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Lufthansa will junge Piloten nicht mehr im KTV einstellen!
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bruchpiloOt
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Anmeldungsdatum: 11.09.2013
Beiträge: 175

BeitragVerfasst am: Di Jun 09, 2015 5:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Und wer ist heute 25 Jahre dabei und davon 15 Jahre Kapitän? Lieber Flapfail, du als angeblich LH interner solltest doch wissen, wie lange ein neuer FO auf eine Kapitänsstelle wartet und das ist nicht erst seit gestern so und wird sich aller Voraussicht nach auch nicht so schnell ändern. Ganz zu schweigen davon, dass heute niemand mehr fertig ausgebildet mit 20 im Cockpit sitzt, auch dass darf gerne mal betrachtet werden, denn wenn ich mit 30 in den Beruf einsteige, womit wahrscheinlich viele rechnen können die den Weg gehen können und wollen, dann sieht das ganze schon wieder anders aus.

Grüße
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Schienenschreck
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Anmeldungsdatum: 01.09.2008
Beiträge: 3197
Wohnort: ZZ9 Plural Z Alpha

BeitragVerfasst am: Di Jun 09, 2015 7:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Charlie Hotel hat folgendes geschrieben:
Es muss darum gehen, langfristig die Besten und Geeignetsten für diesen Beruf zu finden, und das geht nur über entsprechende Gehaltsstrukturen.

AUA-, Airberlin- und Executiveangestellte sind also minderwertigere Piloten, oder wie ist das zu verstehen?
_________________
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flapfail
Goldmember
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
Beiträge: 5559
Wohnort: OGLE-2005-BLG-390Lb

BeitragVerfasst am: Di Jun 09, 2015 8:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

bruchpiloOt hat folgendes geschrieben:
Und wer ist heute 25 Jahre dabei und davon 15 Jahre Kapitän?
Grüße


Das müssten so ca die ersten 700 Piloten in der Senioritäts- Liste sein Wink
_________________
Es interessiert mich nicht, was andere über mich zu Wissen glauben - oder denken.....
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KiloBravo
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Anmeldungsdatum: 20.01.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: Di Jun 09, 2015 9:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Schienenschreck hat folgendes geschrieben:
Charlie Hotel hat folgendes geschrieben:
Es muss darum gehen, langfristig die Besten und Geeignetsten für diesen Beruf zu finden, und das geht nur über entsprechende Gehaltsstrukturen.

AUA-, Airberlin- und Executiveangestellte sind also minderwertigere Piloten, oder wie ist das zu verstehen?


Nein.
Was er wohl meint ist, dass man als legacy carrier für genau diesen Beruf eben mehr Euros in die Hand nehmen muss als beim low coster.

Was ich immer nicht nachvollziehen kann ist, warum die natürliche Gehaltsfluktuation in jeder Branche hingenommen wird, aber bei den KTV Jungs als abnormal abgetan wird. Man kann als Koch z.B. auch für zwei oder fünf Scheine im Monat kochen.
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n3toX
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Anmeldungsdatum: 06.03.2012
Beiträge: 1589
Wohnort: Beteigeuze

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 12:24 am    Titel: Antworten mit Zitat

777Lover hat folgendes geschrieben:

Das ist eben falsch! Gehälter wie bei Lufthansa sind bei einem Main Carrier einfach normal. Du darfst hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber Piloten bei AirFrance, British Airways, Iberia, SWISS verdienen Einstieg MEHR das ist Fakt!


Richtig. Wo liegt denn die Mehrleistung bei einem Lufthansa Pilot.

KiloBravo hat folgendes geschrieben:
Was ich immer nicht nachvollziehen kann ist, warum die natürliche Gehaltsfluktuation in jeder Branche hingenommen wird, aber bei den KTV Jungs als abnormal abgetan wird. Man kann als Koch z.B. auch für zwei oder fünf Scheine im Monat kochen.


