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Thema: Arbeitsbedinungen, Gehalt, finazielle Alterssicherung

 
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Pflege
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 20.09.2017
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Mi Sep 20, 2017 8:48 pm    Titel: Thema: Arbeitsbedinungen, Gehalt, finazielle Alterssicherung Antworten mit Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Presse ist seit geraumer Zeit zu entnehmen in welcher Situation sich die Piloten bezüglich dem Thema Arbeitsbedinungen, Gehalt, finazielle Alterssicherung befinden.

Mit meinem Schreiben möchte ich Ihnen meine Sicht der Dinge zu o.g. Thema darstellen.

Zunächst möchte ich festhalten das das ureigene Interesse eines Piloten sowie allen Menschen es bei seiner beruflichen Tätigkeit ist gesund von einem Ort zum anderen zu kommen. Allerdings gibt es leider auch hier Außnahmen wie zum Beispiel das Unglück vom 24. März 2015.

Im Prinzip ist es also unerheblich ob der Pilot ein leeres Flugzeug steuert oder nicht.

Vor einigen Jahren war das Steuern eines Flugzeuges noch eine "Kunst". Heute ist das Steuern von einem Flugzeug nicht mehr zu vergleichen wie vor vielen Jahren.
Der Pilot kann auf eine Reihe von Sicherheitssystemen zurückgreifen welche ihn bei seinem Flug imens unterstützen z.B. modernste Autopilotfunktionen, Instrumentenlandesystem etc. Die Reihe ist lang. Außerdem stehen dem Piloten sogar Hotlines zur Verfügung mit welcher der Pilot bei z.B. techn. Problemen Kontakt aufnehmen kann. Nach dem Motto: Da werden Sie geholfen.

Im Grunde betrachte ich den Piloten heutzutage als ein "Busfahrer der Lüfte"

Und aus diesem Grund sind diverse Gehaltvorstellungen, Arbeitszeitbediungen usw. absurd.

Zur Erinnerung: das ureigene Interesse eines Piloten ist stets gesund und am Leben zu bleiben.

Über eine Darstellung ihrerseits würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

F. Hübner
Krankenpfleger in einer Universitätsklinik, Intensivstation, 100% Stelle, 300 Überstunden
Verheiratet, 4 Kinder
Jahresgehalt Brutto 55000 Euro
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Alexh
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 06.03.2007
Beiträge: 709
Wohnort: Lkr. Waldshut

BeitragVerfasst am: Do Sep 21, 2017 7:51 am    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für Ihren Beitrag.
Welche persönliche Erfahrung haben Sie bezüglich des Fliegens von Flugzeugen um Ihre Sichtweise mit Fakten untermauern zu können?

Mit freundlichem Gruß
_________________
Stur lächeln und winken, Männer! Lächeln und winken!
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B1900D
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Do Sep 21, 2017 10:11 am    Titel: Antworten mit Zitat

Keine große Motivation, um auf so etwas einzugehen, aber ich mach es jetzt mal trotzdem...

Ich denke, es ist ureigenes Interesse eines jeden psychisch gesunden Menschen, am Leben zu bleiben. Soviel dazu - verstehe es als Argument in diesem Kontext nicht...

Ja, einem Piloten stehen heutzutage viele Hilfsmittel zu, die es früher nicht gab, allerdings könnten diese trotz mehr oder weniger vorhandener Redundanz auch bei Ausfällen plötzlich nicht mehr zu Verfügung stehen.

Die ganze Technik und Systemlogik kann nur auf den aktuellen "Seinszustand" reagieren und nicht wie der Mensch "vorausdenken". (z.B. Fehlanflugverfahren einleiten Ja/Nein)

Es geht also nicht darum, ein Flugzeug sicher in der Luft und am Boden steuern zu können, sondern um Entscheidungsprozesse und Management - nicht nur während des Fluges, sondern während der ganzen Flugdienstzeit. Hierbei obliegt dem Kapitän die Verantwortung nicht nur über das Fluggerät, sondern über die gesamte Crew und letztendlich die Passagiere.

