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Militärflugsimulation = Vorteile für angehende Piloten?

 
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Dansch
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 04.11.2016
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Fr Nov 04, 2016 11:31 pm    Titel: Militärflugsimulation = Vorteile für angehende Piloten? Antworten mit Zitat

Hallo allerseits,

ich möchte gleich mal vorweg nehmen, dass der Titel und das Thema was ich damit ansprechen will reines Interesse an der Sache sind. Ich selber habe mit der echten Fliegerei nichts am Hut. Früher hat mich das zwar fasziniert und faszinierend finde ich es immer noch, aber ich stehe seit 25 Jahren fest im Berufsleben und in meiner 8 Jährigen Dienstzeit war ich Sanitäter und SanTrupführer einer Panzergrenadierkompanie...also Frontschwein Very Happy.
Allerdings habe ich einen Faible für die Militärflugsimulation.

Zur Sache.
Heutzutage gibt es sehr gute Flugsimulationen. Als Beispiel Nr 1 möchte ich da DCS World nennen. Ich denke das viele von den angehenden Piloten/Bewerbern hier dieses Spiel kennen. Für die die das nicht kennen möchte ich es mal so beschreiben.

Die US National Guard gibt/gab viel Geld dafür aus, um ihre Piloten von der A-10A auf die A-10C umzuschulen. Nun gibt es eine Firma, die ein Programm erschaffen hat, mit dem die Piloten sämtliche Vorgänge im Cockpit am PC üben können. Kombiniert mit Track IR und einem HOTAS System kommt man der tatsächlichen Situation im echten Cockpit sehr Nahe...muss ja auch, denn sonst würde das ganze keinen Sinn machen.
Nun hat aber diese Firma dieses Programm auch als "Computerspiel" für den Spielemarkt veröffentlicht. Die Komplexität ist die selbe wie das Original, die Avionik und die Flugzeugsysteme sowie die Flugphysik kommt der echten sehr nahe. Mit anderen Worten "der Kampfpilot im Wohnzimmer".Die Tiefe dieser Simulation erstreckt sich aber nicht nur auf die A-10, sondern auf eine ganze Menge an unterschiedlichen Flugzeugen und Hubschraubern. Das Spiel wird auch als Studysim bezeichnet, weil man eine sehr große Lernkurve meistern muss um überhaubt erstmal den ersten Take off erfolgreich zu meistern, ganz zu schweigen von den komplexen Waffensystemen, die simultan zum fliegen bedient werden müssen. All diese Vorgänge werden detailgetreu in DCS World simuliert...wie gesagt, der Kampfpilot im Wohnzimmer.

Jetzt nach dieser Einleitung zur eigentlichen Frage.

Haben Bewerber, die sich mit DCS World und einem Modul zu 100% auskennen, es heutzutage leichter als Bewerber, die absolut keine Tuchfühlung mit solchen Spielen gehabt haben? Oder ist es gerade andersrum, dass gerade die Kenntnis solcher Komplexen Simulationen eher nachteilig sind, weil man zu viele "theoretische" Werte bereits im Kopf hat und diese durch die echten Werte ersetzen muss?
Ich beziehe diese Frage mehr auf die hier erwähnten Phase II und Phase III. (Ich nehme jetzt mal die Bewerber raus, die echte Flugerfahrung wie Segelfliegen etc. haben.)

Sorry für diesen ersten Post in diesem Forum, aber diese Frage interessiert mich schon lange und ich denke das das hier der richtige Ort dafür ist.

Danke und Gruß
Dansch

PS: an alle angehenden Piloten und Bewerber wünsche ich viel Glück auf ihrem Weg ins Cockpit und eine stets sichere Landung
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obstsalat
Captain
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 728

BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 12:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Klares "Jein".

Jede Flugsimulation am heimischen PC bleibt um Welten entfernt von einer richtigen Simulation. Schon Bildschirm und Joystick sind weit weg von der Wirklichkeit. Von der simulierten Systemtiefe her hängt das sehr stark davon ab, was man damit macht. Es ist weniger das Vorhanden-Sein eines Schalter, als was man damit macht und wie man ihn einsetzt. Und da haben nunmal 99,9% der Leute draußen keine Ahnung.