Hier hat KiloBravo ein sehr schönes Beispiel genannt. Trägt der Lufthansa Pilot mehr Verantwortung über die Passagiere, als ein Ryanair Pilot/AirBerlin Pilot/Easyjet Pilot? Landet ein Lufthansa Pilot besonders Magenschonend? Fliegt er weniger turbulent als andere? Fliegen die Leute nur Lufthansa gerade wegen den angestellten Piloten?
Versteh mich nicht falsch, aber der 5 Sterne Koch in einem Spitzenlokal muss ein sensationelles Essen kochen, während der 0815 Koch in der Kantine einfach alles durchhauen kann und lauwarm rausgehen kann.
In der Dienstleistungsbranche als Koch ist es weiterhin so, dass man sich als guter Koch einen Namen macht. Das Unternehmen ist dann bei einem guten Mitarbeiter bzw. guten Koch dazu gezwungen, Anreize zu schaffen, dass der Koch beim Unternehmen bleibt und nicht wechselt oder sich selbstständig macht, weil damit die Schlüsselposition verloren gegangen ist.
Ist das bei der Lufthansa auch der Fall? Also ich bin schon öfters Lufthansa geflogen, aber nie wegen besonders exzellenter fliegerischer Leistung oder wegen eines bestimmten Piloten.

Ich lasse mir das Pilotenbeispiel auch gerne für die Executive Fliegerei eingehen, aber der exzellente Unterschied zwischen Lufthansa Pilot und Air Berlin Pilot ist mir nun wirklich nicht bekannt. Beide fliegen mich von A nach B, ich höre überall die selben Durchsagen, einen Mehrwert habe ich nicht dadurch, dass da vorne ein Lufthansa Pilot drinnen sitzt.

Zitat:
Aber wodran bemisst du die exzellenten Leistungen von Herrn Spohr? Er verdient immerhin das Doppelte eines durchschnittlichen Dax Vorstandsvorsitzenden, hat 35.000 Mitarbeiter im Tarifkonflikt und vor ca. 1 1/2 ist die Schlichtung mit den böööösen Flugbegleitern gescheitert..


Die exzellente Leistung von Herrn Spohr? Erstens verdient er nicht das doppelte eines durchschnittlichen Dax Vorsitzenden, er verdient vielleicht das doppelte eines Geschäftsführers von einem Mittelgroßen Unternehmen. Die Geschäftsführervergütung von Essanelle liegt ja schon bei ca. 400.000 Euro, bei ca. 4000 Mitarbeitern, und das in der Friseurbranche.
Bei den DAX Unternehmen schneidet Herr Spohr verdienstmäßig ziemlich schlecht ab, im Vergleich zu seinen Kollegen aus anderen Dax Unternehmen. Das wurde schon einmal hier erwähnt und korrigiert.

Zitat:
Zurück zum Thema, verstehe ich richtig das die Managergehälter legitim sind aber Pilotengehälter überzogen? Ein Pilot trägt Verantwortung von mehreren hundert Millionen Euro, das kommt einer operativen Verantwortung gleich die er gegenüber dem Unternehmen trägt, SO berechnen sich Gehälter für Mitarbeiter - nur das sie bei Piloten in die falsche Richtung wandern Wink


Herr Spohr hat, wenn man so möchte, die Verantwortung über >100.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt verteilt, über Milliardenumsätze und über Milliarden Bilanzvermögen. Sein Handeln muss er als Unternehmensvertreter gegenüber den Unternehmenseigentümern rechtfertigen und über Jahre vorausplanen, Strategien entwickeln und das Unternehmen leiten, dass es auch morgen noch besteht, überlebt und Gewinn bringt, das Ganze mal sehr sehr simpel ausgedrückt.
Kennst du das Sprichwort, ein guter Anschaffer ist mehr wert als 10 gute Arbeiter? Die Regel ist nämlich so, dass eine gute Unternehmensleitung und Unternehmensführung unersetzbar ist für ein Unternehmen. Ein Hans, Meier, Huber ist beliebig austauschbar und ersetzbar.
Nicht wenige mittelständische Unternehmen gehen bankrott wegen ungeeigneter Unternehmensnachfolger.


Zitat:
Wieso? Sonderbehandlung? Auch hier gilt Verantwortungsprinzip - Krankenschwestern, Krankenhausmitarbeiter sehen nicht im Ansatz so viel mehr wie die Herren Ärzte, ist das gerecht?


