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Sackgasse statt Traumjob - Lufthansa-Flugschüler unzufrieden
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Exhale
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Anmeldungsdatum: 10.12.2010
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 2:36 pm    Titel: Sackgasse statt Traumjob - Lufthansa-Flugschüler unzufrieden Antworten mit Zitat

quelle: http://www.aerointernational.de/airlines-nachrichten/sackgasse-statt-traumjob-lufthansa-flugschueler-unzufrieden.html


Unter den Flugschülern der Lufthansa macht sich Frust breit. Kurz vor der Festanstellung bremst das Unternehmen den Nachwuchs aus, weil der Bedarf überschätzt wurde.

Frankfurt/Main (dpa) - «Die Zukunft liegt wie ein schwarzes Loch vor einem.» Das sagt nicht etwa ein Schulabbrecher ohne Lehrstelle, sondern ein fast fertiger Pilot, ausgebildet an der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen. Der größte Luftverkehrskonzern Europas hat in seiner schrumpfenden Flotte derzeit keine Verwendung für den teuer ausgebildeten Nachwuchs, so dass sich unter den knapp 900 Flugschülern in den unterschiedlichen Ausbildungsstufen Frust und Angst um die persönliche Zukunft breit gemacht haben. Inzwischen ist die Situation zu einem offenen Konflikt herangereift, den Lufthansa nun auf Vorstandsebene befrieden will.

Dem Himmel so nah wähnten sich die Flugschüler bereits, als sie überhaupt zu der anspruchsvollen Ausbildung angenommen worden waren. Nur rund 6 Prozent der jährlich an die 7000 Bewerber bestehen den DLR-Härtetest, wo neben technischem und naturwissenschaftlichem Verständnis insbesondere die Teamfähigkeit abgeklopft wird. Nach der strengen Vorauswahl gibt in der Ausbildung kaum noch wer auf oder stellt sich als ungeeignet heraus, so dass der Weg der jungen Flugschüler in der Vergangenheit meist direkt in die Cockpits der Lufthansa-Jets führte. Das dauerte zwar auch meist länger als die versprochenen 29 bis 33 Monate, aber am Ende lockte immer der sichere Traumjob, der innerhalb des Lufthansa-Konzerntarifvertrags (KTV) auch noch sehr gut bezahlt wurde.

«Wir brauchen die jungen Leute eines Tages dringend», sagt der Lufthansa-Manager und Flugkapitän Stefan Thilo Schmidt, Leiter der Nachwuchsgewinnung bei der Airline. Doch im Moment müsse Lufthansa erstmals in ihrer Geschichte mit den Folgen einer schrumpfenden Flotte zurechtkommen. Gleichzeitig gehen die vorhandenen Piloten später in den Ruhestand, da sie inzwischen bis ins Alter von 65 Jahren fliegen dürfen, statt wie früher bis 60. «Im Moment haben wir keinen Bedarf im Konzerntarifvertrag. (...) Wir haben Schüler aufgenommen für Flieger, die wir derzeit gar nicht haben.»

Ohnehin ist der Konzerntarifvertrag, nach dem noch gut die Hälfte der Piloten im weiten Lufthansa-Reich bezahlt wird, nicht das Segment, das Lufthansa-Chef Carsten Spohr für besonders zukunftsträchtig hält. Jahresgrundgehälter von bis zu 250 000 Euro plus etlicher Zulagen und Pensionszusagen seien nicht mehr konkurrenzfähig, glaubt Spohr und will unter der Dachmarke «Eurowings» ein konzerneigenes Billigangebot mit deutlich niedrigeren Gehaltstarifen nicht nur für die Piloten etablieren. An diesem Punkt hat sich der erbitterte Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» zugespitzt, der bereits zu zwölf Streiks geführt hat und derzeit geschlichtet werden soll.

Der Weg in den KTV ist im Moment versperrt, die letzte Einstellung datiert laut Lufthansa aus dem Vorjahr, auch die Ausbildung in Bremen liegt auf Eis. Aktuell gibt es fertig ausgebildete Flugschüler, die vor fünf Jahren mit ihrer Ausbildung begonnen haben. Mit ihrer bislang erworbenen Qualifikation, der Multi-Pilot-Lizenz, können sie außerhalb der Lufthansa nichts anfangen. Denn noch fehlt ihnen das Training im Flugbetrieb, das «Line-Training», das sie bei Lufthansa erst mit dem Arbeitsvertrag erhalten. Nur in Ausnahmen, die vom Luftfahrtbundesamt genehmigt werden müssen, dürfen die Bremer Schüler als Co-Piloten bei anderen Gesellschaften im Lufthansa-Konzern fliegen - zu schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen.