Mit minimaler Wahrscheinlichkeit wird sich irgend eine heimische Simulation positiv auf Auswahl oder Ausbildung auswirken - wohl aber die dem zugrunde liegende Motivation bzw. das Interesse an diesem Themenfeld. Hoch motivierte Leute lernen den sie interessierenden Stoff leichter. Und wer hoch motiviert ist wird mit recht großer Wahrscheinlichkeit vorher durch dem heimischen PC versucht haben, an das Original heran zu kommen.

Die Phasen 2 und 3 sind auf "kein Vorwissen" zugeschnitten und messen auch etwas völlig anderes. Da kann man beruhigt mit dem offiziell zur Verfügung gestellten Material auskommen Wink
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Dansch
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 04.11.2016
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 2:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Obstsalat und Danke für Deine Antwort.

Ich habe wie gesagt keine eigene Erfahrung mit dem Auswahlverfahren und kenne diese nur aus den heutigen Medien. Früher war es ja schon Zufall wenn alle Jubeljahre mal eine Reportage darüber kam, heutzutage wird das Verfahren ja aus allen möglichen Ecken und Winkeln ausgeleuchtet und auf YouTube hochgeladen (ohne dabei zu viel zu verraten, weil es ja immer noch ein Auswahlverfahren sein soll, das das Potenzial eines Bewerbers, der sich nicht großartig vorbereitet hat, ausloten soll).

Darf ich dich fragen, ob Du DCS selber schon mal ausprobiert hast? Vlt. bist du ja selber aktives Mitglied in der Community...ich kenn dich ja nicht Smile.
Hast du selber einen (real) fliegerischen Hintergrund? Wenn ja, dann würde ich gerne mal die Realität mit der o.g. Simulation gegenüberstellen. Einfach mal um zu sehen wie tief das ganze wirklich reicht...wenn das für dich bzw. andere hier im Forum resp. überhaupt, OK ist natürlich. Gerade im Bezug auf Deine Aussage mit den 99,9% Smile.
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Schienenschreck
Moderator
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 3197
Wohnort: ZZ9 Plural Z Alpha

BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 11:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Es fängt ja schon bei einfachen Dingen wie dem Schalten eines ECM-Pods an.

In der Simulation sorgt beispielsweise ein eingeschalteter ECM-Pod dafür, dass gegnerische Radarsysteme innerhalb der Sendekeulen später aufschalten und feuern können.
Jetzt kann man meinen, hauptsache eingeschaltet, egal wann. Dass man wegen des aktiven Sendebetriebs durch die Luft schreit, nicht aufgeschaltet werden zu möchten, ist ein nicht unbedingt offensichtlicher Nachteil. Vielleicht wird in der Simulation noch simuliert, dass einige Raketen einen Home-on-Jam-Modus haben, also die Störquelle anfliegen. Irgendwo ist aber Schluss mit Realität, weil die Simulation sonst zu undurchschaubar wird.

Es ist also nicht unbedingt sinnvoll, aus dem Verhalten einer Simulation Schlüsse zu ziehen. Daher ist eine entsprechende Ausbildung auch kein Schnellkurs, sondern dauert mehrere Jahre, weil wahrscheinlich z.B. die Raffinessen hinter den Bedienhandlungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Gruß,
Schienenschreck
(Falcon-Nutzer ohne Militärbackground)
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Dansch
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 04.11.2016
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 11:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Schienenschreck hat folgendes geschrieben:


Es ist also nicht unbedingt sinnvoll, aus dem Verhalten einer Simulation Schlüsse zu ziehen. Daher ist eine entsprechende Ausbildung auch kein Schnellkurs, sondern dauert mehrere Jahre, weil wahrscheinlich z.B. die Raffinessen hinter den Bedienhandlungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.


Hallo Schienenschreck,

bitte versteh mich nicht falsch. Mir ist durchaus bewusst, dass wir hier über die Königsdisziplin der Fliegerei reden, wenn es um die Ausbildung von Jetpiloten geht. Das man da keine (noch so tolle) Flugsimulation neben stellen kann und sagt "wenn du das kannst, kannst du alles", dieser Faktor ist mir absolut bewusst.

Bei meiner eingänglichen Frage, geht es ja auch mehr um die Frage, ob man einen gewissen Vorteil hat, wenn man aus einer Flugsimulation heraus Begriffe wie z.B. AoA, Bank, downwind und was weiß ich noch alles kennt und seine Bedeutung versteht. Ich stell mir mit meinem absoluten Laienverständnis es nur so vor, dass bestimmte Aspekte einer Simulation wie z.B. DCS einfach ein besseres Verständnis ermöglichen, wenn man dann mit der echten Materie in Kontakt kommt.