Richtig. Krankenschwestern haben auch keine X Jahre Medizin studiert und ein 1,1er Abi geschrieben.
Dazu fängt ein Arzt in einem Krankenhaus auch mit keine 10.000 Brutto an. Im Gegenteil. Kasse machen hier selbstständige Ärzte oder Ärzte in Verantwortungspositionen, d.H. Chefarzt o.ä. Um sich aber - gerade als Arzt - selbstständig zu machen, musst du ganz schön was finanzieren und ganz schön Risiken auf dich aufnehmen.
Ich kenne aus meiner Ortschaft eine Arztfamilie, die hat es mit Überschuldung für deren Arztpraxis mit einem zweistelligen Millionenbetrag an Schulden dafür zerrissen.
Was mich am Gesundheitssystem viel mehr aufregt, ist, dass Ärzte Leute krank schreiben können, wie sie möchten, und dafür eigentlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Eine GNTM Kandidatin hat sich von ihrem Arzt ein halbes Jahr krank schreiben lassen, um dort mitmachen zu können. Der Firma ist dadurch ein erheblicher Schaden enstanden, in meinen Augen haben das sowohl die GNTM Kandidatin sowie als Strafe der Arzt ebenso zu ersetzen, und zwar privat, weil das vorsätzlich ist.


Zitat:
Es gibt genug die auch mehr verdienen als Piloten im Einstieg, die wenigsten schaffen es aber zu einem Topunternehmen und die wenigsten halt zu einer Topairline, die Frage ist immer wo man ansetzt!

Wenn man jetzt schlechten Juristen mit schlechtem Pilot vergleicht wird sich zeigen das die beiden im Gehalt nicht viel nehmen! Gut der Jurist kriegt wahrscheinlich weniger, aber wenn man schaut wie viel ein Pilot investiert hat! So viel länger dauert ein Studium heute nicht mehr, 4-5 Jahre! Bis der Pilot im Cockpit sitzt hat er mit seiner Ausbildung und dem Type Rating auch genauso lang gewartet, das nimmt sich alles nicht viel!


Also sind die Piloten bei Air Berlin, bei Ryanair, bei AUA, Easyjet Piloten zweiter Klasse. Die, bei denen man nach dem Start zittern muss, dass das Flugzeug auch noch gerade heil ankommt?
Ich bitte dich...


Zitat:
Dann frohes Zusammenreißen! Aber ein Bruchteil der Bevölkerung trägt auch nur die Verantwortung für so teures Gerät und Mensch, hier sollte man ganz klar den Sicherheitsgedanken bedenken und die von mir genannten Aspekte zur minderen Lebensführung/Qualität! Leistung gehört bezahlt!
Das Beispiel das sich die Gehälter nach unten entwickeln bezieht sich auf kleinere NICHT Lufthansa Fluggesellschaften die sich vom Gehalt in Deutschland alle abwärts von dem was die Lufthansa zahlt befinden, nicht falsch verstehen Wink
Deshalb laufen auch so viele reiche Kids in der Fliegerei rum, weil das alles nicht stimmt was ich sage, die meisten hier aktiven wissen ganz genau was ich meine! Es gibt genug Leute mit Kohle die ohne mit der Wimper zu zucken zu einer Ryanair gehen und 30.000€ auf den Tisch legen. Die Selektion da findet einfach nur übers Geld statt und nicht über Qualifikation, es gibt sicherlich einige die besser geeignet wären, aber der schmale Geldbeutel lässt es nicht zu. In einem Beruf der gegenüber so vielen Leuten Verantwortung trägt ist das einfach inakzeptabel!


Richtig. Ein Teil "reicher" Kiddies rennt bestimmt rum. Die, die aber bei Ryanair anfangen, müssten dann eigentlich aber Kiddies sein, die den Traum vom Fliegen leben - weil wegen Millionengehälter lockt Ryanair sicherlich kaum.
Derjenige, der seinen teuren, verwöhnten Lebensstandard als "Millionärssöhnchen" aufrecht erhalten möchte, der wird kaum bei Ryanair anfangen zu arbeiten, weil er als verwöhntes Söhnchen mit so einem Gehalt kaum seinen Lebensstandard aufrecht erhalten kann.

Insofern wird dein Argumentationskreis nicht schlüssig. Einerseits wird durch das Gehaltsdrücken, bei dem man zwar immer noch deutlich über dem Durchschnittsgehalt eines Deutschen verdient, selbst bei schlechten Carriern, dazu führen, dass keine Bewerber mehr kommen, andererseits sollen sich reiche Kids für diese "schlechten" Konditionen dann reihenweise bewerben, weil sie aus reichem Elternhaus geil drauf sind auf ein "schlechtes" Gehalt?
Da wird kein Schuh draus..
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flapfail
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
Beiträge: 5559
Wohnort: OGLE-2005-BLG-390Lb

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 5:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

Und schon ist aus dem Thread eine Neiddiskussion entstanden. Rolling Eyes
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Es interessiert mich nicht, was andere über mich zu Wissen glauben - oder denken.....
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Alt&Neu
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Anmeldungsdatum: 01.05.2009
Beiträge: 444

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 8:54 am    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Gehaltsstrukturen findet man nie die Besten... das gilt für alle Berufsgruppen.

