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NiTh
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 03.01.2018
Beiträge: 10
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2018 8:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

-->B1900D Ich denke mal es gibt schlimmeres Wink

Habe heute mit Swiss Airline gesprochen und mir weitere Infos eingeholt.
So langsam bestätigt sich mein Gefühl. Lieber eine Ausbildung über eine Airline machen als Privat bei RWL. Nächste Woche habe ich meinen persönlichen Gespräch bei RWL und bin mal gespannt, was dabei rauskommt.
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ChuckN
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Anmeldungsdatum: 29.05.2013
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2018 9:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann dir schon heute sagen was dich da erwartet.
Sie werden dir die Schulungsräume zeigen und dir ein positives Gefühl vermitteln. Schulungsflotte, ein paar fesche Mädels, die da vielleicht rumlungern, ein kesser Fluglehrer und als Highlight wahrscheinlich ein Besuch im Simulatorzentrum. 737 sowie 320 - Wooow!
Klar, hier und da werden sie vielleicht auch ein bisschen die Realität durchscheinen lassen. Ja, wir haben ein paar Kontakte. Ja, es hat schon mal der ein oder andere einen Cockpitjob bekommen. Letztenendes wirst du mit einem positiven Gefühl vermittelt von der RWL aus der elektrischen Schiebetür hinausspazieren. Wirkt alles toll. Die Rechnungen können sie auch sehr gut schreiben und schau dir die Autos vom Personal ruhig auch mal an Wink Besonders das vom Cheffe. Der Bundesanzeiger liefert auch ein paar Infos darüber, was das für ein Multi-Millionen-Betrieb ist. Die wollen an deine Knete und liefern dir dafür das Können für eine Lizenz, die tausende in Deutschland besitzen und mit der abertausende in Europa versuchen einen Platz im Cockpit zu ergattern. Frag' die VC wie viele tausende einen Job im Europa suchen. Meinst du, tausende Piloten bei Ryanair fliegen als Scheinselbständige mit prekären Arbeitsvertrag weil die das so toffte finden? Ich persönlich kann dir eine Person von der RWL bestätigen, die einige Zeit nach Abschluss der Ausbildung Suizid begangen hat. Aber wie gesagt, du wirst im Internet und dort persönlich nur von Sonnenschein und Erfolgsgeschichten hören. Kannst dich auch mal in DUS am Airport bei den ganzen Flughafendienstleistern umhören, wie viele dort Koffer schleppen und einen frozen ATPL von der RWL haben.
Viel Erfolg.
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NiTh
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 03.01.2018
Beiträge: 10
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2018 9:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Klare Worte und eine klare Meinung über RWL. Sprichst du aus Erfahrung oder beziehst du dich auf andere Quellen/Personen ?

Also es bestätigt sich mehr und mehr die Lizenz nicht bei "Subunternehmer" zu machen.

Vielen Dank an alle die Ihre Meinung hier abgegeben haben, dies hilft mir persönlich viel.
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ChuckN
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Anmeldungsdatum: 29.05.2013
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: Do Jan 04, 2018 9:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Kenne das Business 'Luftfahrt' ganz gut und ich weiß über einige Bekannte was an der RWL so abgeht. Meine fliegerischen Lizenzen habe ich dort aber nicht erworben. Das Geschriebene gilt nicht nur für die RWL, sondern auch für andere private Flugschulen. Das kann man analog auf etliche so anwenden. Möchte da aber nicht ins Detail gehen. Meine Botschaft solltest du aber klar verstanden haben. Mach' dir dein eigenes Bild, denke darüber nach und triff die für dich richtige Entscheidung.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1975

BeitragVerfasst am: Fr Jan 05, 2018 6:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dass stimmt. Auch am Flughafen Köln/Bonn hatten ab dem Jahr 2001, als die Billigsparte Germanwings, HLX aufgezogen wurde fast alle Ramp-Agenten und Flughafenops'ler nen Pilotenschein...

Sobald man in der Flugschule drin ist, verschwindet die Freundlichkeit auch recht schnell und man ist für die auch nur eine gewinnbringende Nummer - dass hat mich oft genervt und teilweise veranlasst, die Schule zu wechseln (Noch ein Grund für Modular...). Nur den Geschäftsmännern die nen PPL machen wollten, die mit dicken Autos vorgefahren sind und vielleicht ihren Söhnen, ist man noch in den Allerwertesten gekrochen...

