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Das Ende der Spartengewerkschaften - das Ende der VC ?
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n3toX
Captain
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Anmeldungsdatum: 06.03.2012
Beiträge: 1591
Wohnort: Beteigeuze

BeitragVerfasst am: Do Jan 09, 2014 8:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Skyrock hat folgendes geschrieben:

Worum es mir geht, ist zu zeigen, dass du das sehr einfach siehst, was das Wechseln eines Berufes betrifft.


Ich sehe es nicht nur sehr einfach, es ist sehr einfach. Ein Kündigungsschreiben gemacht, Kündigungszeit einhalten - womöglich noch vom Doktor krank schreiben lassen - und dann ist man draußen. Vielleicht sollte man sich davor umorientieren - aber eine Kündigung ist nichts besonderes. Das passiert hunderte, wenn nicht tausende Male täglich in Deutschland. Man muss sich eben weiterbilden wollen. Es gibt hunderte Wochenendkurse, Seminare die man während der Urlaubszeit besuchen kann, die einen weiterbilden. Man muss halt ein Konzept haben, und nicht von heute auf morgen leben, dann ist ein Jobwechsel ein Kinderspiel.

Zitat:
Ein LH Pilot kann nicht einfach von heute auf morgen seinen Job kündigen und nochmal drei Jahre studieren gehen.


Selbstverständlich kann er das. Es ist nur nicht einfach, und nicht bequem. Studieren ohne Kellnern und Hilfen ist auch nicht einfach, wenn man eine eigene Wohnung, ein eigenes Auto und wöchentlich weggehen möchte. Mein Externe Professor hat zu meinem Kurs folgendes gesagt: "Wir haben frühers einfach auch mehr Zeit ins Studium investiert. Da ist man nebenbei nicht arbeiten gegangen, sondern hat sich voll aufs Studium konzentriert. Und wir hatten auch nicht mehr Geld, als ihr, meistens sogar noch weniger, aber halt einen anderen Lebensstandart. Aber dann ist man halt nunmal nicht jede Woche in die Disse gegangen, man hatte kein Iphone, Ipad und Imac - man hat vielleicht kein eigenes Auto gehabt, oder sich eins mit mehreren Leuten geteilt und man hat vermutlich auch bei den Eltern daheim gewohnt - alles möglich, aber halt nicht so bequem"

Zitat:
Wie soll das gehen? Mit 70000 Euro Schulden?


Weil er die ja sein ganzes Leben lang hat, oder? 70.000 Euro Schulden sind nicht die Welt. Wenn du mal ein Haus baust, wirst du 70.000 Euro Schulden belächeln, und manch einer belächelt 70.000 Euro Schulden für ein Auto. Als Lufthansa-Pilot kann ich die 70.000 Euro auf 2 Jahre zurückzahlen, dann bin ich "frei". Muss man halt bei den Eltern wohnen, ein günstiges Auto zum Pendeln benutzen und zusehen, dass man in der Nähe vom Wohnort stationiert wird. Wenn nicht, dauert es halt ein bisschen länger - aber meistens verfliegt die "Lust am Fliegen" nicht in den ersten beiden Jahren, sondern vielleicht nach 10 oder 15 Jahren. Da ist ein Jobwechsel und ein Studium auch noch möglich, aber halt nicht bequem. Die Leute wollen es heute nunmal bequem - ist ja auch deren gutes Recht. Dann macht man sich halt "abhängig"

Zitat:
Soll er die mit Kellnern bestreiten? Das ist doch lächerlich! Und ähnlich verhält es sich mit Lagerarbeitern bei Amazon oder den Mechanikern in einer Werkstatt. Einige haben finanzielle Verpflichtungen, die sie selbst mit dem momenaten Job schwerlich bestreiten können, und da ist es eben nicht so einfach, mal eben so was anderes zu machen.


Dann muss man halt für kurze Zeit evtl. bei den Eltern einziehen? Sich familiäre Unterstützung holen? Großeltern, Eltern, Geschwister? Neben dem Studium auf 400 Euro arbeiten und in den Semesterferien Ferienjobs erledigen? Es gibt so viele Möglichkeiten, die einem ein Weiterkommen ermöglichen, man ist mit keinem Arbeitgeber verheiratet. Im Gegenteil.