Was viele nicht verstehen, ist das man als Pilot zusätzlich extrem viel Zeit mit Dokumentation und Berichtsverfassung verbringt.

Während der Busfahrer einfach nur fährt und seinen Fahrplan möglichst einhält und evtl. ein Fahrtenbuch führt, hat der Pilot also schon mal eine Menge anderer Aufgaben zu erledigen, die nichts mit dem eigentlichen Fliegen zu tun haben. Der größte Unterschied sind dabei die erwähnten Entscheidungsprozesse, die sehr komplex sein können - natürlich stehen uns dabei die notwendigen Checklisten zur Verfügung, die abgearbeitet werden, trotzdem muss dabei immer die Sinnhaftigkeit, der Aktionen bedacht und zumindest hinterfragt werden, denn eine Checkliste schafft dann vielleicht erst einmal die gewünschte Abhilfe für ein sicheres weiterfliegen, allerdings ist es ein Kompromiss und es müssen dann als Folge manchmal wieder zusätzlich wichtige Entscheidungen getroffen werden, welches Verfahren eventuell als nötig erachtet wird, danach muss ständig geprüft werden, ob das angewendete Verfahren noch seinen Zweck erfüllt. Dazu sind sehr gute Systemkenntnisse, Kenntnisse der Flugbetriebsordnung, des internationalen Luftrechts, lokale Verfahren an jedem Ort der angeflogen wird und persönliche Erfahrung extrem wichtig.

Der Busfahrer kann derweil bei einem Problem einfach an den Straßenrand, bzw. an einen Rastplatz fahren und seine Gäste aussteigen lassen, damit sie auf einen Busersatz warten.

Die Fliegerei ist trotz Fortschritt der technischen Möglichkeiten für den Menschen eine hochkomplexe Angelegenheit. Das Fliegen unter normalen Umständen und bei gutem Wetter, ist relativ gut zu schaffen, aber es ist das ganze drumherum, wovon der Laie bzw. der Passagier nichts mitbekommt, was dabei arg stressig ist.

Jetzt zum Schluss möchte ich Ihnen den Unterschied so veranschaulichen:

Sie arbeiten in der Uniklinik als Krankenpfleger. Ich würde mal denken, dass der Beruf des Piloten, eher dem eines Facharztes relativ ähnlich kommt - dass weiß ich, weil ich einige Kollegen kenne, die bei ihrer Ambulanzflugtätigkeit viel mit Ärzten zu tun hatten.

Ärzte müssen während der OP auch wichtige Entscheidungen treffen, besonders, wenn die Routine nicht mehr eingehalten werden kann. Der Arzt verdient dafür normalerweise für seine Tätigkeit auch ein gutes Gehalt - natürlich gibt es da auch Ausnahmen, die gibt es aber auch bei Piloten - ja es gibt auch Piloten, die weniger verdienen als Sie, denn nicht jeder Pilot hat z.B. einen tollen Vertrag wie bei der Lufthansa und viele müssen zudem hohe Abstriche machen, weil sie ihre Ausbildung noch abtragen müssen. Auch ein Arzt hat viele Jahre an der Uni verbracht.

Als Flugbegleiter können Sie, meines Wissens, bei der Zeitarbeitsleistung, ein ähnliches Gehalt erzielen.

Ich denke z.B. auch nicht, dass Sie über 100000€ in Ihre Ausbildung als Krankenpfleger investiert haben ? Oder Sie haben auch nicht jahrelang monatlich von "Brot&Wasser" gelebt, um monatlich Geld für eine andere Karriere anzusparen ?

Sie sind verheiratet, 4 KInder... dazu kommen viele Piloten gar nicht, weil sie manchmal Glück haben, wenn sie ein paar mehr Nächte am Stück im eigenen Bett schlafen und es ist egal ob Wochenende oder Feiertag - rechtlich stehen ihm 7 Ortstage im Monat zu. Pilotenbeziehungen gehen ständig kaputt, je nach Heiratsstand und Situation, mit mehr oder weniger Folgen - darauf werde ich jetzt mal nicht eingehen - viele Kollegen trifft man abends an der Hotelbar, wo sie sich ihre Sorgen weg-trinken - Geld alleine macht halt nicht immer glücklich, aber für viele Piloten ist es die einzige Entschädigung - aber selbst diese ist Ihnen heutzutage nicht mehr sicher - denn ja, die Zeiten ändern sich.