Aber wenn man dann den Lappen hat, dann kommt es auf einen selber an, in wie fern man etwas damit anfangen kann und Erfolg hat. Viele haben halt keine Bereitschaft erstmal ein paar Jahre für wenig Gehalt Einmot im Busch, oder schwierige Turboprop-missionen in Kriesengebieten zu fliegen, bevor es auf das erste Jetmuster geht. Für mich war das aber der einzig richtige Weg - ich beneide keinen, der mit 200 Stunden direkt auf nem Airbus gelandet ist und würde niemals tauschen wollen. Ich hätte auch kein Problem damit, wieder Buschpilot zu werden - dann aber als Selbständiger mit eigener Maschine. Das war einfach eine geile Zeit.
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mxwell2k12
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Anmeldungsdatum: 18.06.2012
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2018 4:46 am    Titel: Antworten mit Zitat

Wie genau hast du das damals denn angestellt B1900D? Meines Wissens nach kann man als deutscher Staatsbürger auch in Afrika nicht einfach ankommen und unbefristet anfangen zu arbeiten.
Ich denke, dass so eine Erfahrung einen fliegerisch nur bereichern kann.
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B1900D
Captain
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1975

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2018 9:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja, in Namibia wo das Ganze damals seinen Anfang nahm, musste ich trotz meiner südafrikanischen Privilegien antreten wie alle anderen Expats auch und über die Firma alle 3 Monate ein Arbeitsvisum beantragen (als man mir nach 2 Jahren endlich ein Jahresvisum erteilen wollte, war ich aber schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Job in einem anderen Land, um statt Avgas endlich Jet-A1 zu tanken...).

Das Geheimnis dort einen Job zu landen, liegt nicht nur an fliegerischen Fähigkeiten und Kompetenzen, die als selbstverständlich vorausgesetzt werden, sondern auch ob man das Land geographisch, geologisch und die Kultur, in dem man operiert, intensiv studiert hat und seinen Gästen ein unvergessliches interaktives Natur-Urlaubserlebnis bieten kann. Trotz reichlich vorhandenen Vorkenntnissen, habe ich zusätzlich noch eine Zertifizierung zum Naturreiseleiter absolviert.

Einfach nur Pilot sein, solche Bewerber gibt es wie Sand am Meer, aber mit der Zusatzqualifikation hatte ich einen Trumpf im Lebenslauf - 3 Firmen wollten mir innerhalb 7 Tagen einen Vertrag anbieten.

Die Tätigkeit als Buschpilot hat mir wiederum dann später viele Türen geöffnet, und tut das auch jetzt zum Teil noch, weil sich so mancher Interviewer und Entscheider z.B. nach Überprüfung meiner fliegerischen Basiskompetenz lieber über Safaris in Afrika unterhalten wollte, als über die Tätigkeit, für die ich mich bei denen gerade beworben hatte.

Es bringt unheimlich viel, wenn man sich bei so vielen Bewerbern irgendwie hervorheben kann und Extras bieten kann, die für eine Firma interessant sind, damit man in Erinnerung bleibt. Das Interview muss denen einen Mehrwert vermitteln und Spaß machen und da kann man unheimlich viel mit substanziellen Qualifikationen und Persönlichkeit beeinflussen.

Das sind halt wirklich nur Türöffner und auch nur als solche zu verstehen - fliegerisch muss man natürlich dann auch immer positiv durch das ganze Assessmentprogramm und später das Linetraining mit dem Line Check bestehen und dann auch konstant eine sehr gute und sichere Arbeitsleistung bringen - da kommt man kurz oder lang nicht drum herum - man will ja auch positive Referenzen und Zeugnisse sammeln, damit es dann beruflich stetig nach oben geht. Das erleichtert das Vorankommen sehr.

Die Lizenz zu erwerben ist nicht die eigentliche Schwierigkeit. Viele fallen danach in ein Loch, weil sie für das "danach" kein eigenes weiterführendes Konzept haben, um die Chancen auf Erfolg zu erhöhen. Wer sich selber beschränkt, hat weniger Chancen, dass liegt in der Natur der Sache.

Darum ist es aber auch so schwer, hier Ratschläge zu vermitteln, weil wir ja doch alle irgendwie ganz Individuell sind. Für den einen kommen Dinge, die ich z.B. gemacht habe, gar nicht erst in Frage, weil andere Persönlichkeit und andere Bereitschaft, andere Lebenssituation.

