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Lufthansa und Swiss
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
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BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2005 12:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Definition des Begriffes "Profit Center":

Profit Center sind einzelne kleine Betriebseinheiten innerhalb eines Unternehmens, die organisatorisch verselbständigt worden sind und über eigene Strukturen, Planungs- und Controllinginstrumente verfügen. Sie besitzen eine eigene Verantwortung für den betriebswirtschaftlichen Erfolg und erstellen eigene Kosten- und Erlösrechnungen!
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Romeo.Mike
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BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2005 1:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, also ich denke mal es ist das Beste für die Swiss, wenn die LH die Swiss aufkauft, wie die Regierung ja schon gesagt hatte, werden so Arbeitsplätze erhalten. Über die Anbindung an den Internationalen Luftverkehr lässt sich ja noch streiten. Entweder die LH lässt von der Swiss ab Zürich Strecken weiter bedienen, oder was wohl langfristig passieren wird, die LH veranstaltet Shuttleflüge von Zürich nach München / Frankfurt um von da ihre neuen Passagiere fliegen zu lassen.
Daher kann ich den Widerstand gegen die LH Übernahme verstehen, aber der LH vorzuwerfen sie habe die Swiss mit Absicht geschwächt ist quatsch.
Das ist ein freier Markt und da herrschen die Regeln der freien Marktwirtschaft, der, der das beste Preisleistungsverhältnis hat, bekommt die Kunden und wenn das die LH durch die Star Alliance ist, dann hat die Swiss da, so hart es klingen mag, Pech gehabt.
Seit dem die Swiss auf dem Markt ist hat sie nur rote Zahlen geschrieben, da würde ich als Aktionär auch froh sein wenigstens ein paar Cent zu sehen.
Wie lange es dauern wird, bis die Marke Swiss vom Himmel verschwindet ist etwas anderes, aber die Angestellten werden wohl langfristig in den LH Konzern eingegliedert...

Aber dies ist alles nur meine subjektive Meinung zu dem Thema...
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
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BeitragVerfasst am: Sa März 19, 2005 3:50 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Romeo.Mike hat folgendes geschrieben:
...oder was wohl langfristig passieren wird, die LH veranstaltet Shuttleflüge von Zürich nach München / Frankfurt um von da ihre neuen Passagiere fliegen zu lassen.
Daher kann ich den Widerstand gegen die LH Übernahme verstehen...

Sehe ich auch so!!!

Zitat:

...aber der LH vorzuwerfen sie habe die Swiss mit Absicht geschwächt ist quatsch.

Hmmm, so abwägig ist das gar nicht, betrachtet man mal den Zeitraum von dem letzten Übernahmeversuch bis jetzt! Da lag ja die Swiss auch wie auf dem Präsentierteller....Dass die aktuelle Situation den stolzen Schweizern ein Dorn im Auge ist, liegt auf der Hand!

Zitat:

...der das beste Preisleistungsverhältnis hat, bekommt die Kunden...
Nicht unbedingt! Derjenige, der die einflussreichste Allianz schliesst und das beste Networking macht!!!
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Romeo.Mike
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BeitragVerfasst am: Mo März 21, 2005 7:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

http://news.airwise.com/story/view/1111344806.html

Airwise/Reuters hat folgendes geschrieben:
March 20, 2005
Switzerland appears resigned to the sale of national airline Swiss to German rival Lufthansa, opinion polls showed on Sunday, two days before the Swiss government announces its verdict on a takeover.

Surveys showed a majority of Swiss parliamentarians and members of the public were in favor of selling unprofitable Swiss International Air Lines to Lufthansa rather than bailing the carrier out with new cash injections.

The government -- the largest shareholder in the three year old airline -- is expected to decide on Lufthansa's takeover offer on Tuesday, setting the lead for other shareholders and potentially marking the end of Switzerland's battle to keep the Swiss flag flying on a national carrier.

A survey in the SonntagsBlick showed that 53 percent of those polled were in favor of the sale to Lufthansa while 75 percent said the state should not put more money into the airline, which it helped bring to life in 2002.

A SonntagsZeitung poll showed that 56 of 81 parliamentarians were in favor of the takeover, while only three would allow more public money to be spent on supporting the company.

Swiss board member Walter Bosch told the SonntagsZeitung that when weighing up their options, the cabinet would likely decide to go with the Lufthansa offer.

"In the real world, the Lufthansa deal is the right solution," he was quoted as saying. "Everything else is dreams."