Zitat:
Aber ich verstehe schon, du gehörst wohl zu jenen Arbeitnehmern, die von ihren Chefs eine 10%zige Gehaltskürzung mit der Begründung "du kannst ja auch gehen wenns dir nicht passt" abnicken ohne zu meckern.


Nein, mein Lieber. Ich bin Unternehmer seit meinem 18. Lebensjahr, führe und baue seither neben dem Abitur und Studium dieses auf, hab derzeit 4 Mitarbeiter - in der Spitze 8 Mitarbeiter gehabt - und im ersten Jahr fast eine viertel Million Umsatz gemacht, und dieses Jahr werde ich - auf 6 Semester - mit meinem Bachelor fertig. Und als Selbstständiger hat man weitaus mehr Probleme, als eine 10%ige Gehaltskürzung. Da wechselt man dann aber halt mal den Lieferanten - auf Risiko - wenn's mit dem alten nichtmehr klappt, Preise nichtmehr stimmen - und das Risiko ist da weitaus größer, dass es nicht klappt, dass ich Produkte nicht verkaufen kann, der Preis auch nicht stimmt - und man Abnahmemengen von 50.000, 100.000 oder 200.000 Euro pro Jahr unterschreibt (und das evtl. für mehrere Jahre, man "verpflichtet sich" dem anderen Unternehmen) und dafür bürgt. Dagegen ist ein Jobwechsel von Amazon zu einem anderen Unternehmen ein Kinderspiel.

Wie schon gesagt. Es ist vielleicht nicht der bequemste Weg - aber möglich ist in Deutschland so ziemlich alles. Vom Tellerwäscher zum Millionär ist auch nicht der bequemste Weg, das kann dir jeder, der das geschafft hat, versichern. Unsere beiden Einstellungen unterscheiden sich halt nur einfach. Du beschreibst das, was nicht einfach ist, als unmöglich und begründest es mit Argumenten, die nichts weiter als Ausreden sind. Meine Einstellung ist da eben eine andere.
Und: Im Gegenteil - mein Chef, wenn zu mir kommen würde und mir 10% meines Gehalts streichen würde, bekäme am selben Tag noch mein Kündigungsschreiben!
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EDDF
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BeitragVerfasst am: Do Jan 09, 2014 9:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hab den Faden verloren... Laughing

N3toX, mir scheint, Du erwartest ziemlich viel vom Ottonormalverbraucher. So läuft´s halt nicht. Und deshalb braucht es die Gewerkschaften. Um die Unflexiblen unter uns zu schützen. Ob es dafür Spartengewerkschaften benötigt, weiß ich nicht. Würden diese alle so verantwortungsvoll wie die VC agieren, gäbe es die zugehörige politische Diskussion sicher nicht.

Die VC hat in den letzten 10 Jahren genau einen (1!) Streiktag zu verantworten. Daher kapier ich nicht, wieso immer die Pilotenschaft vor den Volkskader gezerrt wird? Muss ja echt tiefere Gelüste befriedigen...
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CBK
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Anmeldungsdatum: 05.07.2011
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 12:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@n3toX

Mal ganz abgesehn das wir vom Thema abgekommen sind es ist absolut utopisch zu glauben dass man innerhalb von 2 Jahren 70k Schulden abbezahlen kann dass dauert bei den meißten deutlich länger.

Den Standort an dem du Stationiert wirst kannst du dir nur bedingt aussuchen und es ist zudem nicht gegeben dass deine Eltern in der nähe eines Flughafen wohnen.