Es gibt viele Möglichkeiten und es geht darum den richtigen Weg für sich selber zu finden (LH, Swiss, CTC i.e. Airliner, BW, BizAv, Polizei, Springer absetzen, Inselflug oder was auch immer) - manchmal bedeutet dass aber auch, einen komplett anderen Weg außerhalb der Luftfahrt, wenn sich die Dinge nicht ergeben. Alles im Leben hat Gründe - auf vieles kann man Einfluss nehmen, auf vieles Andere eben nicht (ich sehe das stoizistisch.)

Leider findet man das nur durch eigenes aktiv werden heraus und hier kann viel diskutiert und herumgeredet werden, bringt Dir aber persönlich nichts. Das fängt ja schon bei den eigenen finanziellen Möglichkeiten an (und hört dort nicht auf).

Das den Leuten gebetsmühlenartig zu erklären, ist der einzige Grund, warum ich hier in diesem Forum Beiträge schreibe - damit vielleicht der ein oder andere junge Mensch mal selber jenseits des Kollektivs denken lernt, seine eigenen Grenzen realistisch evaluiert und sein Leben aus eigenem Impuls heraus selbstverantwortlich angeht. Informationen über die Risiken gibt es ja reichlich.

Geh und bewirb Dich halt bei den Airlines oder mach PPL, CPL, ATPL oder was auch immer und investiere was für Dich realistisch ist, um es für Dich herauszufinden - dazu muss man vielleicht mal irgendwo mit der eigentlichen Materie anfangen.

Ich habe die Ausbildung zum Piloten damals nur zum Spaß nebenberuflich gemacht, der Rest ist Geschichte.
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NiTh
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 03.01.2018
Beiträge: 10
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2018 1:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D, wirklich guter Post und dafür danke ich dir. Solche aussagen bringen mich und ich hoffe auch andere Leute zum nachdenken.
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ChuckN
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Anmeldungsdatum: 29.05.2013
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2018 1:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Man muss leider auch eindeutig festhalten, dass Geld bei der Jobfindung eines Cockpitarbeitsplatzes eine nicht unerhebliche Rolle spielen kann. Außerdem werden nicht gerade wenige Stellen unter der Hand vergeben. Dies sollte man auch noch berücksichtigen. Wie gesagt, es tummeln sich tausende mit einem frozen ATPL auf dem Markt. Die großteils erodierenden Bedingungen kommen nicht daher, weil die Bewerber dies so toll finden (beispielsweise die Scheinselbständigkeit bei Ryanair). Mehr möchte ich nicht hinzufügen.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1975

BeitragVerfasst am: Sa Jan 06, 2018 3:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ChuckN hat folgendes geschrieben:
Man muss leider auch eindeutig festhalten, dass Geld bei der Jobfindung eines Cockpitarbeitsplatzes eine nicht unerhebliche Rolle spielen kann. Außerdem werden nicht gerade wenige Stellen unter der Hand vergeben. Dies sollte man auch noch berücksichtigen. Wie gesagt, es tummeln sich tausende mit einem frozen ATPL auf dem Markt. Die großteils erodierenden Bedingungen kommen nicht daher, weil die Bewerber dies so toll finden (beispielsweise die Scheinselbständigkeit bei Ryanair). Mehr möchte ich nicht hinzufügen.


Ja, das ist alles richtig. Auch die Story von Deadalus737 ist nicht an den Haaren herbeigezogen - es gibt echt viele rückratlose A-löcher in dieser Branche, besonders bei den kleineren Firmen - da braucht man ein ganz dickes Fell. Wer seinen Prinzipien treu ist, der wird öfter mal die Firma wechseln, freiwillig, sowie auch unfreiwillig.
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mxwell2k12
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Anmeldungsdatum: 18.06.2012
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: So Jan 07, 2018 3:33 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Na ja, in Namibia wo das Ganze damals seinen Anfang nahm, musste ich trotz meiner südafrikanischen Privilegien antreten wie alle anderen Expats auch und über die Firma alle 3 Monate ein Arbeitsvisum beantragen (als man mir nach 2 Jahren endlich ein Jahresvisum erteilen wollte, war ich aber schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Job in einem anderen Land, um statt Avgas endlich Jet-A1 zu tanken...).

Das Geheimnis dort einen Job zu landen, liegt nicht nur an fliegerischen Fähigkeiten und Kompetenzen, die als selbstverständlich vorausgesetzt werden, sondern auch ob man das Land geographisch, geologisch und die Kultur, in dem man operiert, intensiv studiert hat und seinen Gästen ein unvergessliches interaktives Natur-Urlaubserlebnis bieten kann. Trotz reichlich vorhandenen Vorkenntnissen, habe ich zusätzlich noch eine Zertifizierung zum Naturreiseleiter absolviert.

