Pilotenboard.de :: DLR-Test, Lufthansa, AUA, ... :: Infos, Ausbildung, Erfahrungsberichte Foren-Übersicht

 Wiki  ChatChat  FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin   RegistrierenRegistrieren 

Pilotengehälter in Deutschland 2004 !!!

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Pilotenboard.de :: DLR-Test, Lufthansa, AUA, ... :: Infos, Ausbildung, Erfahrungsberichte Foren-Übersicht -> Luftfahrt-News und -Diskussionen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
jonas
Goldmember
Goldmember


Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 10:48 am    Titel: Pilotengehälter in Deutschland 2004 !!! Antworten mit Zitat

Hallo, liebe Forumgemeinde! Wink

Ich wollte euch nur kurz informieren (bevor die Uni ruft...), dass es im aktuellen Roger-Magazin wieder die alljährliche Tabelle über die aktuellen Pilotengehälter der verschiedenen Airlines in D gibt. Der Bericht steht auf den Seiten 4-5:

http://www.pccb.de/roger/rog-01-05.pdf

Der Beitrag ist wirklich sehr informativ, gut recherchiert und gibt ein unverzerrtes, objektives Bild über die momentane Job-Situation. Außerdem gibt es einen groben Abriss, wieviel Piloten im europäischen Ausland über den Nahen Osten bis hin nach Südostasien verdienen. Das Fazit könnte eindeutiger und ernüchternder nicht sein: Deutschland liegt gemessen am Weltmarkt beim Gehaltsgefüge der Piloten im hinteren Drittel.
Doch wie konnte es dazu kommen? Zumal es sich ja in anderen Bereichen wie zB. bei den Ingenieurswissenschaften eher gegenläufig verhält. Würde mich über eine rege Diskussion diesbzgl. sehr freuen! Wie denkt ihr darüber? Selbst bei der LH, die ohne Frage bei uns verglichen mit den anderen Airlines noch mit am besten zahlt (nach Easy Jet und Privat Air), gibt es Einschnitte in den Tarifverträgen. Sollte der jetzige Tarifvertrag in den nächsten Tagen gültig werden, fangen die LH-Newbies auf der Linie nach ihrer Wartezeit mit ca. 20 % niedrigerem Gehalt an. Auch bei der Seniorität wird es durch die Aufnahme der GWI in den KTV sehr wahrscheinlich Abstriche geben. Durch den resultierenden Produktivitätsgewinn aus der Aufnahme der GWI in den KTV wird als Folge die Warteliste wahrscheinlich erstmal noch weiter aufgebaut. Die zeitweise Ankündigungen von Einstellungen seitens der LH, auch bei der Tochter Cityline, wurden wieder revidiert!
Warum funktioniert es in unseren Nachbarländern besser? Warum sind die Arbeits-und Gehaltsbedingungen bei AirFrance, BA oder Iberia im Vergleich zu Deutschland konkurrenzlos? Wie konnte dort der Status Quo gehalten oder gar verbessert werden? Liegt es an einer besseren Mitbestimmung, einem höheren Organisationsgrad oder an einer größeren Solidarität untereinander? Who knows...

So, und jetzt haut kräftig in die Tasten, bis euch die Finger glühen...

Ansonsten wünsche ich euch eine besinnliche Weihnachtszeit!!!

Viele Grüße,
jonas
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Creave
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 18.11.2003
Beiträge: 609

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 1:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, also so fundamental neu dürften diese Fakten ja niemandem sein.
Und ich denke, jeder, der den Beruf Pilot anstrebt, ist Realist genug, um zu wissen, dass dies nicht der Beruf ist, um ein Traumgehalt für einen Traumjob zu verdienen.

Was mir neu ist, ist dass in Zukunft ein Pilotenmangel erwartet wird.. da freu ich mich ja schon drauf Smile

Nein also im Ernst.. es ist zwar schon krass, dass Piloten in Thailand, den Emiraten, Singapur oder sonstwo mehr Geld verdienen als wir, dafür haben die aber auch lange nicht ein so gutes (naja zugegeben - mäßiges, aber im Vergleich halt hervorragendes) Sozialsystem.
Und ein brutto Einstiegsgehalt von ~4000 € als F/O bei der LH finde ich schon durchaus akzeptabel.
Gut, wenn ich nun an einer privaten Flugschule den Schein machen müsste, dafür ein hohes finanzielles Risiko aufnehmen und mit der Aussicht bei einer der Airlines zu landen, die in dieser Liste eher unten stehen, dann würde ich mir das sicher nochmal stark überlegen, ob ich da nicht doch lieber studiere. Denn in der Industrie kann man solche Gehälter leicht toppen.

