgendwelchen Übeltätern bieten.
Stolpe fügt in seinem hilflosen und infantilen Aktionismus der traurigen Sammlung deutscher Bürokratieleichen ein weiteres Beispiel hinzu.
Seine Mitarbeiter wissen das, sein Parteifreund Körting weis das und hat es gestern selbst gesagt und sämtliche Piloten in Deutschland wissen das.

Als ob damit die Inkompetenz des Ministers noch nicht deutlich genug hervor träte, fügt er an: "Der Zwischenfall von Freitag habe gezeigt, dass auch von kleineren Fluggeräten eine massive Gefahr ausgehen könne".
Diese Aussage ist schlicht und einfach unrichtig. Hier wird ein reiner Propagandafeldzug geführt beim grossen Wettrennen mit rechts-überholen in der Klasse "alle gegen Beckstein".
Es wird ohne Scham gelogen. Man suggeriert der Bevölkerung auf dem Rücken einer zahlenmässig schwachen Gruppe hier "etwas zu tun" und ignoriert die Fakten und die Physik.

Warum sagt Herr Stolpe nicht die Wahreit und teilt der - gar nicht so hysterischen - Bevölkerung mit: In einer freien Gesellschaft, gibt es ein gewisses Lebensrisiko, aber das Gefährdungspotential der Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt - die Ihnen Organe, frische Blumen, Freunde, Freude, Post oder Pilotenausbildung bringen - ist nicht größer als das Risiko das von einem VW-Polo mit eingeschlafenem oder unaufmerksamen Fahrer ausgeht.

Es wird stattdessen wahlkämpfend aktionistischer Tineff fabriziert und das staatliche Handeln gleitet ab in den Bereich hysterischer Esoterik.

Wo ist jetzt der DAeC mit seinen "hervorragenden Kontakten" zur Politik? Wo sind Allerdissen und seine Mannen - Anwälte und Experten - die proaktiv (also mit praktikablen Gegenvorschlägen!) den regulatorischen Auswüchsen der Politik entgegen treten oder mit der Macht der hunderttausend Mitglieder wenigstens eine qualifizierte Gegenrede führen?

Wieso obliegt es malwieder einer kleinen und unabhängigen Fachzeitschrift hier am Sonntag die
Stellung gegen die populistische Wahlkampfmühle der Sicherheitsfetischisten zu halten?

Der Wettlauf nach Absurdistan

Wie zum Hohn auf unser demokratisches Grundgesetz fordern nun SPD- wie Unionspolitiker den stärkeren Einsatz der Bundeswehr im Innern. Es wäre nicht das erste mal, dass Ereignisse um den Deutschen Reichstag - die Furcht vor einer tatsächlichen oder erfundenen Bedrohung - die Militarisierung unserer Gesellschaft zur Folge hätte.

Liebe Leser: Es brennt in unserem Land! Wenn der - noch nicht einmal aufgeklärte - Absturz eines 400 Kilo-Flugzeuges auf einer Wiese in Berlin, bei dem mit Ausnahme des Piloten lediglich ein paar Maulwürfe zu Schaden kamen, eine Diskussion um die Grundlagen unserer staatlichen Ordnung nach sich zieht, dann wird es höchste Zeit dass die Bürger diesem Wettlauf nach Absurdistan nachdrücklich Einhalt gebieten.

Islamistische Terroristen haben in Deutschland noch keinen einzigen ernst zu nehmenden Anschlag verübt. Das brauchen sie auch nicht. Wir machen uns in vorauseilendem Gehorsam einfach selber fertig!
Wie feige und hysterisch erscheint der Grossteil unserer politisch handelnden Klasse im Vergleich zu den Briten, die angesichts von Tod und schrecklicher Zerstörung als erstes riefen: "we are not afraid!" und damit meinten sich den liebgewonnenen Lebensstil nicht von Verbrechern - egal welcher Motivation folgend - kaputt machen zu lassen.

