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Erfahrungsbericht Phase2 1.9.15-8.9.15

 
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timae10
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Anmeldungsdatum: 23.09.2014
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: Do Sep 10, 2015 10:37 am    Titel: Erfahrungsbericht Phase2 1.9.15-8.9.15 Antworten mit Zitat

Hallo,
in dem nun folgenden Erfahrungsbericht, würde ich gerne meine persönlichen Erfahrungen bei dem von der Bundeswehr durchgeführten Test zur Untersuchung der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit mit euch teilen.
Zunächst möchte ich aber darauf hinweisen, dass dies nur meine eigenen Erfahrungen sind und von anderen abweichen können. Außerdem sind einige Details bezüglich des Interviews leicht abgeändert oder wurden bewusst weggelassen um nicht gegen die Vertraulichkeitsvorschriften zu verstoßen.

Anreise:

Da man bereits am Vortag anreisen sollte, machte ich mich also am Dienstag den 1.9.2015 mit dem Ice von Köln aus auf den Weg Richtung München. Wie hätte es anders sein sollen, als das dieser natürlich mit knapp einer Stunde Verspätung sein Ziel erreichte. In München angekommen nutze ich noch de Regio um bis nach Buchenau zu fahren, um dann von dort aus wieder zurück nach Fürstenfeldbruck mit der S4 zu fahren, da bis zum 13.9 noch zwischen Ffb und München- Pasing auf den Gleisen gebaut wird. In Ffb angekommen fuhr ich dann noch die letzten paar Kilometer mit dem Taxi bis zum Fliegerhorst, ihr könnt aber auch mit dem Bus fahren.
Gegen 17 Uhr meldete ich mich dann beim UvD und erhielt mein Schloss und den Stubenschlüssel. Außerdem noch den Fragebogen.Es dauerte etwa bis 20 Uhr bis meine Stubenkameraden eintrafen, die Zwischenzeit nutze ich noch etwas zum lernen. Nachdem wir uns erstmal alle etwas näher kennengelernt hatten, machten wir uns noch auf den Weg zum Dönerladen, welcher direkt beim Lidl zu finden ist und gingen dann auch relativ zeitig ins Bett um top fit für den nächsten Tag zu sein.

Testtag 1:

