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Flug-Untauglichkeit verheimlichen??
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LX182
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Anmeldungsdatum: 02.03.2015
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: Sa März 28, 2015 2:56 am    Titel: Flug-Untauglichkeit verheimlichen?? Antworten mit Zitat

Habe gelesen, dass der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings Maschine von einem Psychologen als Flug-Untauglich eingestuft worden war. Doch hat den Germanwings keine Vertrauensärzte bzw. Psychologen? Wie kann es denn sein das so etwas einfach so verschwiegen werden kann?
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Tue immer zuerst das Mögliche, dann kommt das Unmögliche von selbst.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Sa März 28, 2015 8:02 am    Titel: Antworten mit Zitat

In der Fliegerei ist dieses Thema momentan leider ein ganz großes Tabu und es bleibt so ziemlich jedem selber überlassen, wie sie/er damit umgeht - bzw. man ist "allein". Meistens herrscht dann Angst, seine berufliche Existenz zu verlieren, denn wer einmal das Stigma als "Psycho" aufgedrückt bekommen hat, hat so gut wie ausgedient. Der Druck zu "funktionieren" ist hier einfach unheimlich hoch - jedes innere Problem verursacht zusätzlichen Stress für den Betroffenen. Ein Pilot muß die persönliche Eigenschaft besitzen, zu merken wenn es nicht mehr geht und muß die Stärke haben, die Konsequenz daraus zu ziehen bzw. darf nichts verdrängen - auch wenn es den Beruf kostet. Wie wir gesehen haben, hat nicht jeder diese Stärke - nur wie findet man soetwas heraus ? Eigentlich nur, wenn man denjenigen unerwartet in eine Stresssituation versetzt und dann aufzeichnet, wie er sich verhält und welche Entscheidungen er trifft. Eine Maske zu tragen, kostet Energie.

Solange es keine keine äusserlichen Anzeichen im Verhalten usw. gibt, ist es für andere extrem schwer dies festzustellen oder zu bewerten. Zudem kann es schlimmstenfalls auch nach hinten losgehen, weil so Mobber unliebsame Kollegen auch zu Unrecht anschwärzen könnten (persönliche Vendetta...) und das ganze wird zur Hexenjagd ohne Ende. Das könnte also auch total nach hinten losgehen, denke ich und das Arbeitsklima extrem verschlechtern, weil jeder sich plötzlich in Frage gestellt fühlt. Das würde den Beruf Pilot zudem unattraktiver machen.
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LX182
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Anmeldungsdatum: 02.03.2015
Beiträge: 49

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 2:25 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
In der Fliegerei ist dieses Thema momentan leider ein ganz großes Tabu und es bleibt so ziemlich jedem selber überlassen, wie sie/er damit umgeht - bzw. man ist "allein". Meistens herrscht dann Angst, seine berufliche Existenz zu verlieren, denn wer einmal das Stigma als "Psycho" aufgedrückt bekommen hat, hat so gut wie ausgedient. Der Druck zu "funktionieren" ist hier einfach unheimlich hoch - jedes innere Problem verursacht zusätzlichen Stress für den Betroffenen. Ein Pilot muß die persönliche Eigenschaft besitzen, zu merken wenn es nicht mehr geht und muß die Stärke haben, die Konsequenz daraus zu ziehen bzw. darf nichts verdrängen - auch wenn es den Beruf kostet. Wie wir gesehen haben, hat nicht jeder diese Stärke - nur wie findet man soetwas heraus ? Eigentlich nur, wenn man denjenigen unerwartet in eine Stresssituation versetzt und dann aufzeichnet, wie er sich verhält und welche Entscheidungen er trifft. Eine Maske zu tragen, kostet Energie.


Solange es keine keine äusserlichen Anzeichen im Verhalten usw. gibt, ist es für andere extrem schwer dies festzustellen oder zu bewerten. Zudem kann es schlimmstenfalls auch nach hinten losgehen, weil so Mobber unliebsame Kollegen auch zu Unrecht anschwärzen könnten (persönliche Vendetta...) und das ganze wird zur Hexenjagd ohne Ende. Das könnte also auch total nach hinten losgehen, denke ich und das Arbeitsklima extrem verschlechtern, weil jeder sich plötzlich in Frage gestellt fühlt. Das würde den Beruf Pilot zudem unattraktiver machen.