Anscheinend besitzt nur Verteidigungsminister Struck noch elementare Kenntnisse des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Er sagt: "Die Bundeswehr ist für den Schutz nach Außen zuständig, die Polizei für den Schutz im Innern - dabei bleibt es."

Die von uns nicht selten kritisierte Bundeswehr sträubt sich mit Händen und Füssen gegen diese politische Instrumentalisierung und scheint im Gegensatz zu Wiefelsspütz, Beckstein, Merkel und Co. die Nerven zu behalten.
Der Absturz vor dem Reichstag "eignet sich dafür nicht", sagte der Kommandeur der Nato-Luftverteidigungszentrale in Kalkar, Hans-Joachim Schubert, gegenüber der Welt am Sonntag. Zwar könnten Leichtflugzeuge vom Radar der Luftwaffe nicht erfasst werden, ihre zerstörerische Wirkung sei aber nicht zu vergleichen mit der großer Verkehrsmaschinen.

Das sagen wir auch.

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Romeo.Mike
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 13, 2005 4:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

bei Pilot und Flugzeug tut sich auch einiges zu diesem Thema, sehr interessant ist, dass die breite Masse der Bevölkerung verstanden hat, dass die Sperrung des Luftraums über Berlin nicht nur Schwachsinnig ist, sondern auch fast Arbeitsplätze gefährdet hätte. Allerdings musste Stolpe einlenken und jetzt zumindest für kommerzielle Flieger den Luftraum wieder frei geben.

http://pilotundflugzeug.de/servlet/use/MessageView.class?parent=artikel,2005,08,02,15,5621326&offset=0&session=p278je

Pilot und Flugzeug hat folgendes geschrieben:
Zum letzten Mal VFR via Berlin City - Pilot und Flugzeug flog mit

Es war ein nicht organisiertes Fly-in. Hunderte Piloten aus allen Teilen Deutschlands, aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Schweden nutzten am letzten Juliwochenende noch einmal die Gelegenheit im Sichtflug die deutsche Hauptstadt zu überqueren. Das ist jetzt verboten. Drei Nautische Meilen um den Berliner Reichstag (523107N 0132234E) herum wurde jetzt die ED(R)-146 eingezirkelt.
Pilot und Flugzeug hat sich von Freitag Mittag an umgesehen an den Flugplätzen rund um Berlin. Wir waren in Finow im Norden, in Kyritz und Bienenfarm im Westen, in Schönhagen, Reinsdorf und Oehna im Süden, und wir waren in Berlin-Strausberg, dem Verkehrslandeplatz neben der Endstation der S-Bahn im Osten.


Was für vorfanden, war Zorn und Wut über diese vom Wahlkampf bestimmte sinnlose Restriktion aus dem Stolpe-Ministerium bei Privatpiloten und Flugzeughaltern, vor allem aber bei den kleinen Luftfahrtunternehmen, deren Existenzgrundlage Passagierflüge über der deutschen Hauptstadt sind.

Was wir aber an diesem letzten drei Julitagen auch auf den hauptstadtnahen Flugfeldern registrierten konnten, das war ein ungewohntes Gewimmel von kleinen und größeren Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt aus allen Landesteilen, sie waren zwischengelandet, um aufzutanken für einen letzten Sightseeing-Flug über Reichstag, Fernsehturm, Berliner Dom, Olympiastadion und Schloß Charlottenburg.

Aber nicht nur Flugtouristen aus der alten Bundesrepublik beherrschten das Bild. Viele Familien mit ihren Kindern waren an diesen drei warmen Sonnentagen offenbar nicht in die Strandbäder gefahren, sondern waren herausgekommen an die Flugfelder am Rande des Häusermeeres, um noch einmal die Chance für einen Rundflug über ihrer Stadt zu nutzen. Rundum gute Laune Volksfeststimmung unter bösem Vorzeichen. Eine Art Galgenhumor.