Auch wenn es sich altklug anhört : Der Markt wird es richten... da unterscheidet sich der Arbeitsmarkt nicht von anderen Märkten. Nachfrage und Angebot kommen grundsätzlich ins Gleichgewicht.

Ob das als gerecht, ausreichend oder angemessen erscheint, muss jeder für sich selbst ausmachen.

Ich denke, am ehesten können diejenigen hier etwas dazu sagen, die schon eine Weile im Beruf stehen.
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LearPilot
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Anmeldungsdatum: 27.03.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 9:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

flapfail hat folgendes geschrieben:
Und schon ist aus dem Thread eine Neiddiskussion entstanden. Rolling Eyes


So stellen es diejenigen gerne dar, denen die Diskussion unliebsam ist. Das ist allerdings keineswegs eine Neiddebatte. Um das Missverhältnis von Pilotengehältern auf LH-Niveau im Leistungsvergleich mit anderen Berufsprofilen und -anforderungen oder auch den aktuellen (Arbeits-)Marktverhältnissen zu erkennen, muss man mitnichten neidisch sein.

Die Kernaussage vieler Beiträge von der Pilotenfraktion hier lässt sich reduzieren auf: "Die Gehälter von Piloten waren immer so also sollen sie auch in Zukunft so hoch sein." Dabei bemerken sie nicht, wie grotesk es für den Großteil der restlichen Bevölkerung erscheint, dass sie für eine 2jährige Ausbildung auf dem Niveau derartige Gehälter beanspruchen.

Ich kann da nur den Beiträgen von n3toX und Alt&Neu beipflichten. Ich gönne jedem ein möglichst hohes Gehalt und es liegt in der Natur des Menschen, dass man immer das Maximum für sich herausschlagen will. Aber es lassen sich mehr oder weniger objektiv gewisse Standards aus der breiten Masse ableiten, vor deren Hintergrund die Piloten als Gesamtheit wahrlich keinen Grund haben, sich über Gehälter im Bereich von 3.500 € monatlich zu echauffieren...
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vogelmann
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Anmeldungsdatum: 20.03.2003
Beiträge: 2149
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 9:22 am    Titel: Antworten mit Zitat

Alt&Neu hat folgendes geschrieben:
Nachfrage und Angebot kommen grundsätzlich ins Gleichgewicht.
.


Diese gute alte volkswirtschaftliche Theorie ist seit der Krise 2009 ad absurdum geführt.

Mit Gehaltsstrukturen lassen sich schon Leute ködern, klar. Aber in der heutigen Zeit ist Geld nicht mehr das Wichtigste. Das merke ich selbst an mir bzw. meinen Kollegen. Wichtiger sind heutzutage eher die Pakete, die Drumherum geschnürt werden. Also von wegen Altersvorsorge, Work/Life-Balance (extrem wichtig), blabla...

Zum Glück ist die Welt stark im Wandel.
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BU+FQ ja, Pilot nein! Smile
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 9:58 am    Titel: Antworten mit Zitat

n3toX hat folgendes geschrieben:


Ich lasse mir das Pilotenbeispiel auch gerne für die Executive Fliegerei eingehen, aber der exzellente Unterschied zwischen Lufthansa Pilot und Air Berlin Pilot ist mir nun wirklich nicht bekannt. Beide fliegen mich von A nach B, ich höre überall die selben Durchsagen, einen Mehrwert habe ich nicht dadurch, dass da vorne ein Lufthansa Pilot drinnen sitzt.