Along with cash from various Swiss companies, the government pumped some CHF600 million Swiss francs (USD$515.2 million) into Swiss when it was formed in early 2002 from the remnants of failed predecessor Swissair and regional carrier Crossair.

According to sources close to negotiations, Lufthansa is offering around EUR50 million (USD$66.6 million) to buy out small shareholders while larger shareholders -- mainly Swiss companies which chipped in to get Swiss airborne -- would receive a symbolic sum.

Big shareholders include large banks UBS and Credit Suisse as well as pharmaceutical companies Novartis and Roche, and food giant Nestle.

A spokesman for Swiss on Sunday declined to comment on newspaper reports that the major shareholders would be given a cash bonus tied to the success of a deal.

If Lufthansa shares outperform the sector over the next three years, Swiss's current major shareholders would receive a cash bonus capped at the current market value of Swiss of around CHF500 million (USD$429.5 million), the NZZ am Sonntag said.

Newspapers also reported that Lufthansa would invest in two new long-haul jets for Swiss, creating jobs at the airline's hub in Zurich.

(Reuters)

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jonas
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BeitragVerfasst am: Mo März 21, 2005 9:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

http://news.airwise.com hat folgendes geschrieben:

Newspapers also reported that Lufthansa would invest in two new long-haul jets for Swiss, creating jobs at the airline's hub in Zurich.


Na klasse, diesen Kommentar hätte man sich aber auch schenken können!!! Das hört sich so an, als ob unter dem Strich Jobs in Zürich geschaffen werden! Das Gegenteil dürfte aber der Fall sein! Mehrere Experten für Luftfahrtmanagement haben unisono gesagt, dass 3 Hubs ökonomisch unsinnig sind!!! Das bedeutet in der Konsequenz, dass sich LH mittel- und langfristig auf FRA und MUC konzentrieren wird!!! Da man aber die Stimmung in der Schweiz nicht noch weiter aufheizen möchte, wird das erstmal schön kaschiert und die Kritiker beruhigt...

Gruß, jonas
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Romeo.Mike
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BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 12:50 am    Titel: Antworten mit Zitat

espace.ch hat folgendes geschrieben:

Swiss: Privates Übernahmeprojekt gescheitert
Das Projekt zweier Anwälte, mit privaten Investoren die Swiss zu übernehmen, ist gescheitert. Es wurden nur Investitionen von 4 Millionen Franken zugesagt. Die Initianten brachen deshalb ihr Projekt ab.


Ihr am Freitag in Schweizer Tageszeitungen publizierter Offener Brief habe zwar eine grosse Publizität erfahren, doch seien die Reaktionen bereits am selben Abend praktisch versiegt, schreiben die Initianten.

Mit den in Aussicht gestellten 4 Millionen Franken fehle dem Projekt die Legitimation, um mit dem Bund und anderen grossen Aktionären über eine Übertragung der Swiss-Beteiligung zu sprechen. Das Vorhaben werde deshalb nicht mehr weiter verfolgt. Der Verwaltungsrat der Swiss sei entsprechend informiert worden.

Die Anwälte, Jürg Brand und Marius Grossenbacher, wehrten sich mit ihrer Aktion gegen die «Verschenkung einer funktionierenden Airline-Gruppe», wie sie in ihrem Offenen Brief schrieben. Sie suchten Investoren, die bereit waren, mindestens 10 000 Franken in eine Lufthansa-Alternative zu stecken

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Romeo.Mike
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BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 1:08 am    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,347294,00.html

Spiegel Online hat folgendes geschrieben:
Deckname "Universe"

Von Dinah Deckstein

Der Einstieg bei der Swiss bedeutet eine Zäsur in der Geschichte der Lufthansa: Konzernchef Wolfgang Mayrhuber bricht mit Grundsätzen, die im Unternehmen als sakrosankt galten - und tritt so aus dem Schatten seines Vorgängers. Und das ist erst der Anfang.

Der Dienstag dieser Woche verspricht ein richtig guter Tag zu werden für Wolfgang Mayrhuber. Am späteren Abend feiert der Lufthansa-Chef im kleinen Kreis seinen 58. Geburtstag. Läuft alles nach Plan, hat er dann schon einen neuen Vertrag über fünf Jahre in der Tasche, den ihm der Aufsichtsrat am Vormittag wohl bewilligen wird.