3 Jahre für ein Studium ist auch eher unwahrscheinlich (die meisten brauchen deutlich lämger), besonders auch weil man nebenher Geld verdinen muss, denn am Rockzipfel der Eltern kannst du dann nichtmehr hängen und Essen, Trinken und nen Zimmer brauchst du trozdem. Und selbst WG-Zimmer kosten in der Zwischenzeit auch gut und gerne mal 300€, was zimlich viel ist für jemand der nur Studieren will und sonst kein einkommen hat.
Und nur weil man ein Studium anfängt heißt dass nicht das man es auch erfolgreich abschliest.
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felixgottwald.net
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Anmeldungsdatum: 11.09.2012
Beiträge: 291

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 1:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

man kann auch nicht davon ausgehen, dass jeder sich bei den Eltern durchfüttern lassen kann... Es hat nicht jeder die finanziellen Mittel dazu, außerdem kann man nicht alles überall studieren. Von den 70.000 Euro in 2 Jahren brauchen wir da gar nicht erst reden...

Ich glaube auch nicht, dass man in Leipzig/Halle oder Bad Hersfeld 1000 zusätzliche Taxifahrer braucht und es gibt nunmal strukturschwache Regionen und nicht für jeden Arbeit. Es freut mich sehr für einige, dass sie es durch harte Arbeit geschafft haben, sich etwas aufzubauen. Nicht jeder bringt dazu die nötigen Vorraussetzungen mit (Geld, Wissen, Intelligenz) und es gibt nun einmal auch gewisse Zwänge im Leben. Wenn ich eine Familie mit Kind/ern ernähren muss, kann ich nicht einfach mal meinen Beruf kündigen und drei Jahre studieren kann.

Woher kommen die Gewerkschaften? Aus der sozialen Frage des vorangegangen Jahrhunderts. Was passiert, wenn wir die Gewerkschaften abschaffen, kann sich jeder relativ einfach ausmalen. Außerdem betone ich es gern nochmal: den meisten Arbeitnehmern liegt mehr am eigenen Arbeitsplatz, als so manchem Vorstandsvorsitzendem, denn sie sind auf den Job in der Regel angewiesen und oft an die Firma (durch obengenannte Zwänge) gebunden.
Ich sehe Arbeit als Miteinander: Keiner kann ohne den anderen und am besten löst man Probleme zusammen. Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt und der eine kann sich vielleicht selbst gut auf diesem behaupten und andere schließen sich dafür in Gruppen zusammen. Letzteres ist aus meiner Sicht sinnvoll und außerdem vom Grundgesetz legitimiert. Warum man diese Möglichkeit als Arbeitnehmer nicht wahrnehmen sollte, erschließt sich mir bisher nicht - warum soll ich ein gutes Unternehmen verlassen, wenn ich es voranbringen kann und mir die Arbeit Spaß macht? Warum kann ich nicht trotzdem versuchen, Arbeitsbedingungen zu verbessern?

Felix
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Pilotenblog und Luftfahrtfotografie:
http://www.felixgottwald.net

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domdom01
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Anmeldungsdatum: 21.05.2007
Beiträge: 444

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 6:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Begründung für die Beitragsbemessungsgrenze bei der Sozialversicherung ist einfach die Deckelung der Leistungen. Rente und ALG sind begrenzt. Die Gesundheitskosten sind im statistischen Mittel pro Person etwa gleich.

Im Gegensatz zur Einkommensteuer, die nicht zweckgebunden an den Staat abgeführt wird sind die SV-Beiträge zweckgebunden.

Wäre es (sozial) gerecht, wenn ein 300k-Verdiener 6 mal soviel Beiträge bezahlt aber im Leistungsfall gleich viel Rente oder ALG bezieht wie ein 60k-Verdiener mit einem Bruchteil des Beitrages? Kostet der Beinbruch eines Spitzenverdieners die Krankenkasse 20x soviel wie der eines Hartz 4 Empfängers? (das Beispiel ist praktisch obsolet, weil ohnehin kaum ein wirklich gut Verdienender in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben dürfte)

Wird nicht schon genug umverteilt in dieser Gesellschaft? Soziale Gerechtigkeit wird gerne als Einbahnstrasse verstanden. Aber ist es wirklich gerecht, die jenigen die diese Gesellschaft tragen immer weiter zu schröpfen? Und ist die Ideologie des leistungslosen Wohlstandes für alle wirklich realistisch und ein tragfähiges Gesellschaftsmodell?