Am nächsten Morgen standen wir dann gegen 5 Uhr auf um noch Duschen zu gehen und pünktlich um 6 beim Frühstück zu sein, beachtet die langen Laufwege!
um 6:50 sollten wir dann in berühmten Sternenbau, der Flugpsychologie sein. Dort wurden wir dann auch recht pünktlich begrüßt und gaben Zeugnisse und Passbild ab. Danach kam noch ein Psychologe und gab noch einige Tipps.
Um 8 Uhr stand dann test 1 auf dem Programm. Hier sollte man ein Fadenkreuz mithilfe von Stick und Pedalen auf ein Flugzeug richten. Schaffte man dies für eine Sekunde so erhielt man einen Treffer. Hört sich leicht an, ist es aber nicht. Man hatte glaube ich 3 Probedurchgänge, indem es mir kein mal gelang das Kreuz auf das Flugzeug zu richten, da der Stick sehr sensibel war. Da war ich natürlich schon etwas geschockt, aber es gelang mit in den Testdurchläufen mehr und mehr Treffer zu generieren, da man sich doch gut an den Stick gewöhnen kann. Hier ein kleiner Tipp: Achtet auf eine schön ruhige und gleichmäßige Führung und vermeidet hasstische Bewegungen. im zweiten Teil dieses Tests kam dann noch eine Zusatzaufgabe hinzu, auf die ich aber nicht näher eingehen werde.
Der zweite Test bestand dann daraus, ein Fadenkreuz mit einem anderen Kreuz in der Mitte des Bildschirms und einen Balken auf eine senkrechte Linie mit den Padalen zu bringen. Außerdem sollte der Schub auf 90 Knoten gebracht werden. War einer dieser Dinge erfüllt schlug das Kreuz, der Balken oder die Geschwindigkeit aus und man musste es wieder in Gleichgewicht bringen. Mit diesem Test hatte ich persönlich am wenigstens Probleme und mir gelang es gut die Treffer zu generieren. Am einfachsten fand ich den Schub, da man dieses aus dem Augenwinkel recht gut beachten konnte und man ein Gefühl dafür entwickelt auf welcher Stellung des Schubhebels 90 Knoten sind. Nach diesen Tests waren erstmal 10 Minuten Pause angesagt, die ich auch wirklich vertragen konnte.
Danach ging es direkt mit Test 3 weiter. Hier sollte man innerhalb einer bestimmten Zeit maximal 3 Instrumente um einen bestimmten Wert ändern( Bsp: 60sek, +180 Grad, -2000 feet, Knoten von 100 auf 140). Nur die Werte ändern ging noch recht gut wenn man einmal den Bogen raus hatte, aber als dann im zweiten Teil noch die Matheaufgaben hinzukamen, welche mit den Pedalen ausgewählt werden, war es dann bei mir vorbei mit dem guten Gefühl in diesem Test. Etliche Werte liefen schonmal aus dem Ruder oder ich kam schon 10 Sekunden vorher bei den gewünschten Werten an und solche Geschichten. Klar gab es auch einige Runden wo es noch halbwegs im Rahmen war, aber ich dachte, dass diese Leistung wohl nicht ausreichen würde, aber ich hörte nicht auf und wollte im vierten Test nochmal alles geben.
In diesem sollte man mithilfe von einer Formel und den Werten auf den Instrumenten den Zielwert berechnen, also zb mit dieser Geschwindigkeit und dieser Entfernung komme ich dann am Ziel an. Klingt einfach dachte ich, aber den ersten Teil setzte ich vollkommen in den Sand. Ich hatte ein völliges Black Out, doofer Zeitpunkt wohlgemerkt.
Im zweiten Teil wurde dann mit Sink- und Steigrate gearbeitet. Auch spielte die Höhe jetzt eine Rolle. Hier lief es dann wie am Schnürchen und mir ging es leicht von der Hand die Ergebnisse auszurechnen.
Danach war dann auch schon Schluss mit den Tests, welche am "Simulator " gemacht wurden. Jetzt hieß es erstmal Mittagspause, die alle gut gebrauchen konnten.
Nach dieser folgten dann noch der Test, wo man Chinesische Schriftzeichen addieren sollte, sowie ein kleiner Mathetest, die beide nicht sonderlich schwer waren.
Das war es also schon für diesen Tag, da ich mein Interview erst am nächsten Tag mit 3 anderen zusammen haben sollte.
5 gingen noch am ersten Tag ins Interview, wovon es allerdings nur einer schaffte. Dementsprechend groß war natürlich die Anspannung, aber wir sagten uns immer, wenn wir so schlecht gewesen wären, hätten sie uns auch direkt nach Hause schicken können.
Am Abend setzten wir uns noch alle was zusammen und tauschten unsere Erfahrungen über den Tag aus. Natürlich war es für diejenigen, die schon raus waren eine bittere Enttäuschung.

Testtag2:

An diesem Tag verabschiedeten wir noch diejenigen, welche die Heimreise antraten, bevor es für 2 von uns um 8:30 und für mich und meinen Stubenkameraden um 10 Uhr ins Interview ging.
Es flammte etwas Zuversicht auf als beide, die um 8:30 im Interview waren, bestanden hatten.
Nun war ich also dran. Pünktlich um 10 wurde ich von einem Psychologen abgeholt und die Nervosität stieg an.
Am Anfang dies Interviews wurden erstmal einige Fragen zur schulischen Laufbahn und eventuell schlechten Noten, sowie zum Lebenslauf gestellt. Danach ging es schon ins eingemacht und es folgten echt viele Fragen die ein fundiertes Wissen über die Luftwaffe voraussetzten. Hier will ich euch ans Herz legen, lernt wenn ihr wie ich Fläche fliege wollt, einfach alle Daten über die Transall, den A400m und alle anderen Flugzeuge der Flugbereitschaft, sofern diese für euch in Frage kommt, auswendig. Ihr werdet es brauchen! Mit Daten meine ich auch Sachen wie, wieviel Schub erzeugen die Triebwerke der Transall! Des Weiterne solltet ihr über Flugphysik und Triebwerksfunktion bescheid wissen.
Da ich mich zum Glück gut vorbereitet hatte verließ das Gespräch sehr angenehm und ich konnte fast alle Fragen beantworten. Je mehr ihr redet, desto weniger könnt ihr ausgefragt werden!
Ca. 40 Minuten später wurde ich dann nochmal herausgebebten, damit sich der Psychologe mit einem Kollegen beraten konnte. Ich musste auch nur 2 Minuten warten, bevor ich wieder abgeholt wurde. Der Psychologe fackelte auch garnicht lange und verkündete das Ergebnis. GEEIGNET!!! Ich glaub ich habe erstmal einen Jubelschrei losgelassen, da ich damit in keinster Weise gerechnet hatte. Danach sprach er mit mir noch über meine Leistungen in den Tests. Keiner erwatet von euch in diesen Tests Wunder, sondern nur durchschnittliche Leistungen in allen Bereichen.
Nach dem erfreulichen Ergebnis wurde natürlich direkt Familie; Freundin und co informiert, aber viel Zeit zum ausruhen blieb nicht, da es direkt im Anschluss weiter zu den ärztlichen Tests ging.