Der in Fürstenwalde an der Spree registrierte Fliegerverein PCCB hatte sich ein satirisches Presse-Happening ausgedacht: Man demonstrierte den Abflug einer Cessna 172 zu einem Rundflug. Der Pilot hatte dabei das Gepäck, Rucksack und Tasche, der Gäste peinlich zu durchsuchen. Danach wurden die drei Fluggäste gefilzt und demonstrativ gefährliche Gegenstände, Nagelfeile, Feuerzeug, Drehbleistift als potentielle Waffen identifiziert und abgenommen. Mit Ironie wurde gezeigt wie planlos unsere Entscheidungsträger handeln.

Pilot und Flugzeug wollte wissen, ob sich diese Stimmung am Boden auch in der Luft ausprägte. Wir starteten in Berlin- Strausberg stiegen auf 1.800 Fuß und meldeten unsere Einflugsabsicht in die Kontrollzone vor dem Pflichtmeldepunkt Echo-1 bei Tempelhof Tower 119.57 an. Wir erhielten einen Transponder Code und bekamen Ein- und Durchflug über Echo-2, Alpha, Foxtrot und Whiskey ”in 2.500 Fuß oder darunter” auch an diesem letzten Tag vorbehaltlos genehmigt.

Unser Kurs folgte in ostwestlicher Richtung der ehemaligen Stalinallee, Strausberger Platz mit dem Springbrunnen, Alex, Fernsehturm, Museumsinsel mit dem Berliner Dom, der Straße Unter den Linden, Brandenburger Tor, Reichstag, Bundeskanzleramt, Lehrter Bahnhof, Tiergarten mit Siegessäule, Charlottenburger Tor, Technische Universität, Messegelände, am Funkturm schwenkten wir nach Südwesten, folgten der Avus bis zur Glienicker Brücke und flogen aus bei Whiskey-1 nach Potsdam.

Der Funkverkehr allerdings war im Gegensatz zu normalen Tagen an diesem doppelwertigen Ultimo äußerst lebhaft. Dominierten sonst die IFR An- und Abflüge des Flughafens Tempelhof den Funkverkehr, so waren es an diesem Sonntag Freigaben und Verkehrsinformationen für den VFR-Verkehr über dem Stadtbild. Es verging kaum eine Sekunde auf unserem knapp halbstündigen Durchflug von Echo-1 nach Whiskey-1 in der wir nicht drei, vier oder fünf Pipers, Cessnas, Katanas oder Grob-Motorsegler gleichzeitig im Blick hatten.

Betont munter doch bestimmt war der Ton der Kontrollerin in Tempelhof Tower. Mit den Worten: ”Nein, nein, nicht so stürmisch, Sie haben noch keine Clearance!” bremste sie ein Ultraleichgerät aus, dessen Transponder-Signal sie nicht empfing. Und an eine gerade erst in Tempelhof gestartete desorientierte Robin-Pilotin: ”Wenn Sie so weiter fliegen Alpha-Lima, kommen Sie zum Müggelsee, aber nie zum Fernsehturm”, wurde sie zurück auf den rechten Kurs geführt.

Verkehrshinweise alle Minute, doch die Piloten bestätigten, den im jeweiligen Begegnungswinkel fliegenden Verkehr im Blick zu haben. Umsichtigkeit in allen Cockpits. Und Aufmerksamkeit aus den meisten Cockpits gegenüber der Kontrollerin gegenüber. Die meisten bedankten sich bei Verlassen von Kontrollzone und Frequenz für ihren Service. Ein Stück Demonstration war das auf beiden Seiten.

An die 400 VFR-Überflüge verzeichnete die DFS für das letzte Wochenende vor Einrichtung des Flugbeschränkungsgebiets ED(R)-146. Allein am Sonntag waren es mehr als 170 Flugzeuge.