>Sein schönstes Geburtstagsgeschenk kennt Mayrhuber auch schon, schließlich hat er es selbst ausgesucht: die kleine, aber feine Schweizer Fluglinie Swiss. Bereits im vergangenen Oktober war der Österreicher bei Swiss-Verwaltungsratschef Pieter Bouw vorstellig geworden, um erneut um den finanziell angeschlagenen Konkurrenten zu buhlen. Stimmen die Kontrollgremien beider Unternehmen seinem Einstiegsangebot zu, kann Mayrhuber den Juniorpartner schon ab Herbst in sein weltumspannendes Streckennetz einplanen.

Selten zuvor wurde der Zusammenschluss von zwei Fluglinien so diskret und generalstabsmäßig eingefädelt wie die Zweckehe zwischen dem deutschen Kranich-Carrier und der eidgenössischen Nationalikone mit dem Schweizer Kreuz auf der Heckflosse. Dass der Deal mit dem Decknamen "Universe" am Ende dennoch vorzeitig durchsickerte und damit gefährdet wurde, löste bei einigen Lufthansa-Managern Wutanfälle aus: Schließlich wollte Mayrhuber diesmal alles richtig machen, nachdem der erste Annäherungsversuch der Lufthanseaten vor anderthalb Jahren an Indiskretionen, überzogenen Forderungen und dem präpotenten Auftreten einiger seiner Manager gescheitert war.

Auf Druck von Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley hatten die Deutschen damals verlangt, dass die Swiss-Anteilseigner, darunter die Schweizer Regierung, der Kanton Zürich und namhafte Großunternehmen wie Nestlé oder Novartis, nochmals rund 320 Millionen Euro nachschießen. Die überzähligen Flugzeuge sollten in eine separate Verwertungsgesellschaft eingebracht werden, um die Bilanz und das Kreditrating der Lufthansa nicht zu belasten. "So schlecht geht es uns wirklich noch nicht", empörte sich prompt ein Swiss-Verwaltungsrat, " dass wir leise weinend durch die kalte Küche abziehen müssten."

Die Lufthansa-Manager haben aus den Erfahrungen von 2003 offenbar gelernt. Teure Unternehmens- und PR-Berater blieben diesmal zunächst außen vor. Stattdessen heckten Mayrhuber, Bouw und der neue Swiss-Chef Christoph Franz die Details der Transaktion erst einmal allein aus. Anders als beim ersten Mal müssen die Swiss-Anteilseigner nun kein frisches Geld mehr nachschießen. Die Kleinaktionäre sollen eine Abfindung erhalten, die sich am Börsenkurs der letzten 30 Handelstage orientiert und sich für die Lufthansa auf rund 60 Millionen Euro summiert. Ob auch die Großaktionäre einen Ausgleich bekommen sollen, wird noch diskutiert.

Parallel dazu wollen die Aufkäufer aus dem Norden Schulden und Leasingverbindlichkeiten der Swiss von netto rund 700 Millionen Euro übernehmen. Finanziell wäre die Übernahme für die Lufthansa kein Problem: Mayrhuber und seine Kollegen hatten sich erst im vergangenen Juni über eine Kapitalerhöhung 750 Millionen Euro frisches Geld beschafft.

Anders als 2003 geplant, soll diesmal auch ein Großteil des Langstreckennetzes erhalten bleiben, das die Eidgenossen dringend brauchen, um den ungehinderten Geldzufluss aus aller Welt zu sichern. Einschnitte sind allerdings bei den Kurzstreckenrouten der Swiss zu erwarten.

Die zentrale Routenplanung sowie ihre Vielfliegerdatei werden die stolzen Schweizer wohl den Lufthansa-Experten im fernen Frankfurt abtreten müssen. Bei einigen Zulieferern könnten zudem Jobs wegfallen, wenn die Lufthansa das Geschäft eigenen Töchtern überträgt.

Kein größeres Problem dürften dagegen die vergleichsweise hohen Löhne in der Schweiz darstellen. Die Swiss-Mitarbeiter verdienen zwar mehr, müssen davon aber mehr Sozialabgaben selbst tragen. Betrachtet man die gesamten Lohnkosten, unterscheiden sich Swiss- und Lufthansa-Mitarbeiter kaum.