Macht euch auch einmal bewusst, dass viele gut verdienende Facharbeiter bereits über der Bemessungsgrenze verdienen. Die sind nach der Klassifizierung der Linken und der SPD bereits Besserverdiener die doch bitteschön mehr "schultern" sollen um deren Klientel weiter mit Wahlzuckerln zu beglücken? Nein Danke!

Woher kommt bloss dieser Reflex, dass persönlicher Wohlstand etwas Anstössiges ist dass "bestraft" gehört?

Ich sehe die herrschende politische Ideologie von Umverteilung und (falsch verstandener) sozialer Gerechtigkeit eher als Klotz am Bein der gesellschaftlichen Weiterentwicklung.

Mag man anders sehen - aber reden wir mal in 1-2 Jahrzehnten weiter... Aber vielleicht sind die linken Umverteilungs-Ideologen dann wirklich zufrieden - dann wenn Europa in der weltpolitischen und wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinkt und alle GLEICH WENIG Wohlstand haben... Rolling Eyes
_________________
MD11
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d@ni!3l
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Anmeldungsdatum: 18.11.2007
Beiträge: 4703
Wohnort: EDLW

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 7:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke domdom, hervorragender Beitrag den ich zu 100% teile!
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fuel
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Anmeldungsdatum: 22.02.2011
Beiträge: 193

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 8:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

domdom01 hat folgendes geschrieben:
... Aber vielleicht sind die linken Umverteilungs-Ideologen dann wirklich zufrieden - dann wenn Europa in der weltpolitischen und wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinkt und alle GLEICH WENIG Wohlstand haben... Rolling Eyes


Das Ganze hat doch mit links oder rechts nichts zu tun. In der Realität der letzten Jahrhunderte hat es weder das, noch Gedankenkonstrukte wie Kommunimus, Sozialismus, Marxismus oder Demokratie je gegeben. Diese waren und sind lediglich dazu da, scheinbar unterschiedliche Weltanschauungen von Bevölkerungsgruppen zu labeln und gegeneinander auszuspielen, sodass nie ein gemeinsamer Konsens gegen die wahre herrschende Klasse zustande kommen kann. Divide et impera.
Jeder, der weiß, was exponentielles Wachstum, Zins und Geldschöpfung aus dem Nichts durch Bilanzverlängerung bei Banken ist, weiß auch dass die wahre Umverteilung nicht von arm auf reich, sondern gezwungenermaßen von fleißig auf reich von statten geht. Und das seit Generationen. Bis zum nächsten Crash, welcher es wiederum ermöglichen wird, zum Schutz vor dem eigenen System noch weitaus faschistoidere Konstrukte als zB den ESM zu etablieren, auch wenn das wirklich schwer vorstellbar ist.

Aber selbstverständlich ist die Frage, ob nun 8.50 oder 9 euro Mindestlohn pro Stunde angemessen sind oder ob Herr Steinbrück der richtige Mann für die Kanzlerkandidatur der SPD war oder nicht, hier um einiges relevanter für die öffentliche Debatte.

In Zeiten, in denen die Redaktionen großer Zeitungshäuser künstlich ausgedünnt und mit sinnfreier Lobbypropaganda zugemüllt werden und in denen ihr Überleben von den Geldspritzen einiger Großkonzernen abhängt, werden weder in Politik noch in Medien zielführende Fragestellungen verfolgt und das aus gutem Grund.
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n3toX
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Anmeldungsdatum: 06.03.2012
Beiträge: 1591
Wohnort: Beteigeuze

BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2014 11:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

felixgottwald.net hat folgendes geschrieben:
Hallo,


Wir werden nie zu einem Konsens finden, denn du teilst diese Meinung, und ich teile die andere. Ich bin in einem anderen Umfeld aufgewachsen, in dem mir gelehrt wurde, dass es nichts gibt, was unmöglich ist. Mein Dad hat nach Abschluss seiner Ausbildung als Bauzeichner gekündigt, als er von seinem damaligen Chef nicht das bekommen hat, was er wollte und er sich 2x hat vertrösten lassen. Danach hat er sich bei ner anderen Firma beworben, war so gut, dass er in die Geschäftsführung aufgenommen wurde und daraufhin die Firma aufgekauft hat. Eine Firma mit einem Jahresumsatz von 5-10 Millionen DM - und da war er vielleicht 20.
Du kannst mir viel erzählen, wieso - aus welchen abenteuerlichen Gründen auch immer - etwas nicht möglich ist. Das ist eine Ausrede, nicht mehr und nicht weniger.
Dass Gewerkschaften durchaus einen Sinn haben, habe ich nie angezweifelt - wenn eine Gewerkschaft aber heute mit lauten Tiraden einen Streik ankündigt und dann groß rumposaunt, man müsse dem Arbeitgeber "größtmöglichen Schaden zufügen", dann frage ich mich durchaus über die Sinnhaftigkeit mancher Gewerkschaften - auch über manche Lohnforderungen - 67% Lohnsteigerung - solls auch schon als Forderung gegeben haben...?

CBK hat folgendes geschrieben:
@n3toX

Mal ganz abgesehn das wir vom Thema abgekommen sind es ist absolut utopisch zu glauben dass man innerhalb von 2 Jahren 70k Schulden abbezahlen kann dass dauert bei den meißten deutlich länger.


Es ist absolut uninteressant, ob es bei den meisten deutlich länger dauert. Es ist möglich.

Zitat:
Den Standort an dem du Stationiert wirst kannst du dir nur bedingt aussuchen und es ist zudem nicht gegeben dass deine Eltern in der nähe eines Flughafen wohnen.


Das stimmt. Aber wenn ich derweil in einer kostengünstigen Bude hause und ein kostengünstiges Auto zum Pendeln fahre, ist es durchaus möglich. Was ist das Einstiegsgehalt? 60.000-65.000 brutto? Das "Existenzminimum" beläuft sich auf ca. 1000 Euro netto - ich denke, da ist genug Spielraum, um innerhalb von 2 Jahren 70.000 Euro Schulden abzubauen. Es ist vielleicht nicht leicht und vielleicht nicht möglich mit dem Lebensstil, den man sich vorstellt. Aber da muss man halt dann seine Prioritäten setzen.

Zitat:
3 Jahre für ein Studium ist auch eher unwahrscheinlich (die meisten brauchen deutlich lämger), besonders auch weil man nebenher Geld verdinen muss, denn am Rockzipfel der Eltern kannst du dann nichtmehr hängen und Essen, Trinken und nen Zimmer brauchst du trozdem. Und selbst WG-Zimmer kosten in der Zwischenzeit auch gut und gerne mal 300€, was zimlich viel ist für jemand der nur Studieren will und sonst kein einkommen hat.


Das ist schon sehr ulkig. Ich schließe in 6 Semestern ab trotz meiner Firma, 60.000km Pendlerei im Jahr und wohne daheim mit One-Way zur Uni fast nochmal 60km.

Zitat:
Und nur weil man ein Studium anfängt heißt dass nicht das man es auch erfolgreich abschliest.


Sorry, aber wenn wir auf so einer Diskussionsgrundlage diskutieren wollen?



domdom01 hat folgendes geschrieben:
Die Begründung für die Beitragsbemessungsgrenze bei der Sozialversicherung ist einfach die Deckelung der Leistungen. Rente und ALG sind begrenzt. Die Gesundheitskosten sind im statistischen Mittel pro Person etwa gleich.


Das mag durchaus richtig sein.

Zitat:
Im Gegensatz zur Einkommensteuer, die nicht zweckgebunden an den Staat abgeführt wird sind die SV-Beiträge zweckgebunden.


Das stimmt. Man muss aber nicht Mehreinnahmen erzielen - ich hatte von Belastung und Entlastung geredet. Einen Freibetrag für schwächere Einkommen einzuführen - da wo 100 oder 150 oder 200 Euro Sozialversicherungsbeitrag nunmal echt einen Haufen Geld ist - und ihn von jenen zu fordern, bei denen 100, 150 oder 200 Euro mehr im Monat nunmal nicht viel Geld ist. Man muss es halt in Relation sehen.