Der Westberliner ”Tagesspiegel” startetete eine telefonische Blitzumfrage unter seinen Lesern mit der Frage: ”Ist ein Flugverbot über der Berliner City sinnvoll?” Das Ergebnis: 90 Prozent sagten Nein!

Eine Schlappe für Stolpes Wahlkampf-Flop.



Ebenfalls sehr interessant ist noch folgender Artikel:

http://pilotundflugzeug.de/servlet/use/MessageView.class?parent=artikel,2005,08,13,15,3707695&offset=0&session=p278je

Pilot und Flugzeug hat folgendes geschrieben:
Flugverbot über City Berlin gelockert

Es war im wesentlichen die Leistung eines einzelnen Berliner Luftfahrt-Unternehmers: Frank Hellberg, Geschäftsführer von Air-Service Berlin GmbH: Er erreichte es, daß das am ersten August verhängte absolute Flugverbot über der Innenstadt gelockert werden mußte. Damit setzte sich Hellberg, ”Commander Frank”, gegen eine schnell gestrickte Verordnung dreier Bundesminister und des Berliner Innensenators durch.

Sein gewerbliches Unternehmen, das allein mehr als 100.000 Passagiere über Deutschlands Hauptstadt rundfliegt, sah sich durch das Sichtflugverbot über dem Spreebogen, der die Highlights des Berlin-Tourismus umfließt, in der Existenz bedroht.

Dank der Ausnahmegenehmigung darf der Air Service Berlin nach eigenen Angaben ab sofort wieder mit ihrer DC-3, dem ”Rosinenbomber”, dem Wasserflugzeug, einer C-206 auf Floats, dem Helikopter und einer speziell mit Studiotechnik ausgerüsteten Verkehrsüberwachungsmaschine, C-172, die City überfliegen. Firmenchef Frank Hellberg sagte zu Pilot und Flugzeug ”unser Unternehmen und die 40 Arbeitsplätze sind damit gerettet”. Der am Potsdamer Platz ankernde Fesselballon der Air Service Berlin hatte bereits eine Woche früher wieder eine Genehmigung zum Aufstieg bis zu einer Höhe von 150 Metern erhalten.

Stolpe auf dem Rückzug

”Bürger und Touristen können nun wieder den Anblick der Stadt aus der Luft genießen", erklärte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Freitagabend, dem 12.08.05. Die Regelung trage den Sicherheitsbelangen Rechnung und gebe zugleich den Luftfahrtunternehmen die Möglichkeit, ihr Gewerbe auszuüben. .Zu den Sehenswürdigkeiten rund um das Regierungsviertel müssen die Flugzeuge jedoch trotz des gelockerten Verbots Abstand halten.

Auch kein gewerblicher Flieger darf näher als eine nautisch Meile ans Reichstagsgebäude heran. Die Rundflüge müssen zudem auf genau definierten Strecken von Ost nach West erfolgen und eine Höhe von mehr als 2.000 Fuß einhalten. Auch Rettungsflüge sind, wenn es der Einsatz zulässt, um die 1,8-Kilometer-Sperrzone um den Reichstag herumzuführen. Die Unternehmen, die Rundflüge anbieten, müssen eine Zuverlässigkeitsüberprüfung des eingesetzten Personals vornehmen sowie ausreichende Kontrollen der Passagiere und des Handgepäcks.


Kinder-Tickets als Dankeschön vom “Commander Frank”

Das ist für Hellberg, kein Problem, seine Passagiere steigen am City Airport Tempelhof ein und werden dort im Hauptterminal wie alle anderen Air-Line-Passagiere kontrolliert und abgefertigt. Schlecht sieht es dagegen an für die im Brandenburger Umland etablierten Luftfahrtunternehmen aus. Die meisten dieser an Flugfelder sind nicht einmal richtig eingezäunt.