Nichtsdestotrotz: Was man hierbei niemals vergessen darf - Pilot ist einfach ein Traumberuf, und den Leuten, die diesen Traum haben, werden auch die sinkenden Gehälter höchstens ein kleiner Dorn im Auge sein!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jonas
Goldmember
Goldmember


Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 2:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Creave hat folgendes geschrieben:
Nun ja, also so fundamental neu dürften diese Fakten ja niemandem sein.

Also, ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich war schon sehr überrascht, dass es selbst in D zwei Airlines gibt, die besser zahlen als LH!

Zitat:
Und ich denke, jeder, der den Beruf Pilot anstrebt, ist Realist genug, um zu wissen, dass dies nicht der Beruf ist, um ein Traumgehalt für einen Traumjob zu verdienen.

Da gebe ich dir uneingeschränkt recht...!

Zitat:
Was mir neu ist, ist dass in Zukunft ein Pilotenmangel erwartet wird.. da freu ich mich ja schon drauf Smile

Diese Aussage würde ich nicht überbewerten.

Zitat:
Nein also im Ernst.. es ist zwar schon krass, dass Piloten in Thailand, den Emiraten, Singapur oder sonstwo mehr Geld verdienen als wir, dafür haben die aber auch lange nicht ein so gutes (naja zugegeben - mäßiges, aber im Vergleich halt hervorragendes) Sozialsystem.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du von deiner Rente auch nur einen einzigen Cent sehen wirst!? Durch das "tolle" Modell der Umlagefinanzierung werden keine Rücklagen gebildet, die Beitäge aus deinen RV-Beiträgen in deinem Berufsleben werden gleich durchgereicht an die Rentner.
Ich persönlich finde es besser, wenn man die Wahl hat, für seine Altersversorgung selbst aufzukommen. Stell´ dir nur mal vor, du hättest das Geld, was jeden Monat in die RV abgefürt wird, in ein sicheres privates RV-Fonds-Modell angelegt wie zb. in den USA üblich! So kannst du in deinem Rentenalter weitaus besser leben als mit unserem aktuellen Modell!!!
Um den Bogen zu diesem topic zu spannen, wenn du im Ausland fliegst, hast du genau diese Möglichkeit, denn die Jobs dort sind nicht zuletzt so attraktiv, weil du eben kaum Abgaben hast... und selbst effizienter vorsorgen kannst.
Es gibt meines Wissens kein anderes Land, wo man von Januar bis Juni/Juli ausschliesslich für den Fiskus arbeitet!!!

Zitat:

Und ein brutto Einstiegsgehalt von ~4000 € als F/O bei der LH finde ich schon durchaus akzeptabel.

Es handelt sich hierbei um die aktuell geltenden Tarifverträge! Rechne von 3900,- brutto ca.20% ab (für den Fall, dass der neue TV inkraft tritt) und du bist bei 3120,-€ brutto als LH-F/O im ersten Jahr. In St.Kl. 1 ohne Kind bleiben 1872,- netto/Monat. Davon geht dann aber noch die Tilgung der 40.000,- € ab, die LH vorgeschossen hat. Oder ist in meiner Rechnung was falsch? Kommt mir selbst gerade irgendwie spanisch vor!!! Kann natürlich sein, dass man Steuervergünstigungen bekommt, wenn man solch einen Kredit abträgt!

Zitat:
Gut, wenn ich nun an einer privaten Flugschule den Schein machen müsste, dafür ein hohes finanzielles Risiko aufnehmen und mit der Aussicht bei einer der Airlines zu landen, die in dieser Liste eher unten stehen, dann würde ich mir das sicher nochmal stark überlegen, ob ich da nicht doch lieber studiere.

Kommt darauf an, was du studierst...Wink

Zitat:

Denn in der Industrie kann man solche Gehälter leicht toppen.