Zitat:
Wäre es (sozial) gerecht, wenn ein 300k-Verdiener 6 mal soviel Beiträge bezahlt aber im Leistungsfall gleich viel Rente oder ALG bezieht wie ein 60k-Verdiener mit einem Bruchteil des Beitrages? Kostet der Beinbruch eines Spitzenverdieners die Krankenkasse 20x soviel wie der eines Hartz 4 Empfängers? (das Beispiel ist praktisch obsolet, weil ohnehin kaum ein wirklich gut Verdienender in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben dürfte)


Ist es sozial gerecht, dass ich in Bayern für Kindergartenplätze zahlen muss, während es in Berlin, Brandenburg und großen Teilen der ehemaligen DDR diese umsonst gibt, die ich mit meinem Steuergeld aber über den Länderfinanzausgleich finanziere?

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: Natürlich hast du in gewisser Weise schon recht. Es ist und bleibt aber nunmal so, dass Arbeitnehmern, die vielleicht 1000 Euro oder 1500 Euro brutto verdienen, 20% Sozialversicherungsbeitrag in Relation zu deren Gehalt wesentlich mehr strapazieren, als jemanden, der 10.000 oder 15.000 Euro im Monat verdient. Und den mit 15.000 oder 10.000 Euro trifft es noch nichtmal so hart - denn das wird ja der Einkommenssteuer entgegengerechnet - und das macht schonmal einen ganz schönen Batzen aus.

@fuel: Ausgezeichneter Beitrag. Allerdings wird es nichtmehr lange dauern, bis der Euro in seiner Form nichtmehr existiert und der "Reset" wiedermal kommt. Dann geht das Ganze Spielchen wieder von vorne los, da kann man darauf warten. Die ersten Anzeichen gibt es ja schon - Anleihenblase, der Dax sportlich bewertet und in keiner Relation zu den wirtschaftlichen Aspekten hinter den Unternehmen und in Amerika sieht es so ähnlich aus wie hier. Das steht derzeit alles auf sehr wackeligen Beinen, es braucht nur ein laues Lüftchen und das ganze kippt um.
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fuel
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Anmeldungsdatum: 22.02.2011
Beiträge: 193

BeitragVerfasst am: Sa Jan 11, 2014 12:52 am    Titel: Antworten mit Zitat

n3toX hat folgendes geschrieben:
Allerdings wird es nichtmehr lange dauern, bis der Euro in seiner Form nichtmehr existiert und der "Reset" wiedermal kommt. Dann geht das Ganze Spielchen wieder von vorne los, da kann man darauf warten.


Damit wirst du höchstwahrscheinlich Recht haben. Noch dazu würde ich stark anzweifeln, dass der Euro in seiner jetzigen Form überhaupt je wirklich als souveräne Währung existiert hat. Tatsächlich war er seit jeher nur das, wozu er geplant wurde: als ein Tool der sogenannten Weltleitwährung namens Dollar.

Man sollte sich allerdings davor hüten zu glauben, dass mit dem "Reset" dann jegliche Schuldverhältnisse gegenüber Gläubigern getilgt werden, nach dem Motto: "ich kauf mir noch schnell ein Häuschen auf Pump als Realwert und wenn der Euro dann gefallen ist bin ich schuldenfrei". Das ist nicht richtig, im Gegenteil.

Wir haben es hier mit einer Finanzelite zu tun, welche aus ihrem Selbstverständnis heraus schon immer staatenlos und somit kosmopolitisch orientiert war, das heißt, dass sie eben nicht von bestimmten Ländern, Währungen oder Wirtschaftsräumen wie der EG abhängig ist, im Gegenteil, sie war es die diese erschaffen und kontrolliert hat. Deswegen mag ein "Reset" vielleicht kurzfristig positiv aussehen, der darauffolgende Neustart wäre dann aber umso verheerender, da sich durch den Zusammenbruch des vorherigen Systems eine umso striktere, und unkontrollierbare Form der Enteignung der Massen, welche durch die totale Kontrolle und Zentralisation der Medien weitgehend willenlos geworden ist, rechtfertigen lassen wird.

