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EB 12/13.06.
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Em-Jay
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Anmeldungsdatum: 07.08.2012
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BeitragVerfasst am: Do Jul 11, 2013 10:33 pm    Titel: EB 12/13.06. Antworten mit Zitat

Vorwort: Nachdem jetzt etwas Zeit vergangen ist und ich das jetzt auch mal realisiert habe was da in den zwei Tagen passiert ist, habe ich mich entschlossen euch einmal meine Erfahrung mit dem großen Mysterium FQ mitzuteilen. Es gilt hierbei wie bei allen anderen Erfahrungsberichten. Richtet euch nicht zu stark an meine Tipps, sondern filtert heraus was euch weiterhelfen kann und was nicht. Die FQ im Gesamten ist so speziell und individuell, dass es keine Optimallösung gibt! Aber das weiß ein aufmerksamer Leser des Pilotenboards ja bereits Wink Weil ich mich nie kurz fassen kann, wird der Bericht ein wenig länger und ich versuche ihn möglichst gut zu strukturieren Very Happy

Vorbereitung: Hauptsächlich habe ich mich mit Hilfe des Pilotenboards vorbereitet. Alles wissenswerte findet man hier, natürlich nicht direkt in einem EB, man muss schon recht viel lesen, damit man weiß, welchen Angaben man Vertrauen schenken kann und welchen nicht! Geht beim Lesen von EB (natürlich auch diesem hier) eher kritisch mit diesen um, bevor man zu blauäugig da druchstolpert!

Als Buch hab ich mir das Buch AC von Hesse und Schrader zugelegt. Ist ganz gut und schön, aber wirklich gebracht hat es mir nichts.

Für den technischen Aspekt hab ich mich mit Freunden und Bekannten über alltägliche technische Dinge unterhalten, mehr nicht. Die Bücher Denksport Physik und Physik für Schule und Beruf kann man für die FQ getrost in der Ecke liegen lassen, in der Einladung steht ja auch sinngemäß "Gegebenenfalls wird dort auch ihr technisches Verständnis überprüft" drin und nicht sowas wie "Bereiten Sie sich nochmals ausführlich auf einen TVT oder PHY Test vor, der es noch einmal in sich hat" Man soll beweisen, dass man mit offenen Augen durchs Leben geht und technische Dinge hinterfragt und nicht einfach nur nutzt. (Beispiel Kühlschrank)

Über das Unternehmen hab ich mich mit Hilfe von Wikipedia vorbereitet, da steht alles kurz und knapp drin, mehr braucht man wirklich nicht. Man muss nicht den Geschäftsbericht auswendig lernen!!

Desweiteren habe ich mich lange Zeit mit so einer Art Selbstfindungsphase beschäftigt, viel über mich nachgedacht "wie wirke ich auf andere" "was halten andere von mir" "was sind meine schwächen und wie gehe ich damit um" "wie erkläre ich meinen verkorksten Lebenslauf?" Zu letzterem mehr unter den persönlichen Aspekten.

Persönliches: Ich bin jetzt 25 und hab mich letztes Jahr um diese Zeit ca beworben. Hab damals die 11. Klasse wiederholt, dann die Schule gewechselt, nach der 13.1 zu viele Defizite gehabt und musste gehen. Mit einem Fachabi von 3,5! Dann hab ich eine Einstiegsqualifikation für Jugendliche gemacht (kam mir da vor wie einer der jetzt schon unter jugendarbeitslosigkeit leidet und sich beweisen muss, dass er gut genug ist) Das ging ein halbes Jahr und dann 3 Jahre Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel. Die hab ich dann auch recht gut abgeschlossen und danach mein Abi nachgeholt auf dem 2. Bildungsweg. Hab das jetzt auch mit 1,4 abgeschlossen. Also wenn man was will, dann kann man auch (fast) alles erreichen!