Die Ingenieure in meinem Freundeskreis haben jetzt nach ihrem Studium (ca. 8 Semester) mit ca. 3000-3400,- EUR brutto angefangen (Wirtschaftsing.,Maschbau-Ing.,E-technik-Ing). Allerdings gibt es in einigen Branchen aufgrund der temporär schlechten Konjunktur nicht solche Einstiegsgehälter als Ing. (zB. Bau-Ing.)
Prinzipiell aber kann man sagen, dass der Ing.beruf eine sehr gute Wahl ist, da die Anfängerzahlen rückläufig sind!


Zitat:
Was man hierbei niemals vergessen darf - Pilot ist einfach ein Traumberuf, und den Leuten, die diesen Traum haben, werden auch die sinkenden Gehälter höchstens ein kleiner Dorn im Auge sein!

Für solche Aussagen wie im zweiten Teil deines Satzes habe ich überhaupt kein Verständnis!!! Solch eine Einstellung hat genau zu den Bedingungen geführt, wie sie jetzt vorherrschen! Think about it!!! ... Klar ist der Beruf Pilot ein toller Job, allerdings NUR, wirklich NUR dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen...
Rede mal über diese Thematik mit Piloten, die schon einige Jahre auf Linie sind...Die werden dir ähnliches sagen!
Würdest du dich wirklich unter Wert verkaufen???


Viele Grüße, jonas
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
supermario
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 05.04.2003
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 5:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

jonas hat folgendes geschrieben:
Also, ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich war schon sehr überrascht, dass es selbst in D zwei Airlines gibt, die besser zahlen als LH!

Man muss schon auch die auch im Artikel erwähnten sozialen Leistungen betrachten, und da bleibt LH wohl die Nr.1

jonas hat folgendes geschrieben:
Es handelt sich hierbei um die aktuell geltenden Tarifverträge! Rechne von 3900,- brutto ca.20% ab (für den Fall, dass der neue TV inkraft tritt)

Das wäre etwas zu viel. Die 3900.- sind schon die reduzierten Einstiegsgehälter (vorher 56000.-/Jahr).
Allerdings wird nach 5 Jahren eine Stufe übersprungen so dass dann wieder die alten Verhältnisse geschaffen werden.

Creave hat folgendes geschrieben:
Was mir neu ist, ist dass in Zukunft ein Pilotenmangel erwartet wird.. da freu ich mich ja schon drauf Smile


Beim LBA gibts unter Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen den aktuellen Bericht über abgenommeneATPL Prüfungen von 2003:

2003: ~1200 (davon 143 LH)
2002: ~1700 (davon 230 LH)
2001: ~1900 (davon 160 LH)
2000: ~2000 (davon 168 LH)
1999: ~1100 (davon 187 LH)
usw.

Auch 2004 wird wohl mit keinem Schub an neuen Ausbildungen zu rechnen sein so das die Chancen 2006/2007 deutlich besser sein werden als z.B. 2003/2004.
Es sei denn...,ich erinnere an 9/11, SARS, IRAK, Konkurs von grossen (Billig-)Fluggesellschaften...

Das übliche halt.

Aber der Grundtenor bleibt positiv.


Zuletzt bearbeitet von supermario am So Dez 19, 2004 10:19 pm, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Creave
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 18.11.2003
Beiträge: 609

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 6:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zitat:
Nein also im Ernst.. es ist zwar schon krass, dass Piloten in Thailand, den Emiraten, Singapur oder sonstwo mehr Geld verdienen als wir, dafür haben die aber auch lange nicht ein so gutes (naja zugegeben - mäßiges, aber im Vergleich halt hervorragendes) Sozialsystem.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du von deiner Rente auch nur einen einzigen Cent sehen wirst!? Durch das "tolle" Modell der Umlagefinanzierung werden keine Rücklagen gebildet, die Beitäge aus deinen RV-Beiträgen in deinem Berufsleben werden gleich durchgereicht an die Rentner.
Ich persönlich finde es besser, wenn man die Wahl hat, für seine Altersversorgung selbst aufzukommen. Stell´ dir nur mal vor, du hättest das Geld, was jeden Monat in die RV abgefürt wird, in ein sicheres privates RV-Fonds-Modell angelegt wie zb. in den USA üblich!


Richtig. Ich persönlich finde dieses Modell auch besser, war ja halt nur ein Erklärungsansatz für die dort eher hohen Gehälter.