Letzen Endes geht es also darum, Gründe für die Legitimation der Beschränkung von Bürgerrechten, welche momentan noch in weiten Teilen der Verfassungen geschützt sind, künstlich herbeizuführen und darin ist momentan vor allem - wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzente anschaut - die amerikanische Regierung Weltmeister.
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CBK
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Anmeldungsdatum: 05.07.2011
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: Sa Jan 11, 2014 4:56 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wir werden nie zu einem Konsens finden, denn du teilst diese Meinung, und ich teile die andere. Ich bin in einem anderen Umfeld aufgewachsen, in dem mir gelehrt wurde, dass es nichts gibt, was unmöglich ist.


Die Einstellung teile ich.

Ich bin mir auf der anderen seite durchaus im klaren dass es Leute gibt dene die Kreativität fehlen würde überhaupt daran zu denken etwas neues auszuprobieren. Der gemeine Mensch ist ein gewohnheitstier das gerne alles so belässt wie es ist. Zudem neigen Menschen auch gerne dazu den Weg des geringsten Widerstandes zu nehmen und Studium oder eine weitere Ausbildung ist nicht der geringste Widerstand und du kannst nicht erwarten dass alle so Stressresisten und Willensstark sind wie du es bist Smile.


Zitat:
Du kannst mir viel erzählen, wieso - aus welchen abenteuerlichen Gründen auch immer - etwas nicht möglich ist. Das ist eine Ausrede, nicht mehr und nicht weniger.
Dass Gewerkschaften durchaus einen Sinn haben, habe ich nie angezweifelt - wenn eine Gewerkschaft aber heute mit lauten Tiraden einen Streik ankündigt und dann groß rumposaunt, man müsse dem Arbeitgeber "größtmöglichen Schaden zufügen", dann frage ich mich durchaus über die Sinnhaftigkeit mancher Gewerkschaften - auch über manche Lohnforderungen - 67% Lohnsteigerung - solls auch schon als Forderung gegeben haben...?


Jop, das find ich auch assozial die sache mit dem "größtmöglichen Schaden".
Ich aber auch der Meinung dass ein Arbeitgeber, solange es ihm gut geht, wenigstens die Inflation ausgleichen sollte und wenn er ein besonders gutes Jahr hatte seinen Mitarbeitern die auch mal Heimzahlen kann Smile




was ich mit "das Studium nicht schaffen" meine ist dass die meisten Leute einfach irgendwann rausgeprüft werden
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EDDF
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BeitragVerfasst am: Sa Jan 11, 2014 1:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

n3toX hat folgendes geschrieben:
CBK hat folgendes geschrieben:
@n3toX

Mal ganz abgesehn das wir vom Thema abgekommen sind es ist absolut utopisch zu glauben dass man innerhalb von 2 Jahren 70k Schulden abbezahlen kann dass dauert bei den meißten deutlich länger.


Es ist absolut uninteressant, ob es bei den meisten deutlich länger dauert. Es ist möglich.

Zitat:
Den Standort an dem du Stationiert wirst kannst du dir nur bedingt aussuchen und es ist zudem nicht gegeben dass deine Eltern in der nähe eines Flughafen wohnen.


Das stimmt. Aber wenn ich derweil in einer kostengünstigen Bude hause und ein kostengünstiges Auto zum Pendeln fahre, ist es durchaus möglich. Was ist das Einstiegsgehalt? 60.000-65.000 brutto? Das "Existenzminimum" beläuft sich auf ca. 1000 Euro netto - ich denke, da ist genug Spielraum, um innerhalb von 2 Jahren 70.000 Euro Schulden abzubauen. Es ist vielleicht nicht leicht und vielleicht nicht möglich mit dem Lebensstil, den man sich vorstellt. Aber da muss man halt dann seine Prioritäten setzen.