Der Tag davor: Angereist mit Zug (Natürlich wäre ich gerne geflogen, aber von Paderborn nach Hamburg mit Zwischenstop in München machte für mich wenig sinn, außerdem war es preislich echt ne andere Liga, leider) Wir haben uns dann glaube ich um 19 Uhr mit insgesamt 6 Leuten in der Lounge vom Motel One getroffen und sind zum Marche gelaufen. Die Pizza ist da echt so richtig lecker, kostet natürlich ordentlich aber macht die Schale mit den Zutaten auch randvoll, ach was sage ich, mehr als das Very Happy Der Trick ist es von der Statik so aufzubauen, dass die Zutaten sich gegenseitig stützen und möglichst keine Zwischenräume freilassen! Very Happy Danach haben wir uns noch ein wenig die Flugzeuge angeguckt und immer bestimmt, welches Modell das gerade ist. Ich konnte es zu dem Zeitpunkt aber auch nicht richtig, außer Boeing vom Airbus zu unterscheiden Very Happy So ein Treffen ist meiner Meinung nach extrem wichtig. Wichtiger als bei der BU, weil man in den Gruppengesprächen auch miteinander klarkommen muss und wenn man weiß wie der eine oder andere tickt, fällt einem das leichter und nimmt auch die Anspannung! Gegen halb 10 war es glaube ich sind wir dann aufs Zimmer hab mir im Motel One dann noch die Fische auf dem Sender Hotel TV angeguckt und als mir das zu blöd wurde noch Akte 2013 und 1Gegen1 oder wie das heißt was danach kommt Very Happy Eingeschlafen gegen 12 ca.

1. Tag: 3 Wecker gestellt, ab 6 Uhr, um halb 6 hellwach gewesen. Wecker ausgestellt und um viertel vor 6 in die Dusche Wink Herrlich, konnte ich mal wieder die wunderbare "Motel One Regendusche" genießen und habe mir dabei nur gedacht "wäre das ein schöner Alltag, jetzt gleich zum Flughafen zu gehen, in ein Cockpit zu steigen und fliegen zu dürfen" aber soweit war es da noch lange nicht. Jeans und T-Shirt an und ab zum Frühstück. Mit 2 Brötchen und einem gekochten Ei ging es dann gestärkt nochmal aufs Zimmer, rein in den Anzug und mit den anderen zur Sportallee 54A, ich weiß auch nicht, wer meinte, wir müssten zu B, wir haben es gefunden. Da haben wir dann auch die anderen 4 kennengelernt und dann ging es mit 10 Mann in den Highspeed Aufzug nach ganz oben. Im Warteraum als erstes den Wasserspender angesteuert und die Palme gegossen. Dann alle in einen Raum, sympatischer Auswahlkapitän und insgesamt recht nette Leute.

Ich durfte anschließend erst zur DCT Einweisung und dann wieder im Warteraum warten (heißt ja nicht umsonst so Very Happy ) Als dann die ersten 5 wieder da waren vom Streitgespräch durfte ich nochmal in dem Raum platz nehmen. war dann von den 5 als dritter dran. Eine Etage weiter unten ist es dann. man kommt rein und es geht direkt los, die Psychologen blendet man aus und fängt das diskutieren an. Ich hatte absolut kein Zeitgefühl mehr und wusste nicht wann ich mit Lösungsvorschlägen beginnen sollte und hab mich dann auch teilweise mit den Argumenten wiederholt bis die 10 Minuten wohl rum waren und man doch noch zu einer Lösung kam.

Mit gemischten Gefühlen ging es dann wieder in den Warteraum und ich war glaube ich sogar einer der ersten, die zum DCT durften. Andere gingen schon zum Gruppengespräch. Mit meinem Partner kam ich super klar, wir hatten uns am Abend vorher schon gut verstanden und so gingen wir optimistisch in an die Aufgabe heran. Vorbereiten braucht man sich wirklich nicht, die Einweisung ist idiotensicher und es macht auch richtig Spaß! Am Ende muss man wie bei jedem Test sich selbst einschätzen und auch angeben, ob man mit der Partner zufrieden war, bzw ob man lieber einen anderen Partner gehabt hätte. Wink

Nach dem DCT wusste ich auch nicht ob die beiden Tests jetzt gut oder schlecht waren, man kann das selbst so schlecht einschätzen. Danach war die Mittagspause, ich hatte zwei Tests hinter mir, andere hatten bis dahin nur das Streitgespräch gemacht, die waren dann doch recht schlecht dran. Ich bin eben zu Lidl und hab mir ne Kleinigkeit gekauft. Dann gings auch schon zurück und wieder in den Warteraum.