Man muß das ganze halt in Relation sehen - man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Wir haben für unser Leben die freie Berufswahl - jeder hat so die Möglichkeit, dass zu werden, was er möchte - muss jedoch auch die nötige Qualifikation erlangen und das liegt nun mal am Individuum selber; niemand hat Sie gezwungen, Krankenpfleger zu werden. Wir leben zum Glück in einer freien Marktwirtschaft, wo jeder seiner Berufung nachgehen kann. Dass Berufe unterschiedlich entlohnt werden, lernt man in der Schule und gehört nun mal dazu.

Das ich mich persönlich nun zu einem höheren Gehalt "vermarkten" kann, liegt in erster Linie an meiner fachlichen Qualifikation, Lebenslauf und meinen Referenzen zu meinen Errungenschaften in meiner gewählten Profession.


Zuletzt bearbeitet von B1900D am Do Sep 21, 2017 10:27 am, insgesamt 2-mal bearbeitet
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gnarlberg
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Anmeldungsdatum: 05.04.2013
Beiträge: 313

BeitragVerfasst am: Do Sep 21, 2017 10:12 am    Titel: Antworten mit Zitat

gelöscht, B1900 beschreibt es richtig.






Ich bin Fassungslos.
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flapfail
Goldmember
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
Beiträge: 5548
Wohnort: OGLE-2005-BLG-390Lb

BeitragVerfasst am: Do Sep 21, 2017 2:03 pm    Titel: Re: Thema: Arbeitsbedinungen, Gehalt, finazielle Alterssiche Antworten mit Zitat

Pflege hat folgendes geschrieben:

Im Grunde betrachte ich den Piloten heutzutage als ein "Busfahrer der Lüfte"

Und aus diesem Grund sind diverse Gehaltvorstellungen, Arbeitszeitbediungen usw. absurd.


F. Hübner
Krankenpfleger in einer Universitätsklinik, Intensivstation, 100% Stelle, 300 Überstunden
Verheiratet, 4 Kinder
Jahresgehalt Brutto 55000 Euro


Sorry, aber mit ihrer "Betrachtungsweise" die sie vom Beruf eines Piloten haben, erübrigt sich jede sinnvolle Antwort darauf.

Ich würde ihnen daher raten, in Zukunft auf das Fortbewegungsmittel" Flugzeug" zu verzichten, um "absurden Arbeitnehmern wie Piloten" erst gar nicht zu begegnen.
Mit freundlichen Grüßen
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gnarlberg
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Anmeldungsdatum: 05.04.2013
Beiträge: 313

BeitragVerfasst am: Do Sep 21, 2017 2:12 pm    Titel: Re: Thema: Arbeitsbedinungen, Gehalt, finazielle Alterssiche Antworten mit Zitat

flapfail hat folgendes geschrieben:
Pflege hat folgendes geschrieben:

Im Grunde betrachte ich den Piloten heutzutage als ein "Busfahrer der Lüfte"

Und aus diesem Grund sind diverse Gehaltvorstellungen, Arbeitszeitbediungen usw. absurd.


F. Hübner
Krankenpfleger in einer Universitätsklinik, Intensivstation, 100% Stelle, 300 Überstunden
Verheiratet, 4 Kinder
Jahresgehalt Brutto 55000 Euro


Sorry, aber mit ihrer "Betrachtungsweise" die sie vom Beruf eines Piloten haben, erübrigt sich jede sinnvolle Antwort darauf.

Ich würde ihnen daher raten, in Zukunft auf das Fortbewegungsmittel" Flugzeug" zu verzichten, um "absurden Arbeitnehmern wie Piloten" erst gar nicht zu begegnen.
Mit freundlichen Grüßen

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