Zitat:
3 Jahre für ein Studium ist auch eher unwahrscheinlich (die meisten brauchen deutlich lämger), besonders auch weil man nebenher Geld verdinen muss, denn am Rockzipfel der Eltern kannst du dann nichtmehr hängen und Essen, Trinken und nen Zimmer brauchst du trozdem. Und selbst WG-Zimmer kosten in der Zwischenzeit auch gut und gerne mal 300€, was zimlich viel ist für jemand der nur Studieren will und sonst kein einkommen hat.


Das ist schon sehr ulkig. Ich schließe in 6 Semestern ab trotz meiner Firma, 60.000km Pendlerei im Jahr und wohne daheim mit One-Way zur Uni fast nochmal 60km.


Mir scheint das auch optimistisches Zahlengewirbele!

70000.- in 2 Jahren sind 35000.- Netto pro Jahr. Mit Versicherungen sind da locker schlappe 50000.- Brutto weg. Bleiben noch 15000.- Brutto für ne Bude, Pendlerkarre und Verpflegung, das stelle ich mir spannend vor.

Und dass Du in 6 Semester ein volles Studium inklusive Zusatzbelastungen hinlegst, ehrt Dich, ist aber alles andere als der von jedem, jederzeit zu erreichende Standard.

Egal, die Grundaussage mag ja richtig sein: Mit Arsch in der Hose kann man was bewegen! Schaffen tun das aber die allerwenigsten. Damit liegt die Gesellschaftsnorm ja wohl wo anders... und dort ist dann eher die wahre "Diskussionsgrundlage" zu suchen! Wink


Zuletzt bearbeitet von EDDF am Sa Jan 11, 2014 1:20 pm, insgesamt 5-mal bearbeitet
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oxide737
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Anmeldungsdatum: 10.12.2011
Beiträge: 1117

BeitragVerfasst am: Sa Jan 11, 2014 1:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

fuel hat folgendes geschrieben:
domdom01 hat folgendes geschrieben:
... Aber vielleicht sind die linken Umverteilungs-Ideologen dann wirklich zufrieden - dann wenn Europa in der weltpolitischen und wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit versinkt und alle GLEICH WENIG Wohlstand haben... Rolling Eyes


Das Ganze hat doch mit links oder rechts nichts zu tun. In der Realität der letzten Jahrhunderte hat es weder das, noch Gedankenkonstrukte wie Kommunimus, Sozialismus, Marxismus oder Demokratie je gegeben. Diese waren und sind lediglich dazu da, scheinbar unterschiedliche Weltanschauungen von Bevölkerungsgruppen zu labeln und gegeneinander auszuspielen, sodass nie ein gemeinsamer Konsens gegen die wahre herrschende Klasse zustande kommen kann. Divide et impera.
Jeder, der weiß, was exponentielles Wachstum, Zins und Geldschöpfung aus dem Nichts durch Bilanzverlängerung bei Banken ist, weiß auch dass die wahre Umverteilung nicht von arm auf reich, sondern gezwungenermaßen von fleißig auf reich von statten geht. Und das seit Generationen. Bis zum nächsten Crash, welcher es wiederum ermöglichen wird, zum Schutz vor dem eigenen System noch weitaus faschistoidere Konstrukte als zB den ESM zu etablieren, auch wenn das wirklich schwer vorstellbar ist.

Aber selbstverständlich ist die Frage, ob nun 8.50 oder 9 euro Mindestlohn pro Stunde angemessen sind oder ob Herr Steinbrück der richtige Mann für die Kanzlerkandidatur der SPD war oder nicht, hier um einiges relevanter für die öffentliche Debatte.

In Zeiten, in denen die Redaktionen großer Zeitungshäuser künstlich ausgedünnt und mit sinnfreier Lobbypropaganda zugemüllt werden und in denen ihr Überleben von den Geldspritzen einiger Großkonzernen abhängt, werden weder in Politik noch in Medien zielführende Fragestellungen verfolgt und das aus gutem Grund.


+over 9000
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Arbeitsmarktsituation für Piloten - Stand: August 2013 ---> https://www.pilotundflugzeug.de/artikel/2013-08-29/Pay_to_Fly_Cockpitjobs
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