Zu meiner Überraschung bin ich dann direkt abgeholt worden zum Gruppengespräch und damit fing das Elend an Very Happy Ich musste das mit 2 Personen zusammen machen, die ich noch kein bisschen kennengelernt hatte, außer morgens vor dem Gebäude haben wir uns einmal vorgestellt. Ich wusste nicht wie die so drauf sind und das ist dann ganz schön schwer, wenn es direkt losgeht und zählt und es keine Eingewöhnungszeit gibt. Zum Inhalt werde ich hier nichts sagen, es ist nur ein sehr komplexer Test, der sich auch durch die Mehrfachbelastung (Individualaufgabe) nicht unbedingt als Selbstläufer entpuppt Wink Ich war damit maßlos überfordert, hab sehr wenig gesagt, war der schlechteste in der Individualaufgabe und hab mich absolut unwohl gefühlt und nicht ins Gespräch gefunden. Da können die 4 Durchgänge schon gefühlt 3 Stunden lang sein. Einer von den beiden hat das Gespräch an sich gerissen und geleitet, zu meinem Glück, weil ich hätte das nicht machen können, ich wusste nicht wo oben und unten ist. Nach dem Test war es ca halb 3 und ich war mit allen Tests durch. Konnte dann noch gemütlich bis 6 Uhr im Warteraum warten und hatte den Abend auf der Reeperbahn schon längst geplant. Ich hatte mich schon damit abgefunden rauszufliegen da sitze ich in dem Raum und der Auswahlkapitän sagt "Es geht weiter" ich dachte nur "ja ich bin der nächste, dann sag jetzt auch auf wiedersehen" aber danach kam nur nochmal "es geht weiter, morgen 08:45 Simulator" und dann hab ich nur sowas von mir gegeben "das kann doch nicht sein, im gruppengespräch war ich doch alles andere als gut, ich hab da nicht reingefunden und und und" da kam dann nur "vergessen Sie, was sie heute gemacht haben, lesen Sie sich das Script nochmal durch zum Sim und dann sehen wir Sie morgen wieder" Er hat mir glaube ich 10 mal die Zeit für den Sim gesagt und im rausgehen kam die Überprüfung "wann sind sie morgen dran?" "ääähm, ja, morgen früh um" "08:45, genau!" Very Happy Freudestrahlend bin ich dann zurück und stellte fest, dass mein Partner aus dem DCT und einer aus dem Gruppengespräch es nicht geschafft hatten. Außer der, der das Gespräch geleitet hatte und mir, wir waren weiter. Irgendwie für mich total unverständlich, aber okay. Smile

Abends wieder in Marche nochmal die Pizza essen und weiter träumen dürfen. Recht früh aber dann auch extrem müde ins Bett und super geschlafen, wieder bis halb 6 Very Happy

2. Tag: Da der Sim für 08:45 angesetzt war konnte ich mir am zweiten Morgen noch mehr Zeit lassen und hab unter der Regendusche wieder geträumt und gedacht, dass es gar nicht mehr soooo weit ist, dass der Traum vom Alltag im Hotel in Erfüllung geht. Der zweite Morgen war wie der erste nur gestärkt von ein wenig mehr Selbstbewusstsein, wobei die Gedanken teilweise immernoch zu dem vorherigen Tag abgewichen sind, ob DCT und Streitgespräch so gut waren, dass man mir die Chance gibt mich im Interview zu erklären, was denn im Gruppengespräch so los war, ich weiß es bis heute nicht und wird auch keiner Erfahren, das wären alles nur Spekulationen.

Im Warteraum angekommen, kamen gerade die ersten aus dem Sim die um 07:00 Uhr dort waren. Derjenige, der im Gruppengespräch recht dominant war, kam damit nicht klar und hatte ein schlechtes Gefühl, was ihm kurz danach auch bestätigt wurde. Der zweite, Segelflugerfahrung schaffte es, ist aber im Interview raus, hab ich nach dem Sim erfahren.

Die beiden Betreuer beim Sim sind locker drauf und immer für ein Spaß zu haben, solange die Probedurchgänge laufen. Bei mir ist alles schief gegangen was schief gehen konnte in den Probedurchgängen. Höhe nicht gehalten und innerhalb weniger Sekunden mehrere hundert Fuß verloren, dabei rasend schnell geworden, vergessen die Stoppuhr zu stellen, links statt rechtskurve und solche scherze… In den Testdurchgängen war ich dann aber wieder hoch konzentriert, auch wenn es einem vorkommt wie im Gewächshaus! Ein Glaskasten, von draußen scheint die Sonne aufs Fenster. zum Glück durfte man die Jacke ausziehen, die Krawatte lockern und den obersten Knopf aufmachen, das war die Rettung. Ungefähr so, wie wenn ich in meinen 19 Jahre alten Polo steige, der über die Mittagshitze in der prallen Sonne gestanden hat. Herrliches Gefühl! Very Happy Anschließend hat man die Möglichkeit sich zu bewerten und zu sagen, was man hätte besser machen können und was gut geklappt hat usw.