Tja, der Executive Pilot hat neben dem von A nach B zu fliegen, mehr oder weniger ein viel weiteres Tätigkeitsspektrum und je nach dem zudem noch eine andere Jobsicherheit d.h. man wechselt durchaus öfter mal freiwillig oder gezwungenermassen den Arbeitgeber. Bei den seriösen Firmen, verdient man deswegen i.d.R. auch nicht weniger gut, sondern je nach Muster eher einiges mehr als bei der Airline. Man sollte auch nicht naiv sein und glauben, dass sich Multimilliardäre, die einiges an Geld sparen würden, wenn sie anstelle ihres Privatjets für jeden Flug die ganze First Class bei LH für sich alleine reservieren würden, sich anderseits auf “minderwertige“ Piloten einlassen würden... Macht doch keinen Sinn, wenn man sich seine Piloten persönlich aussuchen kann.
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Charlie Hotel
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Anmeldungsdatum: 12.09.2014
Beiträge: 357
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BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 12:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Entschuldigt wenn meine Aussage populistisch oder sogar arrogant rüberkam, das war absolut nicht beabsichtigt, und das muss man so auch nicht verstehen Flugmensch. Auch wollte ich damit in keiner Weise ausdrücken, dass Piloten die nicht bei LH fliegen minderwertig sind, das ist so unsinnig dass es schon ein wenig provokativ klingt Schienenschreck. Nur um das nochmal eben geradezurücken: es geht mir nicht darum, ob die Gehälter im KTV angemessen sind. Es geht mir vielmehr darum, dass es in meinen Augen sicherheitstechnisch bedenklich ist, wenn Pilotengehälter so tief sinken, dass man damit möglicherweise geeigneten Nachwuchs vergrault, und Piloten im Dienst nicht mehr sorgenfrei ihrer Arbeit nachgehen können. Ein Pilot sollte mit seinem Gehalt zumindest in der Lage sein, finanziell und beruflich mit einem Gefühl der Sicherheit und Abgesichertheit seinem Beruf nachzugehen, trotz Kreditschulden und trotz LoL. Der Pilotenberuf ist psychisch und physisch fordernd genug, mal ganz abgesehen von der getragenen Verantwortung. Dem sollte ein Pilot seine ganze Konzentration und Aufmerksamkeit widmen können. Und wenn das nicht mehr gegeben ist, riskiert man zum einen möglicherweise die Geeignetsten für den Beruf zu verlieren, und zum anderen dass Piloten bei der Arbeit mit den Gedanken woanders sind.
Glücklicherweise sehe ich persönlich diese Problematik im europäischen Raum bisher nur bei Ryanair, aber man sieht ja in welche Richtung sich die Spirale dreht. Und da muss es für meine Begriffe irgendwann einmal einen Punkt geben, an dem man sich über solche Dinge Gedanken macht.
_________________
Beste Grüße!
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Mi Jun 10, 2015 1:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nur ist das eben eine höchst individuelle und private Angelegenheit. Dass man durch das Gehaltsniveau die geeignetsten Kandidaten verliert, ist nicht belegt und es gibt viele geeignete Kandidaten, die sich schlichtweg überhaupt nicht für diesen Beruf interessieren und niemals etwas damit zu tun haben wollen.

Was für Auswirkungen hat das Gehalt auf die Sicherheit ? Für mich so gut wie gar keine, da ein schlechtbezahlter Kollege die gleiche Sicherheitskultur beachten und leben muß, wie ein gutbezahlter - allein schon aus purem Eigeninteresse. Die SOPs und Safety Management System sind nicht von den Gehältern der Piloten abhängig - wohl aber, wieviel in Personaltrainingsmassnahmen und -schulungsmassnahmen investiert wird und auch hier macht LH, wie wir inzwischen festgestellt haben, unterm Strich auch nicht mehr, als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. In der "Work - Life" Balance sind sie bisher ein sehr positiver Arbeitgeber mit all ihren ganzen Benefits und das ist für die Sicherheit ein großer Faktor - denn die bestbezahlteste Crew, die überarbeitet ist oder vor dem Burn Out steht, ist alles andere als "sicher". Die Firmenhygiene und -kultur ist wichtig. Die Übergangsversorgen will man sich jetzt nicht mehr leisten, weil es anscheinend betriebswirtschaftlich nicht mehr geht - man wird das mit Sicherheit mit dem Safety Management System überprüft haben und das Risko wird scheinbar diesbezüglich vom Management als hinehmbar eingestuft.

Bevor jetzt alle wieder mit ihren Argumenten kommen, muß man auch ein bisschen Grundlagenwissen haben, wie das von EASA vorgeschriebene Safety Management System funktioniert. Solange sich die LH hier an die Regeln hält, kann das Management ihre unterehmerische Freiheit voll auskosten, um (hoffentlich langfristig) möglichst hohe Gewinne zu generieren.
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