Einfach nur Pilot sein, solche Bewerber gibt es wie Sand am Meer, aber mit der Zusatzqualifikation hatte ich einen Trumpf im Lebenslauf - 3 Firmen wollten mir innerhalb 7 Tagen einen Vertrag anbieten.

Die Tätigkeit als Buschpilot hat mir wiederum dann später viele Türen geöffnet, und tut das auch jetzt zum Teil noch, weil sich so mancher Interviewer und Entscheider z.B. nach Überprüfung meiner fliegerischen Basiskompetenz lieber über Safaris in Afrika unterhalten wollte, als über die Tätigkeit, für die ich mich bei denen gerade beworben hatte.

Es bringt unheimlich viel, wenn man sich bei so vielen Bewerbern irgendwie hervorheben kann und Extras bieten kann, die für eine Firma interessant sind, damit man in Erinnerung bleibt. Das Interview muss denen einen Mehrwert vermitteln und Spaß machen und da kann man unheimlich viel mit substanziellen Qualifikationen und Persönlichkeit beeinflussen.

Das sind halt wirklich nur Türöffner und auch nur als solche zu verstehen - fliegerisch muss man natürlich dann auch immer positiv durch das ganze Assessmentprogramm und später das Linetraining mit dem Line Check bestehen und dann auch konstant eine sehr gute und sichere Arbeitsleistung bringen - da kommt man kurz oder lang nicht drum herum - man will ja auch positive Referenzen und Zeugnisse sammeln, damit es dann beruflich stetig nach oben geht. Das erleichtert das Vorankommen sehr.

Die Lizenz zu erwerben ist nicht die eigentliche Schwierigkeit. Viele fallen danach in ein Loch, weil sie für das "danach" kein eigenes weiterführendes Konzept haben, um die Chancen auf Erfolg zu erhöhen. Wer sich selber beschränkt, hat weniger Chancen, dass liegt in der Natur der Sache.

Darum ist es aber auch so schwer, hier Ratschläge zu vermitteln, weil wir ja doch alle irgendwie ganz Individuell sind. Für den einen kommen Dinge, die ich z.B. gemacht habe, gar nicht erst in Frage, weil andere Persönlichkeit und andere Bereitschaft, andere Lebenssituation.

Es gibt viele Möglichkeiten und es geht darum den richtigen Weg für sich selber zu finden (LH, Swiss, CTC i.e. Airliner, BW, BizAv, Polizei, Springer absetzen, Inselflug oder was auch immer) - manchmal bedeutet dass aber auch, einen komplett anderen Weg außerhalb der Luftfahrt, wenn sich die Dinge nicht ergeben. Alles im Leben hat Gründe - auf vieles kann man Einfluss nehmen, auf vieles Andere eben nicht (ich sehe das stoizistisch.)

Leider findet man das nur durch eigenes aktiv werden heraus und hier kann viel diskutiert und herumgeredet werden, bringt Dir aber persönlich nichts. Das fängt ja schon bei den eigenen finanziellen Möglichkeiten an (und hört dort nicht auf).

Das den Leuten gebetsmühlenartig zu erklären, ist der einzige Grund, warum ich hier in diesem Forum Beiträge schreibe - damit vielleicht der ein oder andere junge Mensch mal selber jenseits des Kollektivs denken lernt, seine eigenen Grenzen realistisch evaluiert und sein Leben aus eigenem Impuls heraus selbstverantwortlich angeht. Informationen über die Risiken gibt es ja reichlich.

Geh und bewirb Dich halt bei den Airlines oder mach PPL, CPL, ATPL oder was auch immer und investiere was für Dich realistisch ist, um es für Dich herauszufinden - dazu muss man vielleicht mal irgendwo mit der eigentlichen Materie anfangen.

Ich habe die Ausbildung zum Piloten damals nur zum Spaß nebenberuflich gemacht, der Rest ist Geschichte.



Super Post - danke dafür! Da kann ich dir im Endeffekt nur zustimmen, eine gewisse Eigenverantwortung sollte man prinzipiell haben, wenn man sich in dieses Berufsfeld begibt - und das fängt bei der Recherche bereits an.
Falls du mit deinem letzten Absatz speziell mich angesprochen hast - das habe ich bereits getan, PPL ist in wenigen Wochen durch.
Dann wird erst einmal noch das Studium beendet und sodann weitergeschaut. Da ich letztes Jahr auch längere Zeit in Afrika verbracht habe, konnte ich deine Nostalgie gewissermaßen nachvollziehen. Smile
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B1900D
Captain
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1975

BeitragVerfasst am: So Jan 07, 2018 5:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe alle angesprochen, die sich angesprochen fühlen. Diese Frage kommt ja hier ständig im Forum...