Dann wieder in den Warteraum, allerdings nur kurz, weil die beiden vor mir schon fertig waren und es keiner geschafft hat. ich war gerade auf Toilette als jemand kam mich abzuholen und ein Mitstreiter sagte mir, jetzt wirds ernst. Ich ging also mit schlackernden Knien und völliger Aufregung den Gang entlang, hatte in der Eile meine Jacke vergessen, sodass ich dann mit Auswahlkapitän und den 3 Psychologen ganz locker im Hemd mit immernoch gelockerter Krawatte und obersten offenen Knopf gegenüber saß. Ich hätte mich in dem Moment glaube ich nicht sehen wollen Very Happy Bis dann der Satz kam "Der Simulator war gut " Ich: "ne, ich war mit mir nicht zufrieden" "Doch das genügt unseren anforderungen, damit beginnt jetzt das interview" da hab ich nur gedacht "wie jetzt? was passiert hier? ich dachte ich darf nochmal zurück in den warteraum und jetzt gehts direkt weiter."

Und dann ging es direkt Schlag auf Schlag los, erst Fragen vom Auswahlkapitän, dann der Psychologe, der meinen Lebenslauf zerpflückt hat ohne Ende, hat mir vorgeworfen, warum ich denn mit der Ausbildung Zeit verschwendet hätte und nicht ein jahrespraktikum gemacht hätte um mein Fachabi zu bekommen. Sachen wo man nicht drauf vorbereitet ist, weil man damit nicht rechnet, dass sowas moniert wird. Dann wurde darauf rumgeritten, dass ich doch zu zurückhaltend bin wobei ich als Schwäche angegeben hatte, dass ich teilweise zu ehrlich und direkt bin, was die eben nicht gesehen haben, weil ich ja auch maßlos überfordert war. Das solls auch schon gewesen sein zum Interview. Ich geb gleich noch allgemeine Tipps, weil sonst wird es vielleicht zu speziell, weil das ja auf mich abgestimmt ist. Insgesamt hat das wohl ca 45 gedauert und danach ist man echt fertig. Erleichtert weil man alles geschafft hat aber auch nervlich am Ende!

nach 10 Minuten wurde ich wieder abgeholt und ich wusste absolut nicht was ich jetzt dem Blick des Psychologen entnehmen sollte. Für meine Verhältnisse hab ich einfach zu viel Blödsinn erzählt (also nicht im Sinne von der Unwahrheit, sondern einfach gelabert, wo ich nur dachte "was erzählst du hier eig gerade?") Wieder in dem Raum angekommen sehe ich zwar noch meine Unterlagen auf dem Tisch liegen, aber keinen Zettel wo drauf steht "Herzlichen Glückwunsch zur bestanden FQ". Und wieder kam das Gefühl hoch, dass ich jetzt die Absage bekomme und dann der Satz den jeder hören möchte "Willkommen an Bord, Herr J." was war das jetzt? wo ist der Pflaume mit der Kamera? In dem Moment muss ich wohl noch erbärmlicher ausgesehen haben als vorher beim Interview bis der Auswahlkapitän dann sagte "Sie dürfen sich auch freuen" und meine Freude in dem Moment zeigte sich einfach nur darin, dass ich gefühlte 100 Mal "Danke" gesagt habe und dann kam der nächste Schock "Wir haben zu Danken, dass Sie sich bei der Lufthansa beworben haben". Diesen Satz werde ich in meinem Leben wahrscheinlich nie vergessen, es geht hier nicht um einen Arbeitsplatz beim Bäcker um die Ecke, sondern um den Job als Piloten bei der Lufthansa!! Und das zu realisieren hat jetzt fast ein Monat gedauert.

Wobei ich immernoch der Meinung bin, solange ich den Vertrag nicht unterschrieben hab und solange ich nicht den ATPL Schein habe und als Co-Pilot in einer Maschine von der Lufthansa sitze, halte ich den Ball flach und denke wie bisher step by step, von der Bewerbung zur BU, dann bis zur FQ (1.tag), dann der zweite tag, jetzt das medical, dann der ILST dann die Schulung. Und dann bin ich vielleicht irgendwann Pilot! Smile

allgemeine Tipps: Das was ich als letztes geschrieben hab, gilt schon als Tipp von meiner Seite aus. wenn man kleinschrittig denkt, kann man sich viel besser auf die einzelnen Etappen konzentrieren. Man ist nicht so versteift auf das große Ganze. Wenn man beispielsweise am ersten Tag der FQ schon an das Interview denkt, verliert man den Fokus für die Tests am ersten Tag und läuft Gefahr unkonzentriert zu werden.