Der Frust bei den Betroffenen steckt tief. «Dieser schlechte Umgang mit uns ist nur möglich, weil es halt so ein Traum ist», sagt ein Flugschüler. Einige Absolventen in Bremen erzählen, dass sie gedrängt worden seien, die Pilotenausbildung umgehend zu beginnen. Nicht wenige haben dafür ihr Studium abgebrochen oder einen bereits erlernten Beruf aufgegeben. «Jetzt bin ich ein Abiturient mit Führerschein und hohen Schulden. Das habe ich mir anders vorgestellt», klagt ein 30 Jahre alter Betroffener. «Ich bin völlig abhängig, was mir von dem Laden angeboten wird.»

Auch die Kooperation mit dem Arbeitgeber in spe während der langen Wartezeiten läuft nach Aussagen der Flugschüler alles andere als reibungslos. Die besten kurzfristigen Verdienstmöglichkeiten böte noch der Job als Flugbegleiter, den tatsächlich auch viele angehende Piloten annehmen würden. Doch bei der Einstellung gebe es keine bevorzugte Behandlung, manche würden sogar als ungeeignet abgelehnt.

Für böses Blut unter den Schülern hat ein Vorschlag des Unternehmens gesorgt, der darauf hinausläuft, dass sich einzelne Schüler aus dem auch für sie unbefriedigenden Ausbildungsverhältnis herauskaufen sollen. Wegen der hohen Ausbildungskosten von bis zu 200 000 Euro pro Person waren in der Vergangenheit über Darlehen finanzierte Eigenanteile der Flugschüler üblich. Wer schließlich bei Lufthansa landete, musste in seinem Berufsleben rund 60 000 Euro zurückzahlen und wer einen Job im KTV ablehnte, um woanders Pilot zu werden, musste sogar die gesamten Kosten bezahlen.

Nun hat Lufthansa ein drei-stufiges Modell vorgeschlagen, nach dem ausscheidende Flugschüler bis zu 60 000 Euro zahlen sollen, sozusagen als Gegenwert für die erhaltene Ausbildung. Der Rücklauf ist bislang bescheiden, wie aus dem Unternehmen zu hören ist. Man wolle die Leute nicht loswerden, beteuert Nachwuchs-Chef Schmidt. «Das ist gedacht als Möglichkeit zum Ausstieg für Leute mit anderen Perspektiven, die nicht warten wollen, bis eine Stelle im Konzern frei wird.»

Über einen eigens gebildeten Rat der Nachwuchsflugzeugführer (NFF-Rat) haben die Schüler ihre Sorgen in der gesamten Lufthansa publik gemacht. Die Gewerkschaft VC unterstützt sie, kann aber auch keine Lösung präsentieren. «So sollte man mit dem Nachwuchs nicht umgehen. Man kann sie nicht auf ewig hinhalten», sagt VC-Sprecher Markus Wahl. Eine Lösung müsse auch am Tariftisch gefunden werden. Zum Monatsende schaltet sich die Unternehmensspitze ein. Lufthansa-Chef Spohr und seine fürs Personal zuständige Vorstandskollegin Bettina Volkens wollen sich die Sorgen der Flugschüler in Seeheim bei Frankfurt persönlich anhören.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 3:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hahaha - wer es immernoch nicht glaubt: ihr seit nicht mehr als Fußabtreter eines Konzerns. Gewöhnt Euch schonmal dran.
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flapfail
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
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BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 3:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Hahaha - wer es immernoch nicht glaubt: ihr seit nicht mehr als Fußabtreter eines Konzerns. Gewöhnt Euch schonmal dran.


Findest Du das echt so lustig? Rolling Eyes
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Es interessiert mich nicht, was andere über mich zu Wissen glauben - oder denken.....
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HF3221
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Anmeldungsdatum: 01.04.2003
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BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 3:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

flapfail hat folgendes geschrieben:
B1900D hat folgendes geschrieben:
Hahaha - wer es immernoch nicht glaubt: ihr seit nicht mehr als Fußabtreter eines Konzerns. Gewöhnt Euch schonmal dran.


Findest Du das echt so lustig? Rolling Eyes


Ganz offensichtlich tut er das. Warum auch immer...
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Flugmensch
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Anmeldungsdatum: 20.04.2011
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 3:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Hahaha - wer es immernoch nicht glaubt: ihr seit nicht mehr als Fußabtreter eines Konzerns. Gewöhnt Euch schonmal dran.


Das ist doch irgendwie jeder Angestellter, wenns drauf ankommt.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 4:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nein eigentlich finde ich das total schlimm, wie mit den Leuten umgegangen wird. Es ist leider mittlerweile überall so. Nur lässt man sich lieber von irgendwelchen Träumereien einlullen und nur darauf bezieht sich das Gelächter. Ich frage mich schon seid über 3 Jahren, wie so ein Konzern, so eine miserabele Nachwuchspolitik betreiben kann und die Leute sich auch noch naiv wie Schafe verhalten. Nur wird, wenn ich so etwas sage, natürlich wieder massiv darüber geschimpft. Dann gibt es auch noch so Vereine, wie z.B “Young Pilots“ die ernsthaft bekunden, warum für sie trotz der ganzen Lage kein anderer Beruf in Frage kommt - obwohl es reichlich Gründe gibt,die dagegen sprechen würden - aber auch diese Leute wissen natürlich immer alles besser und sind nochnichtmal in der Lage irgendwelche Kritik zu verstehen, ohne sich angegriffen zu fühlen.
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Heynes
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Anmeldungsdatum: 08.06.2011
Beiträge: 167

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 9:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ist leider die bittere Wahrheit.