Wow danke für die super Antwort! Sehe ich auch so. Habe heute in der Zeitung gelesen, dass Swiss zukünftig ihre Piloten jährlich zu einem Psycho.-Check antraben lässt. Finde ich eine super Idee und so kann bestimmt ein weiterer solcher Fall besser verhindert werden als wenn ein Cabin Crew Member ins Cockpit sitzt wenn ein Pilot aufs WC muss (irgendwie lächerlich...)
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 7:39 am    Titel: Antworten mit Zitat

Nur wenn man sie “antanzen“ lässt, sind sie schon wieder innerlich auf die psychische Provokation, die ihnen bevorsteht, vorbereitet - bringt nix in meinen Augen. Sehr umstrittiges und vor allen Dingen, sehr heikeles Thema.

Dieser Täter war ein kranker Einzelfall und die Opfer zur falschen Zeit am falschen Ort. Auch wenn das ganz furchtbar ist: das könnte jeden im Leben auf ganz unterschiedliche Art und Weisen treffen. Es wird nie eine 100% Sicherheit geben und man kann nicht alles ausschliessen. Von daher würde ich die ganze gesellschaftliche Massenreaktion momentan schon als Überreaktion bezeichnen bzw. als sog. “Knee Jerk reaction“.

Vielleicht ist es besser, die Realität zu aktzeptieren, dass soetwas leider vorkommen kann und auch nicht verhindert werden kann. Solche fanatischen Psychopaten lassen sich dann halt etwas anderes einfallen, wie sie ihr destruktives Ziel erreichen können - gleiches Resultat, nur die Opfer haben dann andere Namen...
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 8:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

Wie man jetzt in der BILD liest, hatte Lubitz ein Sehproblem, wo sich mit der Zeit die Netzhaut trennt und er somit mit Sicherheit fluguntauglich wird - ein ganz entscheidender und beitragender Zusatzfaktor. Hier kommen auf einmal eine ganze Reihe persönliche Probleme d.h. es ist auch die Kombination der Umstände, die hier zusammenkommen. Er wollte sich am Leben rächen, dass es nicht so laufen würde, wie er sich das gewünscht hätte.

Dass jetzt deswegen dem, sich alle Piloten, psychologischen Tests unterziehen müssen, ist schon harter Tobak.

Man sollte jedem, der äußert, ein Leben ohne Pilot sein zu können, wäre für ihn unmöglich, schonmal die Flugtauglichkeit verwehren. Davon gibt es ja schon einige hier im Forum, die sich schon so äussern....
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flapfail
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
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BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 8:20 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:


Dass jetzt deswegen dem, sich alle Piloten, psychologischen Tests unterziehen müssen, ist schon harter Tobak.

...


Trotzdem wird kein Weg daran vorbeiführen, dass neben einer - u.U. verschärften - psychologischen Eingangsprüfung in Zukunft auch jährlich eingehende Kontrollen stattfinden müssen, um zu Vermeiden, dass Piloten mit psychologischen Problemen weiter Dienst im Cockpit machen.

Vor allem werden auch Airlines , welche weit weniger Aufwand bei der Pilotenauswahl betreiben (als beispielsweise eine LH oder Swiss) in Zukunft verpflichtet werden, psychologische Tests bei der Auswahl durchzuführen, und in weiterer Folge regelmäßig zu wiederholen.


Depressionen, Alkoholsucht, chronische Müdigkeit und Überarbeitung werden demnach oft totgeschwiegen. Einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen gebe es nicht, stattdessen herrsche ein Klima von Verdrängung und Karriereangst.
Ein Flugkapitän bestätigt das: "Der Job hängt bei so etwas sofort am seidenen Faden - insbesondere wenn es um Alkoholkonsum oder Depressionen geht."


Glaubt irgend jemand daran, dass sich Mitarbeiter von Fluggesellschaften "outen" würden, wenn sie damit faktisch ein Berufsverbot befürchten müssen?