Ärztliche Tests:

Bei diesen Tests handelt es sich kurzgefasst um einen komplett und ich meine koplett Check eures Körpers. Wenn ihr irgendwas habt, wird man es hier finden ( Hier ein kleiner Gruß an Simon Wink). Als langjähriger Fußballer hatte ich natürlich ziemlich bammel das etwas nicht ok sein könnte.
Da sich die Tests lange hinzogen und wir über das Wochenende bleiben mussten, fuhren wir alle kurzerhand Samstags nach München, wo wir etwas shoppen gingen und eine Fliegerwerft besuchten, die wirklich sehr zu empfehlen ist! Außerdem schauten wir alle zusammen abends Filme und spielten etwas Fußball. Wir bildeten eine wirklich nette Runde und verstanden uns alle super.
Montags standen dann nochmal einige Tests auf dem Programm bevor ich dann um 16 Uhr das Ergebnis bekommen habe. Bis auf 2 Ausschlüsse aus verschiedenen Gründen war ich für Fläche uneingeschränkt und für Tornado geeignet.
Es war geschafft!!
An dieser Stelle darf man ruhig etwas stolz auf sich sein, denn man hat schon einen weiten Weg gemeistert!
Das beste war wohl als noch ein Betreeungspilot zu uns kam und uns die Simulatoren für Phase 3 zeigte und uns von seinem Leben als Tornadopilot erzählte, sowie uns einige Videos von Flügen zeigte. Wir verbrachten einige lustige Abende mit ihm und die Motivation Phase 3 zu bestehen könnte nicht höher sein.
Montag Abend war dann etwas feiern angesagt, wir saßen mit einem Bier zusammen, auch wenn es noch nicht alle geschafft haben und hatten wirklich viel Spaß. Wir verstanden uns echt super und es hätte wohl keine bessere Gruppe geben können.

Schlusswort:

Zum Schluss möchte ich euch noch einige Tipps geben. Auf dem Infoblatt für Phase 2 steht zwar es ist keine Vorbereitung nötig, dennoch möchte ich euch sagen, dass mit gezielter Vorbereitung die Chance zu bestehen meiner Meinung nach höher ist. Psychomotorik lässt sich zumindest in gewissem Maße trainieren, ebenso das arbeiten mit den Fluginstrumenten. Egal ob Simulator oder sonstiges, wenn man weiß wie die Instrumente reagieren wenn man dies oder jenes macht ist dies ein klarer Vorteil!
Ich habe zur Vorbereitung außerdem Skytest genutzt und kann dies jedem nur ans Herz legen.

Dann noch ein Wort an meine Truppe. Flo, Jorin, Simon Benny und co. Ich fand wir waren echt super und die Woche mit euch hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich denke ihr habt auch einen Teil zu dem Erfolg beigetragen und ich wünsche auch an dieser Stelle viel Erfolg für euren weiteren Weg und vielleicht sieht man sich ja in Phase 3 oder im Cockpit Wink)
_________________
Bundeswehr Bewerbung [02/17] ✔
Phase 1 ✔
Phase 2 ✔
Phase 3-> 16.11.17 ✔
- PPLA -> in Ausbildung
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