Was auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Zusammenschluss von zwei ungleichen Wettbewerbern anmutet, könnte sich für Mayrhuber als langersehnter Befreiungsschlag erweisen. Seit der studierte Techniker vor drei Jahren zunächst zum Stellvertreter seines großen Mentors Jürgen Weber ernannt wurde und ihn später an der Spitze der drittgrößten europäischen Fluglinie ablöste, wird in der Branche gerätselt, wohin der gebürtige Österreicher mit der Lufthansa steuern will.

Kaum ein anderer Topmanager aus der Riege der Dax-Unternehmen hält sich öffentlich so bedeckt wie der oberste Chef der mehr als 90 000 Lufthanseaten. Termine sind bei dem noch immer jugendlich wirkenden Vorstandschef kaum zu bekommen. Für das Unternehmen stand lange Jahre nur ein Mann, der weltweit als Synonym der Kranich-Linie galt: Konzernlenker Weber, der seit Sommer 2003 den Aufsichtsrat leitet.

Durch Mayrhubers Coup in der Schweiz wird nun erstmals auch für Außenstehende deutlich, wie weit sich der einstige Zögling inzwischen von seinem Vorgänger emanzipiert hat. Der Neue bricht massenweise mit Grundsätzen, die in der Ära Weber als sakrosankt galten, auch wenn beide das offiziell nie zugeben würden.

Noch in seiner Amtszeit als oberster Lufthansa-Lenker predigte Weber, Fusionen oder Übernahmen seien im Airline-Geschäft wenig sinnvoll. Stattdessen ging er lieber Kooperationen und Allianzen ein.

Nun soll bei der Lufthansa ausgerechnet eine Gesellschaft andocken, die allein nur schwer überlebensfähig wäre und noch immer als überdimensioniert gilt. Damit besitzen die Deutschen neben ihren zwei Verkehrsdrehscheiben in Frankfurt und München demnächst sogar noch einen dritten sogenannten Hub, in Zürich. Weber war in der Vergangenheit stets der Meinung, dass es besser wäre, nur ein einziges Passagierumsteigezentrum zu haben.

Dass sein Nachfolger aus dem Bauerndorf Waizenkirchen bei Linz nicht davor zurückschreckt, auch andere heilige Kühe zu schlachten, musste Weber bereits in den vergangenen Monaten feststellen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit verkaufte Mayrhuber gleich ein halbes Dutzend Beteiligungen wie das US-Cateringgeschäft, das Gebäudemanagement oder die Anteile am Computerreservierungssystem Amadeus, die Weber einst eingesammelt hatte, um den Konzern unabhängiger zu machen vom Auf und Ab im Passagiergeschäft.

Mayrhuber will sich dagegen verstärkt aufs Kerngeschäft konzentrieren, nachdem er feststellen musste, wie verwundbar Ableger wie die Cateringtochter LSG oder die Touristikbeteiligung Thomas Cook sind, wenn die Nachfrage in wichtigen Märkten einbricht.

Selbst von Webers einstigem Lieblingsbaby, der Beteiligung an British Midland, will der Lufthansa-Boss sich trennen. Sein Vorgänger hatte das Paket 1999 übernommen, weil er sich so Zugang zum noch immer streng abgeschotteten Londoner Flughafen Heathrow verschaffen wollte.

Parallel dazu startete Mayrhuber eine großangelegte Qualitätsoffensive. In Frankfurt und demnächst auch in München lockt die Lufthansa gerade mal 3000 Topkunden mit exklusiven Abfertigungsterminals, obwohl die Vielflieger in der Regel nur eines wollen: möglichst schnell abheben. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann ab Ende März sogar mit Privatmaschinen des neuen Partners NetJets auf Geschäftsreisen oder in den Urlaub starten.

Nach Auskunft von Lufthansa-Insidern plant Mayrhuber bereits weitere strategische Weichenstellungen, die Entscheidungen seines Vorgängers korrigieren. Bereits im Dezember vergangenen Jahres forderten Manager der Touristiktochter Thomas Cook, die je zur Hälfte der Lufthansa und KarstadtQuelle gehört, namhafte Investmentbanken auf, bei einem Wettbewerb mitzubieten. Es ging um einen lukrativen Auftrag: den geplanten Ausverkauf von Beteiligungen wie der Ferienclubkette Aldiana und das Indien- oder Kanada-Geschäft abzuwickeln. "Unter dem neuen Management ist die Überzeugung gereift", heißt es in den streng vertraulichen Ausschreibungsunterlagen, "dass die schwierige Situation allein mit Kostensenkungsmaßnahmen nicht zu lösen ist."