Jetzt an Dich: Ja, das ist doch gut und weil Du Schritte unternommen hast, öffnet sich ein potenzielles Fenster, dass Du in Deiner eigenen Zeit weiter öffnen kannst. So geht es vor allem schuldenfrei - ich hatte nie genug Geld, glaube ich habe damals 5000€ für den PPL angespart als ich mit der Ausbildung angefangen habe und habe dann kontinuierlich monatlich 500€-1000€ meines damaligen Gehaltes in das neue Hobby investiert - ich hatte kein Auto und die Leute haben immer dumm geschaut, wenn ich mit dem Fahrrad angeradelt kam.

Nach PPL bin ich je nach finanzieller Lage so 2-3 Stunden im Monat geflogen, manchmal aber auch Monate gar nicht - den Rest habe ich gespart, weil ich mir dachte, vielleicht will ich nicht mein ganzes Leben für dieses teure Hobby bezahlen, sondern eines Tages dafür bezahlt werden.

Allerdings waren die Kosten für CPL/IR mir in Deutschland dann doch zu viel des Guten (bzw. es hätte alles noch länger gedauert) und ich bin dann 2 Jahre nach Südafrika - guter Wechselkurs zum Euro und günstige Flugzeuge und Möglichkeiten zum jobben. Theorie immer per Fernlehrgang und ergänzenden Nahunterricht (der um Lichtjahre besser ist als der hiesige, weil der nicht über 2 Wochen, sondern über 2 Monate ging, für ein Bruchteil der Kosten.) Als das fertig war, immerhin 6 Jahre nach PPL, stand die Tür nach Namibia offen: ich hatte noch 400€ auf dem Konto bis zur Pleite übrig - aber genug für das Busticket und 2 Monate “Campingplatz“ am Flughafen Windhoek.

Das was ich in Südafrika gemacht habe, kann man auch ähnlich in USA oder anderen Ländern erreichen. Umschreiben und EASA haben dann auch nochmal mehr Zeit und Geld gekostet, aber bis dahin war vom Einkommen durch die Fliegerei genügend auf dem Konto auch z.B. für ein Type Rating (ich habe Ratings bezahlt bekommen sowohl auch selber bezahlt, wenn sich daraus gute Möglichkeiten ergeben).

Hört sich spannend an, aber es gibt auch viele Nachteile: Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt verstreut, beschränktes Privatleben, bisher keinen Raum für eine eigene Familienplanung - ein Leben nur für die Fliegerei und die Ungezwungenheit des Hobbies ist auch schon lange vorbei. Mein Cockpit ist dem eines modernen Airliners inzwischen quasi identisch - mal sehen was die nächsten Jahre so bringen...

Der eigentliche Punkt der ganzen Geschichte ist jedoch die Konsequenz meiner Entscheidungen. Hätte ich damals meine Bewerbung bei CityLine nicht kurz vor der GU zurückgezogen, wäre das Leben vielleicht in eine ganz andere Richtung gelaufen. Ich wurde sogar letztens von Eurowings schriftlich aufgefordert, doch eine Bewerbung anzustreben - ich habe den Brief in die Tonne gekickt. Weil mir vielleicht irgendein Psychologe sagen könnte, dass ich für den Job ungeeignet bin ? Weil ich mir z.B. an dem Tag bei irgendeinem VMC Test nicht genügend Symbole merken kann ? Obwohl meine Realität mir was anderes beweist, weil ich schon jahrelang ständig um die Welt jette und meinen Lohn nach Hause bringe ? Hätte, Hätte Fahrradkette...

Das muß ich mir nicht antun, ausser es gäbe keine andere Wahl. Ich gehe da lieber gleich in ein Simulatorassessment und lasse mich grillen und stehe für Interviews bereit. Dass kenne ich inzwischen und es funktioniert für mich.

Es gibt millionen Möglichkeiten im Leben, aber die eigene innere Lebenskraft wird in bestimmte Richtungen tendieren und letztendlich machen, was zu machen ist, weil die innere Motivation die Trägheit übersteigt und zur Tat schreitet und wenn der Ball erstmal ins Rollen kommt, dann rollt er hoffentlich in die richtige Richtung... let it roll.
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