Die Lockerung des Flugverbots entspricht auch ganz dem Willen der Berliner Bürger. In einer Blitzumfrage des Berliner ”Tagesspiegels” am 31.08.05 sprachen sich 83 Prozent der Befragten gegen das Flugverbot über der City aus. Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der ”Berliner Zeitung” sprachen sich Zwei Drittel der Befragten dafür aus, dass es Ausnahmen vom Flugverbot für touristische Rundflüge geben sollte.

Weil sie jetzt weiter fliegen können, bietet Air Service Berlin für Flüge und Aufstiege mit dem Hi-Flyer am Potsdamer Platz eine "Danke-Woche" an; bei allen Preisen gilt von Montag an der Kindertarif.



Also letztendlich ein positiver Trend, bleiben wir mal optimistisch und kämpfen weiter gegen diese Idiotie, irgendwann dürfen wir auch wieder komplett über Berlin fliegen und solche schöne Bilder sehen:




Gruß

Romeo Mike
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Romeo.Mike
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Anmeldungsdatum: 04.02.2003
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BeitragVerfasst am: Sa Aug 13, 2005 4:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

ebenfalls habe ich soeben noch bei Pilot und Flugzeug folgenden Artikel gefunden, den man sich vielleicht auch genau durchlesen sollte:
http://pilotundflugzeug.de/servlet/use/MessageView.class?parent=artikel,2005,08,02,15,5621326&offset=0&session=p278je


Pilot und Flugzeug hat folgendes geschrieben:
Das beschränkte Beschränkungsgebiet

Man könnte sich jetzt lange über den Wortwitz eines „Beschränkungsgebietes“ über dem Berliner Regierungsviertel amüsieren. Haben sich hier die Beschränkten endlich ein amtlich eingetragenes Habitat eingerichtet?
Wie angekündigt hat das durch den langjährigen Stasimitarbeiter Stolpe (BGH VI ZR 205/97) geführte Bundesministerium für Verkehr Bauen und Wohnungsbau ab dem 1. August 2005 ein ED(R) über der Berliner Innenstadt eingerichtet. Der Wortlaut des NOTAMS:


EDBB
FROM 05/08/01 00:01 UNTIL PERM E1009/05
RESTRICTED AREA ED-R146 BERLIN ESTABLISHED BY MINISTRY OF
TRANSPORT, BUILDING AND HOUSING. RADIUS 3NM AROUND 523107N 0132234E.
ALL ACFT OPERATIONS ARE PROHIBITED EXC:
1. POLICE FLTS , ACTUAL MISSIONS OF GERMAN ARMED FORCES AND RESCUE FLTS.
2. IFR-FLTS FROM/TO BERLIN-TEGEL AND BERLIN-TEMPELHOF ON PUBLISED INSTRUMENT PROCEDURES.
3. VFR-FLTS FROM/TO BERLIN-TEGEL AND BERLIN-TEMPELHOF ON PUBLISHED VFR PROCEDURES (RMK: FLT TIME AND DISTANCE INSIDE ED-R146 SHALL BE LIMITED TO THE ABSULUTE OPERATIONAL MINIMUM).


Wir haben diesen abzusehenden Schritt in der vergangenen Woche lang und heftig kritisiert. Wir haben zahllose Briefe an Medienvertreter und politisch Verantwortliche geschrieben, mussten unsere Serverkapazität erhöhen und in der Redaktion liefen die Telefone heiß.
Erfolg dieser Bemühungen war zumindest ein kritisch differenzierter Bericht in den ARD Tagesthemen am gestrigen Freitag. Im Unterschied zu dem – augenscheinlich stark auf die Geriatrieabteilung zugeschnittenen – Betulichkeitsjournalismus des ZDF heute journals kam der Bericht der ARD ohne die irreführende Terminologie von den „Hobbyfliegern“ aus und zeigte deutlich die Sinnlosigkeit der getroffenen Maßnahme, die Auswirkungen auf ehrliche, vernünftige und normale Piloten und die ganze Hilflosigkeit des Ministers Stolpe, der zugeben musste, Maßnahmen nach dem Motto „es geht ums Prinzip“ zu treffen.