Zumindest für den Clubableger Aldiana haben die Thomas-Cook-Manager schon einen potentiellen Käufer ausgeguckt: den Wettbewerber TUI, den Weber mit Hilfe seines von ihm und dem ehemaligen Karstadt-Chef Walter Deuss geschmiedeten Touristikkonzerns dereinst sogar überflügeln wollte.

Das ist Vergangenheit. In der Branche werden längst Wetten abgeschlossen, wann Mayrhuber auch den Rest des Reise-Imperiums aus Neckermann, Condor oder Bucher abstößt, zumal auch der Partner KarstadtQuelle dringend Geld braucht, um sein Einzelhandelsgeschäft zu sanieren.

Mächtig für Furore sorgen dürfte auch ein anderer Plan Mayrhubers, der zwar erst in paar Jahren umgesetzt, aber schon im Frühjahr vorbereitet werden soll: die Übernahme der Mehrheit an der Regionaltochter Eurowings und damit auch an dem Billigflieger Germanwings, wo Lufthansa zurzeit noch 49 Prozent hält.

Weber war die Beteiligung vor vier Jahren auf Drängen einiger Vorstandskollegen nur widerstrebend eingegangen, weil er glaubte, die Schnäppchenflieger seien bloß eine Modeerscheinung. Das Kartellamt ließ damals nur eine Minderheitsbeteiligung zu, weil die Lufthansa ihre marktbeherrschende Stellung sonst noch ausgebaut hätte.

Doch seit die Sparflieger immer neue Routen besetzen und Passagierrekorde brechen, schwindet die Lufthoheit der Kranich-Linie. Eine Aufstockung der Anteile dürfte deshalb heute deutlich leichter fallen. Mayrhubers Mannen wollen daher bereits im April bei den Wettbewerbsbehörden vorfühlen, ob sie die Töchter mittelfristig komplett übernehmen können.

Zunächst muss der Lufthansa-Chef allerdings erst einmal den geplanten Einstieg bei der Swiss erfolgreich zu Ende führen. Und der scheint keineswegs so leicht zu fallen, wie die Akteure nach außen hin glauben machen wollen.

Haupthindernis dürften nicht seine Kontrolleure sein, die er am Dienstag dieser Woche informieren will, sondern die selbstbewussten Eidgenossen.

In Interviews und Leserbriefen wettern besorgte Politiker und Topmanager über den angeblich viel zu geringen Kaufpreis von rund 60 Millionen Euro. "Ja stärneföifi nochmals, die Swiss ist doch viel mehr wert", empörte sich erst am Dienstag vergangener Woche der Schweizer Unternehmensberater und Uhrenkönig Nicolas Hayek im Boulevardblatt "Blick" über den "viel zu billigen Deal".

In großformatigen Anzeigen warben zwei bekannte Zuger Anwälte am Freitag vergangener Woche bereits um Investoren für eine geplante Swiss-Beteiligungsfirma, um ihr Nationalheiligtum den Klauen des Kranichs zu entreißen. Wer will, kann sich ab 6450 Euro beteiligen. Die Firmenaufkäufer, von denen einer schon den Halbbruder des Topterroristen Osama Bin Laden beraten hat, kritisieren vor allem, dass die Swiss-Manager zuvor keine Konkurrenzangebote einholten.

Sollten die verschreckten Bundes- und Kommunalpolitiker in Bern und Zürich, die zusammen immerhin rund 30 Prozent der Anteile halten, am Ende doch noch vor dem geballten Volkszorn einknicken, könnte Mayrhubers jüngstem Höhenflug der jähe Absturz folgen. Dann ginge er als Mann in die Luftfahrtgeschichte ein, der gleich zweimal um die spröde Swiss warb - und am Ende doch noch einen Korb bekam.

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LHDaniel
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BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 7:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hier mal eine Nachricht von LH direkt, die aussagekräftiger ist, nach den heutigen Sitzungen von LH und LX.




We have published the following Ad hoc disclosures pursuant to section 15 of the German Securities Trading Act (Wertpapierhandelsgesetz:

Takeover and integration of SWISS into the Lufthansa Group ready for signing

The supervisory board of Deutsche Lufthansa AG in its meeting today has approved the business model developed jointly with Swiss
International Air Lines AG for the takeover and integration of SWISS into the Lufthansa Group. The administrative board of SWISS has also
approved the transaction in its meeting today. The large SWISS shareholders also support the proposal: an approval has already been
obtained for more than 82.98% of the SWISS share capital. The corresponding Integration Agreement will be signed today.