Als zweiter wichtiger Tipp. Ich habe mir nach jedem Test eingeredet. "Ich bin jetzt in einem der härtesten Auswahlverfahren so weit gekommen, das kann ich auf jeden Lebenslauf schreiben, wenn ich mich bei einer Firma bewerbe" Dadurch gibt man sich selbst eine Menge Selbstbewusstsein, man ist nicht allzu enttäuscht wenn man es nicht schaffen sollte, weil man hat es weit geschafft und ist wie im ersten Tipp nicht so extrem versteift da drauf unbedingt ins Cockpit zu wollen und dass alle anderen Jobs doch eh nur Mist sind.

Tipp fürs Interview: Es ist nicht schlimm wenn man eine Frage nicht beantworten kann, nur dann sollte man auch so ehrlich sein und das sagen und nicht versuchen um den heißen Brei herum zu reden und irgendwas stammeln was nicht der Wahrheit entspricht. Ich hab da zum Beispiel dann gesagt "Das tut mir leid, das weiß ich nicht genau, ich hätte da eine Vermutung aber um sicherzugehen müsste ich das erst recherchieren" und dann war es auch gut.

Wenn ihr den Faden verliert, sagt das offen, es ist keine Schande "Entschuldung, ich hab gerade den Faden verloren, ich muss mich kurz noch einmal wieder sammeln" und dann kann auch mal eine Pause von 10 Sekunden entstehen, es ist nicht schlimm!

Genauso wenn ihr auf eine Frage nicht direkt eine Antwort wisst, sagt einfach "da muss ich kurz drüber nachdenken, einen moment bitte"

wichtig ist jedoch, dass egal ob ihr nicht weiterwisst oder ihr den faden verliert, nicht nervös werdet und rumzappelt wie die Kerle von Hangover, denen einer mit dem Stromschocker verpasst wird Very Happy Zum einen bringt es nichts wenn ihr nervös werdet und zum anderen gibt das dem gespräch so einen nötigen ruhepunkt, dass man wieder ganz ruhig und sachlich beginnen kann Wink

Und als letztes und da gilt wohl für alle Tests: Authentisch bleiben! Keine Rolle spielen. Das ist gar nicht so schwer, ihr müsst nur gucken, dass ihr euch gut in die Situation hineinversetzen könnt und dann auch so redet und handelt wie ihr es im wirklichen Leben tut! Dafür braucht man kein Seminar, da lernt man eh nur schauspielern Wink

Joa ich glaube das ist es was ich zu sagen hätte, wenn du es bis hier hin gelesen hast: Respekt Very Happy ich hab euch aber auch gewarnt Wink Und wie gesagt: Immer kritisch mit EB umgehen! Zur Not einfach alles ignorieren was ich geschrieben hab Very Happy

In dem Sinne, macht es gut oder besser und viel erfolg bei der FQ!! Smile

Gruß,
Michael
_________________
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Zuletzt bearbeitet von Em-Jay am Do Jul 11, 2013 11:06 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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iJulian
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Anmeldungsdatum: 27.08.2012
Beiträge: 366

BeitragVerfasst am: Do Jul 11, 2013 11:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Super EB Michael, schön zu lesen.
Und herzlichen Glückwunsch Wink
_________________
Und wir warten …
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flyingpilot1234
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Anmeldungsdatum: 16.08.2012
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 11:12 am    Titel: Antworten mit Zitat

wahnsinnig toller EB, danke, ich hab regelrecht gänsehaut bekommen Wink und herzlichen glückwunsch! Smile
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Tilmo
Captain
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Anmeldungsdatum: 12.02.2012
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 12:51 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Glückwunsch Smile

Und zum EB fällt mir nur das ein: True stroy!
Beim lesen kommt die eine oder andere Erinnerung hoch Very Happy
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Joosy23
Captain
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Anmeldungsdatum: 15.10.2011
Beiträge: 87

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 1:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,
Wirklich super EB und herzlichen Glueckwusch Wink
_________________
BU - 13.12.2011 Wink
FQ - 30/31.08.2012 Wink
MED - 25.09.2012 Wink

417. NFF
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lhpilot_felix
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Anmeldungsdatum: 29.10.2011
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 3:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dafür braucht man kein Seminar, da lernt man eh nur schauspielern Wink