Studiert und macht euch nicht von diesem Laden abhängig......
Kommt was vom KTV, kann man sich immernoch freuen, falls nicht, wayne.
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Winti
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Anmeldungsdatum: 08.04.2010
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: So Mai 24, 2015 10:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
...betreiben kann und die Leute sich auch noch naiv wie Schafe verhalten.


Es gibt halt junge Menschen , die in Deutschland bzw. im Lufthansa Konzern Pilot werden wollen. Diesen Wunsch kann ich ihnen auch nicht verübeln.

Wie die LH mit ihren NFFs umgeht ist sicher nicht schön, aber gibt es fliegerisch eine brauchbare Alternative in Deutschland?
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mo Mai 25, 2015 5:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Auch das habe ich bereits beantwortet in dem ich “eines Konzerns“ und nicht “des Konzerns“ geschieben habe und beinhaltet durchaus, dass es, wie Flugnensch gepostet hat, jeden Angestellten trifft...

Ich habe eigentlich einen 2 weeks on, 2 weeks off Vertrag - bin aber, weil die Manager es mit dem dafür nötigen Crewfaktor nicht so eng sehen, nie unter 3 weeks on und jetzt, wo noch ein Capo deswegen gekündigt hat, schon 6 Wochen am Stück im Dienst ohne Ende in Sicht -habe jetzt selber gekündigt und mache diesen Monat fertig -nächsten Monat komme ich nicht, weil erstens die vereinbarte Leistung schon erbracht wurde und zweitens die Firma die Kosten des anfallenden OPCs sparen will (es sind wohl schon 2 “billigere“ Piloten aus dem “Osten“ rekrutriert, die für die Hälfte doppelt so viel arbeiten) - soll mir recht sein und hoffe, dass der nächste Laden in der Hinsicht besser organisiert ist...war halt trotzdem ein cooler Gig für zwischendrin - aber jetzt reicht's. Sieht Gott sei Dank wieder gut für mich aus, aber dafür gibt es mit Sicherheit dort andere Macken zu entdecken, mit denen ich mich hoffentlich mal bis zur Fluguntauglichkeit arrangieren kann....
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LH3591
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 25, 2015 9:34 am    Titel: Antworten mit Zitat

Klingt ziemlich stressig und spaßbefreit
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Daedalus737
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Anmeldungsdatum: 04.01.2012
Beiträge: 246

BeitragVerfasst am: Di Mai 26, 2015 9:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

"Young Pilots" sind genau die richtigen, diese Vereinigung braucht die Branche - unbedingt. Vor allem als Kanonenfutter für P2F... YP ist genau der Typ Pilot von dem ich unlängst gesprochen habe: 1/3 Flugtauglich, 2/3 Selbstdarsteller, Schauspieler. Hab mit diesem "Typ" zu tun gehabt, äußerst anstrengend, müssen erstmal gebremst und an der Wurzel erschüttert werden.

Beweis: Young Pilot klingt toll (Marketing), "einfacher" FLugschüler nicht so... VC macht's genauso, beide ködern mit ihrem Namen und machen sich dem Wunsch des Individuum nach Zugehörigkeit zu etwas "scheinbar" wichtigem, bedeutsamen oder elitärem zu Nutze.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Di Mai 26, 2015 10:55 am    Titel: Antworten mit Zitat

Daedalus737 hat folgendes geschrieben:
"Young Pilots" sind genau die richtigen, diese Vereinigung braucht die Branche - unbedingt. Vor allem als Kanonenfutter für P2F... YP ist genau der Typ Pilot von dem ich unlängst gesprochen habe: 1/3 Flugtauglich, 2/3 Selbstdarsteller, Schauspieler. Hab mit diesem "Typ" zu tun gehabt, äußerst anstrengend, müssen erstmal gebremst und an der Wurzel erschüttert werden.

Beweis: Young Pilot klingt toll (Marketing), "einfacher" FLugschüler nicht so... VC macht's genauso, beide ködern mit ihrem Namen und machen sich dem Wunsch des Individuum nach Zugehörigkeit zu etwas "scheinbar" wichtigem, bedeutsamen oder elitärem zu Nutze.


Diese Pippi-Burschen sind völlig hohl in der Birne und völlig taub auf den Ohren - Ja ja.
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