Due to antitrust and air traffic law requirements, the shares of SWISS will be held by a newly-established Swiss company (AirTrust), of which
Lufthansa will initially acquire 11%. After receiving antitrust approval, Lufthansa will increase its share to 49% and after the corresponding air
traffic agreements have been obtained, acquire 100% of AirTrust and accordingly of SWISS.

AirTrust will submit a takeover offer to the free-float shareholders of SWISS. The large SWISS shareholders, on the other hand, will receive
an outperformance option (earn-out) from Lufthansa in exchange for their shares. Accordingly, the purchase price for the complete acquisition
of SWISS will range between approximately EUR 45 million for the takeover offer to the 15% free-float shareholders and up to EUR 265
million for the earn-out of the large SWISS shareholders, up to an aggregate amount of around EUR 310 million.


Lufthansa: Wolfgang Mayrhuber for a further period of five years Chairman of the Executive Board and CEO

In today's meeting, the Lufthansa Supervisory Board has confirmed Wolfgang Mayrhuber in his post as Chairman of the Executive Board and
CEO of the Lufthansa Group and extended his contract, which is due to expire on December 31, 2005, for a further five years until December
31, 2010.

Deutsche Lufthansa AG
Investor Relations
60546 Frankfurt

Gruß Daniel
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SPIC
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Anmeldungsdatum: 28.12.2004
Beiträge: 185

BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 8:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Voraussichtlicher Zeitplan

März 2005: Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an SWISS
Mai 2005: Öffentliches Übernahmeangebot an die Free-Float-Aktionäre
3. Quartal 2005: Erwerb von Anteilen an SWISS von bis zu 49% nach
kartellrechtlicher Freigabe durch die Europäische Kommission
30. Oktober 2005: Schrittweise operative Integration ab dem Winterflugplan
2005/2006
2006/2007: Vollständige Übernahme von SWISS nach Sicherung der Verkehrsrechte


Ebenso:
Zitat:
Das gemeinsam erarbeitete Geschäftsmodell sieht vor, dass SWISS eine weitgehend
eigenständige Fluggesellschaft mit Geschäftsleitung und Sitz in der Schweiz, mit
eigener Flotte und Crew bleibt und im Lufthansa-Verbund als Profit-Center
geführt wird. SWISS wird ihren eigenen Markenauftritt behalten, ihre Stärken
weiter entwickeln und ihren Standortvorteil im Schweizer Markt ausbauen. Dazu
gehören ein nachfragegerechtes internationales Streckennetz und ein
interkontinentales Drehkreuz am Standort Zürich, das neben den
Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München gleichberechtigt entwickelt werden
soll. Lufthansa wird die Langstreckenflotte der SWISS um zwei zusätzliche
Flugzeuge erweitern, falls wettbewerbsfähige Kostenstrukturen vorliegen. Dem
Unternehmen SWISS und seinen Mitarbeitern eröffnen sich langfristige
Perspektiven.


Also, doch keine schlechten Karten für die NFFler. Außerdem soll die Swiss neue Flieger bekommen, was ja heißt, dass mehr Piloten gebraucht werden bzw. die "überflüssigen" neue Einstellungen zu hoffen haben. ODER SHE ICH DAS FALSCH?...

Gruß SPIC
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 8:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Das hört sich mir viel zu blumig formuliert an! Die LH übernimmt die Swiss nicht aus Nächstenliebe, sondern verfolgt damit knallharte Eigeninteressen! Jeder Experte für Luftfahrtmanagement gibt zu Bedenken, dass drei Hubs auf Dauer ökonomischer Schwachsinn sind! Da ist also das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen...und solange die Übernahme nicht in "trockenen Tüchern" ist, wird sich das LH-Management hüten, den stolzen Schweizern Angriffsfläche bzw. Konfliktpotenzial zu bieten!!! Die LH-Manager waren ja schon stinksauer, dass der bevorstehende Swiss-Deal überhaupt durchgesickert ist, weil sich scheinbar jemand nicht still verhalten konnte!

Außerdem, bei der Swiss handelt es sich um eine defizitäre Airline am Rande der Insolvenz! Sie muss saniert werden...Und wie macht man das am besten: Richtig, indem man die Kostenschraube anzieht...Es wird also intensive Einsparungen geben, BEVOR wieder investiert wird, man wird versuchen, die Überkapazitäten abzubauen!
Von den vielen gefährdeten Pilotenstellen liest man nämlich KEIN EINZIGES WORT in dem Artikel!!!