Damit beleidigst du einen Großteil deiner baldigen Mitschüler.
Halt dich lieber an deinen eigenen Tipp zum Interview: Nichts dazu sagen, ohne vorher zu recherchieren.
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Em-Jay
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Anmeldungsdatum: 07.08.2012
Beiträge: 55
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 3:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke erstmal euch allen Wink

Wieso beleidige ich Leute, wenn ich behaupte, dass ein Seminar völliger Unsinn ist? Ich hatte einen Mitstreiter, der leider etwas ruhig war, aber ein Seminar besucht hat. Durch so ein Seminar bekommt man vielleicht etwas Selbstbewusstsein, allerdings kann man aus einem ruhigen, introvertierten Menschen keinen offenen, aktiven Menschen machen, schon gar nicht in einem Seminar was ein paar Tage dauert.

Es sollte lediglich meine persönliche Einstellung zu dem Thema sein, was hier im Forum schon häufig kontrovers diskutiert wurde, es stellt in meinen Augen keinerlei Beleidigung dar, falls da so rübergekommen ist, entschuldige ich mich dafür.
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lhpilot_felix
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Anmeldungsdatum: 29.10.2011
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 4:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich lies es sich so: Du unterstellst allen Seminarteilnehmern, dass sie dem DLR was vorgespielt haben, weil sie ihre Handlungsweisen auswendig gelernt haben. Das sehr viele LFTler mit Seminar genommen werden, beweist aber sicher, dass das keine Schauspieler sind.
Ein Seminar ist genauso zu beurteilen wie das pilotenboard: Kritisch damit auseinander setzen und für sich die richtigen Schlüsse ziehen. Klar versuchen einige, sich vor den Psychologen zu verstellen. Aber das pauschal allen Seminarteilnehmern vorzuwerfen, finde ich falsch.
Ich spreche hier übrigens auch aus eigener Erfahrung.
Ich will nicht mit dir streiten, finde deinen Bericht auch sonst gut, kritisch und objektiv, ich wollte das nur anmerken.
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Em-Jay
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Anmeldungsdatum: 07.08.2012
Beiträge: 55
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 4:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, stimmt, wenn ich jetzt darüber nachdenke, könnte man wirklich meinen, dass ich die Schauspielerei allen vorwerfe, dabei finde ich nur, dass die Gefahr besteht, dass man zu sehr eine Verhaltensweise vorgekaut bekommt, die man auf Biegen und Brechen versucht nachzuspielen. Wenn man natürlich kritisch damit umgeht und trotzdem authentisch bleiben kann und das Seminar ausschließlich zum Üben und Trainieren von solchen Situationen nutzt ist es super!

Ich hätte nur zu viel Angst gehabt zu sehr zu schauspielern, wenn ich ein Seminar besucht hätte, ist aber wirklich nicht auf die Allgemeinheit bezogen.

Diejenigen, die ein Seminar besucht haben und bestanden haben, werden es empfehlen können, diejenigen, die ohne Seminar bestanden haben, werden davon abraten. Wichtig hierbei ist allerdings:

Es kommt auf den Charakter, die Teamfähigkeit und die Führungsrolle an, nicht auf ein Seminar. Ich wage mal zu behaupten, dass die meinsten, die ein Seminar besucht haben und die FQ geschafft haben, diese auch ohne Seminar bestanden hätten. Aber wie gesagt, nur eine wage Behauptung meinerseits, die wiederum mit Vorsicht zu genießen ist. Wink
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lhpilot_felix
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Anmeldungsdatum: 29.10.2011
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 5:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Amen Wink
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Thermikjäger
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Anmeldungsdatum: 23.07.2010
Beiträge: 163
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BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 6:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Super EB. Vom (und jetzt verzeih es mir wenn es hart klingt Very Happy) Tellerwächer zum Millionär. Tolle Geschichte.

Hast du wirklich nicht mehr vorher gelernt/gelesen/dich vorbereitet?
_________________
Viele Grüße,
David

- BU 21.10.2011 [X] Very Happy
- FQ 09./10.10.2013 [Interview failed]
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venividiviciboss
NFFler
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Anmeldungsdatum: 21.10.2012
Beiträge: 26
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: Fr Jul 12, 2013 7:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse Bericht, spiegelt wirklich die Emotionen und Gefühle wieder! Da werden Erinnerungen wach... Viel Erfolg beim ILST
_________________
BU ✔ FQ ✔ Medical ✔
Waiting for NFF...
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