Das Verkehrsministerium hat damit eine weitere Bürokratieleiche geschaffen, eine Vorschrift ohne praktischen Nutzen, die nicht die Bürger am Boden schützt, dafür aber den gesetzestreuen Bürger in der Luft jede Menge Schwierigkeiten macht. Der Bürokratieaufbau ist in vollem Gange.

Die Diskussion zu diesem Thema ist komplex und beinhaltet mehrere Aspekte, wie nicht zuletzt auch die Diskussion auf unserer Internetseite zeigt. Deshalb hier noch einmal – Schritt für Schritt – der durch die Redaktion von Pilot und Flugzeug vertretene Standpunkt.


  1. Von Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt, die typischerweise ein Abfluggewicht zwischen 0,5 und 3 Tonnen haben geht rein physikalisch keine größere Gefährdung aus als von einem Mittelklasse PKW oder einem Lieferwagen.
    Dies ergibt sich nicht nur aus der quantitativen Betrachtung von Masse und Geschwindigkeit, sondern wird auch durch die leider täglich erlebte Praxis bestätigt in der Terroristen und Kriminelle Straßenfahrzeuge als Hilfsmittel bei Anschlägen verwenden, während es in den letzten zehn Jahren genau Null terroristische Anschläge mit Hilfe von Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt gab.
    Jede Maßnahme, welche die Bewegungsfreiheit des fliegenden Bürgers mit dem Argument der terroristischen Bedrohung stärker Einschränkt als die des Auto fahrenden Bürgers, muss daher als unverhältnismäßig und unbegründet erachtet werden.
    Dies ist im Übrigen inzwischen auch der offizielle Standpunkt der ja nicht gerade für Ihre Laxheit bekannten US-amerikanische Transport Security Administration (TSA).

  2. Ignoriert man das in Punkt (1) dargelegte Argument muss man jedoch feststellen, dass ein entschlossener Übeltäter weder von einem Flugbeschränkungsgebiet noch durch eine Transponderpflicht von seinem Vorhaben abzubringen wäre. Auch der Pilot der am 22.07. abgestürzten Maschine flog ohne die erforderliche Flugverkehrskontrollfreigabe und damit illegal.
    Die Vorwarnzeit in einem z.B. 3 NM Durchmesser großen ED(R) beträgt zwischen 45 Sekunden und eineinhalb Minuten. Für polizeiliche Maßnahmen – egal welcher Natur – bleibt da keine Zeit.
    Dies hat Berlins Innensenator Körting am 23.07.2005 auch klar gesagt, jedenfalls bis er von seinem Parteifreund Stolpe zurück auf populistische Linie gebracht wurde.

  3. Militärische Maßnahmen wie sie von Unionspolitikern und dem notorisch Beckstein-hörigen SPD-Innenpolitiker Wiefelspütz immer wieder gefordert werden sind erstens ungeeignet und zweitens grundgesetzwidrig.
    Das bestätigt sowohl Bundesverteidigungsminister Struck, wie auch der Kommandeur der Nato-Luftverteidigungszentrale in Kalkar, Hans-Joachim Schubert.

  4. Privat- und Berufspiloten in der Bundesrepublik müssen sich bereits jetzt einer äußerst strengen Sicherheitsüberprüfung unterziehen, die für andere Berufs- oder Interessensgruppen undenkbar wäre.
    Flugplätze der Allgemeinen Luftfahrt sind personell eng umgrenzte Einrichtungen, in denen Fremde oder verdächtige Personen umgehend auffallen. Auch hier muss sich jede Maßnahme zur so genannten „Verbesserung der Sicherheit“ an der Verhältnismäßigkeit im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln und technischen Einrichtungen messen.