Natürlich kann man sich auf einer anderen Ebene mit der Frage beschäftigen, wie tiefgründig bestimmte Simulationen programmiert sind...du spielst Falcon BMS oder habe ich da was missverstanden?

Gruß
Dansch
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Schienenschreck
Moderator
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 3197
Wohnort: ZZ9 Plural Z Alpha

BeitragVerfasst am: So Nov 06, 2016 12:14 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dansch hat folgendes geschrieben:
Bei meiner eingänglichen Frage, geht es ja auch mehr um die Frage, ob man einen gewissen Vorteil hat, wenn man aus einer Flugsimulation heraus Begriffe wie z.B. AoA, Bank, downwind und was weiß ich noch alles kennt und seine Bedeutung versteht. Ich stell mir mit meinem absoluten Laienverständnis es nur so vor, dass bestimmte Aspekte einer Simulation wie z.B. DCS einfach ein besseres Verständnis ermöglichen, wenn man dann mit der echten Materie in Kontakt kommt.

Manche Sachen kann man schneller einordnen oder besser verstehen, bei anderen Sachen, die im Simulator recht einfach sind, wird man in der Realität überrascht sein (Abfangbogen).
Bei den von dir genannten allgemeinen Sachen geht das aber mit praktisch jeder nicht ganz primitiven Flugsimulation. Das durch Simulation erlangte Wissen über die Bedienung eines bestimmten Flugzeugtyps ist dann eher förderlich für die Motivation und man liest sich auch noch zwangsläufig ein bisschen Technikwissen an.

Dansch hat folgendes geschrieben:
Natürlich kann man sich auf einer anderen Ebene mit der Frage beschäftigen, wie tiefgründig bestimmte Simulationen programmiert sind...du spielst Falcon BMS oder habe ich da was missverstanden?

Hast du richtig verstanden.
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obstsalat
Captain
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 728

BeitragVerfasst am: So Nov 06, 2016 1:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Dansch, Ja, hab das mal beruflich gemacht...

Man nehme ein älteres Autorennspiel für den PC, Need for Speed 3 z.B., und frage sich dann, was man dadurch später in der realen Autofahrerei für Vorteile hat. Und der Unterschied "Flugsimulation vs reale (Militär)Fliegerei" ist noch um einiges größer.

Kurz: Das bringt kaum etwas und ist auch gar nicht nötig. Umgekehrt hat derjenige, der vorher nicht Flugsims gespielt hat, auch keine Nachteile.
Vorteilhaft ist IMMER, wenn man sich für das Thema wirklich interessiert - wie sich das äußert ist da sekundär. Es ist nichts dagegen zu sagen, aus Freude Flugsimulationen zu spielen - keine Frage. Der Effekt auf Auswahl/Ausbildung wird Null oder extrem niedrig sein.

Recht viele erfolgreich durch die Ausbildung gegangene Piloten hatten als Kind Flugzeugmodelle an der Zimmerdecke oder Flugzeugposter an den Wänden - ihr Erfolg lag aber nicht an den Modellen und Postern... Wink
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Dansch
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 04.11.2016
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: So Nov 06, 2016 3:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

obstsalat hat folgendes geschrieben:

Recht viele erfolgreich durch die Ausbildung gegangene Piloten hatten als Kind Flugzeugmodelle an der Zimmerdecke oder Flugzeugposter an den Wänden - ihr Erfolg lag aber nicht an den Modellen und Postern... Wink


Ich denke somit können wir das auch stehen lassen und bezeichne meine Frage damit mal als beantwortet.

Ich hatte früher auch mal Modelle gebastelt, Bilder gemalt und Poster aufgehangen. Das Interesse war in meiner Kindheit durchaus vorhanden, aber ich bin dennoch froh dass ich niemals auch nur den Versuch gemacht habe Pilot bei der Bundeswehr zu werden, denn die Enttäuschung währe spätestens im Eingangstest gekommen. Bei mir wurde Jahre später durch Zufall festgestellt, dass ich von Geburt an einen Gleitwirbel habe. Die Enttäuschung die ich voraussichtlich erlebt hätte möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Von daher bin ich ganz zufrieden mit meinem heutigen beruflichen Leben und den technischen Möglichkeiten die es heute gibt der Fliegerei zumindest simuliert nahe zu sein. Denn auch das macht schon eine Menge Spaß, wie mir Schienenschreck bestimmt bestätigen wird. Smile
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