Was das für den Piloten, seine Familie, sein Leben, seinen Lebenstraum bedeutet kann man sich vorstellen, ganz zu schweigen von den finanziellen Einbußen bzw. Verlusten, die er hinnehmen muss, denn nicht immer trägt eine Fluguntauglichkeitsversicherung die finanziellen Verluste in solch einem Fall und wenn dann nur in sehr eingeschränktem Maße, und ersetzt keineswegs das Pilotengehalt, welches man sonst bekommen würde.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/germanwings-psychische-probleme-werden-in-der-branche-verdraengt-a-1025983.html
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Flugmensch
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Anmeldungsdatum: 20.04.2011
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 9:46 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Wie man jetzt in der BILD liest, hatte Lubitz ein Sehproblem, wo sich mit der Zeit die Netzhaut trennt und er somit mit Sicherheit fluguntauglich wird - ein ganz entscheidender und beitragender Zusatzfaktor.


Wenn denn alles so wahr ist:

Dieser Typ war ein absolutes Arschloch und noch viel mehr.
Zu großes gestörtes Pilotenego und das haben jetzt die Angehörigen UND alle anderen Piloten von so nem Dreckskerl.

Sry aber ist halt so

Bei solchen Leute bringt alles nichts.
Was wär gewesen, wenn er den DLR Test nicht gesschafft hätte?
Wahrschl. wär er dann dort Amok gekaufen, hätte es mit dem Pilotenberuf wo anders nicht geklappt.
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 11:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem ist auch, das diese Typen sich natürlich auch von Konzernen wie Lufthansa angezogen werden, wie Motten das Licht...

Dabei fällt mir leider auch wieder der Lufthanseat der sich nach gefailtem Checkflug mit dem Küchenmesser später angeblich selbstkastriert hat...

Es gab auch einen A321 Lufthansa Kapitän (alias Käptn "Teddy") der während des Fluges und am Boden nur noch über seinen Stoffteddybären mit anderen kommunizierte...


Zuletzt bearbeitet von B1900D am So März 29, 2015 11:43 am, insgesamt 3-mal bearbeitet
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flapfail
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Anmeldungsdatum: 23.03.2008
Beiträge: 5558
Wohnort: OGLE-2005-BLG-390Lb

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 11:31 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Das Problem ist auch, das diese Typen sich natürlich auch von Konzernen wie Lufthansa angezogen werden, wie Motten das Licht...

Dabei fällt mir leider auch wieder der Lufthanseat der sich nach gefailtem Checkflug mit dem Küchenmesser später angeblich selbstkastriert hat...


Krass Shocked
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LH3591
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BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 11:44 am    Titel: Antworten mit Zitat

B1900D hat folgendes geschrieben:
Das Problem ist auch, das diese Typen sich natürlich auch von Konzernen wie Lufthansa angezogen werden, wie Motten das Licht...


Und trotzdem Interesse sich dort zu bewerben, wer erkennt den Widerspruch? Confused
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B1900D
Captain
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 11:46 am    Titel: Antworten mit Zitat

LH3591 hat folgendes geschrieben:
B1900D hat folgendes geschrieben:
Das Problem ist auch, das diese Typen sich natürlich auch von Konzernen wie Lufthansa angezogen werden, wie Motten das Licht...


Und trotzdem Interesse sich dort zu bewerben, wer erkennt den Widerspruch? Confused


Hä ? ich doch nicht und jetzt erst recht nicht.
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LH3591
Gast





BeitragVerfasst am: So März 29, 2015 11:52 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich find's wirklich wirklich arm dass diejenigen unter uns, die den DLR vor XX Jahren nicht geschafft haben, diese Chance nutzen auf die Psychologen und Psychos bei der Hansa zu prügeln.

B1900D hat folgendes geschrieben:
Meine Bewerbung als Ready Entry mit unrestricted ATPL bei SXD liegt schon vor {...}


Bin auch nicht bei der Hansa untergekommen, aber ehrlich, dafür würde ich mich schämen meine Unzulänglichkeiten auf Kosten dieses Vorfalls auszutragen. Sorry, dafür hab ich kein Verständnis.
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