Gruß, jonas
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LHDaniel
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Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 488
Wohnort: 80km südwestlich von FRA

BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 8:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das ganze auch viel zu positiv geschrieben.

Im Rahmen des Einsparungsprogramms sollen doch schon Piloten bei der Swiss eingespart werden.
Die 2 Extraflugzeuge machen dann den Anschein, dass ja eigentlich alles in Ordnung ist mit LX bezüglich der Piloten. Im Gegenteil, es werden ein paar mehr gebraucht.
Was bei rauskommt wird meiner Meinung nach etwas anders aussehen.
Wie Jonas schon sagte, hat LH da bestimmte Interessen, die verfolgt werden, Geld Verschleudern macht man ja nicht einfach nur aus Spaß.
Mit Fusionen sollen immer Kosten getilgt werden und das wird wohl auch hier passieren.

Gruß Daniel
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Di März 22, 2005 8:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal zu Erinnerung: Dieser Artikel ist gerade mal 6 Wochen alt...So rosig scheint die aktuelle Situation also nicht zu sein...


Neue Züricher Zeitung hat folgendes geschrieben:

6. Februar 2005, 13:32, NZZ Online

Eckpläne für Piloten-Abbau
Swiss legt Gewerkschaften Details der neuesten Sparrunde vor
Die neue Sparrunde bei der Swiss konkretisiert sich: Die Swiss hat den Gewerkschaften ein Papier mit Eckpunkten zu den Abbauplänen vorgelegt. Ein Swiss-Sprecher und der Präsident der Pilotenvereinigung Swiss Pilots bestätigten einen entsprechenden Pressebericht. Konkrete Zahlen wollten sie jedoch nicht kommentieren.

(ap) Die Fluggesellschaft Swiss hatte Mitte Januar eine Restrukturierung des Europageschäfts angekündigt, verbunden mit einer Reduktion der Europaflotte. Das von der Swiss-Führung an die Gewerkschaften der Piloten, des Kabinen- und des Bodenpersonals abgegebene Papier zu den Eckpunkten sieht laut der «Sonntagszeitung» vor, dass bei den Piloten im Regionalsegment ein Abbau von 440 auf 207 Vollzeitstellen geplant ist. Bei den Airbus-Piloten würden 73 von 658 Stellen gestrichen.

Alle Saab-Piloten betroffen
Gemäss dem Zeitungsbericht soll der geplante Abbau nicht nach dem Dienstalter der Piloten, sondern nach Flottentyp erfolgen. Alle Saab-Piloten würden ihre Stelle verlieren. Die Swiss hatte Mitte Januar bekannt gegeben, dass der Swiss-Verwaltungsrats im Kern eine Reduktion der Europaflotte um mindestens 13 kleinere Regionalflieger sowie den konzernweiten Abbau von bis zu 1000 Arbeitsplätzen beschlossen hat. Die Regionalflotte der Swiss besteht gegenwärtig aus sieben Maschinen des Typs Saab, 19 Jumbolinos und elf Embraer. Nach der Restrukturierung sollen noch 17 Jumbolinos und sieben Embraer betrieben werden.

Piloten müssen mehr arbeiten
Neben dem Flottenabbau sei zudem eine Produktivitätssteigerung im Cockpit von 38 Prozent geplant. Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel und der Präsident der Swiss Pilots, der Vereinigung ehemaliger Crossair-Piloten, Christoph Frick, wollten diese Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren und verwiesen auf die von Swiss mit den Gewerkschaften vereinbarte Vertraulichkeit der Verhandlungen. Die Swiss nehme zur Kenntnis, dass einige Zahlen an die Öffentlichkeit gelangt seien, wolle aber die Verhandlungen nicht über die Medien führen, sagte Donzel.

Gewerkschaft: Nur Maximalforderungen
Swiss-Pilots-Präsident Frick wies darauf hin, dass das Papier eine Maximalforderung der Swiss darstelle. Falls diese zu drastisch ausfielen, wäre diese jedoch nicht mehrheitsfähig. Die Vereinigung Swiss Pilots werde übernächste Woche diesem Papier ihre eigenen Vorstellungen zu Handen der Swiss entgegenstellen. Dann sei die Pilotengewerkschaft grundsätzlich zu Verhandlungen bereit.
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