    Wäre der Zugang zu Autos oder Baufahrzeugen derart reglementiert und bürokratisiert wie der Zugang zu Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt, müsste jeder Autofahrer bevor er sich ans Steuer setzt eine grundgesetzwidrige Sicherheitsüberprüfung über sich ergehen lassen. Zudem müsste bei der Ausfahrt aus der Garage eine Amtsperson (Fahrleiter) den Vorgang überwachen und zusammen mit Zeit, Fahrtziel, Zweck und Insassenzahl in ein amtliches „Fahrbuch“ eintragen.

  5. Es gibt in Deutschland keine Hobbypiloten. Der Begriff ist irreführend, weil er suggeriert, dass hier Bürger einer Tätigkeit nachgehen, die sie nicht vollständig überschauen. Diese Vorstellung ist abwegig. Es gibt – genau wie im Straßenverkehr auch – unterschiedliche Lizenzen. Wie beim Führerschein berechtigt die eine, die so genannte Privatpilotenlizenz, dabei zum Ausüben der entsprechenden Tätigkeit im privaten Bereich. Daneben gibt es andere Lizenzen die – wie beim Kfz-Verkehr auch – zum gewerbsmäßigen Ausüben der Tätigkeit berechtigen.

    Bei allem Verbesserungspotential, dass die Pilotenausbildung in Deutschland birgt, ist die Ausbildung zum Privatpiloten um ein Vielfaches umfangreicher, aufwendiger und teurer, als beispielsweise der Erwerb der höchsten aller Fahrerlaubnisse im Güterkraftverkehr!
    Ein zum Privatpilot ausgebildeter Bürger ist vollumfänglich in der Lage verantwortungsbewusst und professionell am Luftverkehr teilzunehmen. Er muss sich darüber hinaus regelmäßigen Prüfungen (IFR-Checkflug) oder Übungen (JAR-Übungsflug) unterziehen.

    Von „Hobbypiloten“ zu sprechen ist also genauso abwegig wie 55 Millionen Inhaber einer Fahrerlaubnis in Deutschland als „Hobbyfahrer“ zu bezeichnen. Der Begriff zeugt von einem tiefem Unverständnis der Materie, wenn nicht gar von ausgeprägter Borniertheit und Neidkultur.



Was bleibt also? Die Politik in der Bundesrepublik hat ein weiteres mal gezeigt, dass sie sich von irrationalen Ängsten und Wahlkampfhysterie mehr leiten lässt als von sachlichen Überlegungen und nachprüfbaren Argumenten.
Personen, die eine sachliche Note in die Diskussion bringen, wie Berlins Innensenator Körting, werden parteipolitisch auf Linie gebracht, Bürger, die ein Flugzeug nutzen mit dem gleichen Recht mit dem andere ein Auto, Boot oder Fahrrad verwenden werden als „Hobbypiloten“ diffamiert.

Es liegt an uns!

Es liegt an uns durch unser Verhalten und durch immer wieder neue Argumentation und Öffentlichkeitsarbeit den massiven Vorurteilen breiter Bevölkerungsschichten in Punkto Luftfahrt entgegen zu treten. Eine einige, kampfeslustige und schlagkräftige Interessensvertretung würde dabei sicher sehr helfen.

Wenn Sie sich mit den oben dargelegten fünf Argumentationspunkten identifizieren können, dann bitten wir Sie diese an Ihre lokalen Medienvertreter weiter zu senden.

Auch Ihr Bundestagsabgeordneter würde sich über Post zu diesem Thema zweifellos sehr freuen. Fragen Sie ihn doch einmal wie er die am 29.7. durch die Bundesregierung getroffenen Maßnahmen mit diesen klaren und nachprüfbaren Argumenten in Deckung bringt.

Wie werden im Septemberheft von Pilot und Flugzeug die flugbetrieblichen Aspekte dieses ED(R) beleuchten und vor allem der Frage nachgehen, wieso in DFS-Deutschland Städte, die einen Luftraum D und darüber einen Luftraum C haben nach VFR eigentlich immer so elend tief überflogen werden müssen...



Gruß

Romeo Mike
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