Zitat:
Zitat:
Was man hierbei niemals vergessen darf - Pilot ist einfach ein Traumberuf, und den Leuten, die diesen Traum haben, werden auch die sinkenden Gehälter höchstens ein kleiner Dorn im Auge sein!

Für solche Aussagen wie im zweiten Teil deines Satzes habe ich überhaupt kein Verständnis!!! Solch eine Einstellung hat genau zu den Bedingungen geführt, wie sie jetzt vorherrschen! Think about it!!! ... Klar ist der Beruf Pilot ein toller Job, allerdings NUR, wirklich NUR dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen...


Natürlich müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Und wenn man von den jetzigen Linienpiloten ausgeht - ist schon was, wenn man im Monat plötzlich ein paar Grüne weniger in der Tasche hat. ABER: 4000 € brutto sind immer noch kein Hungerlohn, einen so hohen Monatslohn haben viele Arbeitnehmer ihr ganzes Leben nicht. Zudem hat man einen geilen Job.
Auch wenn ich die Problematik durchaus sehe, würde ich hier noch sagen, es wir auf hohem Niveau geklagt. (Wie in D generell)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jonas
Goldmember
Goldmember


Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 6:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

supermario hat folgendes geschrieben:
Das wäre etwas zu viel. Die 3900.- sind schon die reduzierten Einstiegsgehälter (vorher 56000.-/Jahr).
Allerdings wird nach 5 Jahren eine Stufe übersprungen so dass dann wieder die alten Verhältnisse geschaffen werden.

Dann war da also mein Denkfehler! Hab mich auch schon gewundert. Die Sache mit dem Ausgleich nach 5 Jahren im Dienstverhältnis habe ich gelesen. Verstehe allerdings nicht so ganz, dass Roger das LH-Einstiegsgehalt für 2005 in der Tabelle mit den Gehältern für 2004 angibt, zumal der neue Tarifvertrag ja noch gar keine Gültigkeit hat ???

Hmmh, schon komisch! Aber wenn man die 3900,- mit 13 multipliziert, kommt man auf knapp 50kEuro Jahresbrutto. Das wären allerdings ca. 90% von 56kEuro. Hab aber jetzt schon von einigen Seiten gehört und auch bei pilots.de gelesen, dass bei den Berufseinsteigern ca. 20% eingespart werden sollen...?!

Ist das jetzt totaler Quatsch, Fakt oder weder...noch???

Mit der Bitte um Aufklärung!...

Gruß, jonas
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
jonas
Goldmember
Goldmember


Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Fr Dez 17, 2004 7:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Creave hat folgendes geschrieben:

Natürlich müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Und wenn man von den jetzigen Linienpiloten ausgeht - ist schon was, wenn man im Monat plötzlich ein paar Grüne weniger in der Tasche hat. ABER: 4000 € brutto sind immer noch kein Hungerlohn, einen so hohen Monatslohn haben viele Arbeitnehmer ihr ganzes Leben nicht. Zudem hat man einen geilen Job.
Auch wenn ich die Problematik durchaus sehe, würde ich hier noch sagen, es wir auf hohem Niveau geklagt. (Wie in D generell)


Hi Creave,
dazu möchte ich gern noch ein paar Sätze sagen:

1. Du kannst hierbei nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Natürlich sind 4.000,- € brutto ein guter Verdienst, keine Frage, aber schliesslich hast du dann auch eine a) sehr kostspielige Ausbildung absolviert, von der du wie schon gesagt im Laufe der folgenden 8 Berufsjahre ca. 40.000,- € zurückzahlen darfst und du zudem b) auch eine anspruchsvolle Ausbildung absolviert hast., die schwerlich (obwohl kein anerkannter Beruf) mit einer anderen Berufsausbildung zu vergleichen ist. Schon eher mit einem Studienabschluss und dann relativiert sich deine Argumentation eben wieder sehr schnell.

2. Bekommen die Piloten dieses Gehalt, weil sie es verdienen! Sie müssen eine hohe Gegenleistung dafür erbringen (beruflich wie privat!), so schön dieser Beruf in den Augen vieler (inkl. meiner) auch sein mag!!!
Schade, dass die Piloten anderer Airlines in D noch viel weniger für die gleiche Leistung bekommen!!!

3. möchte ich gern mal die Sache mit dem Jammern auf (deiner Meinung nach) hohem Niveau aufgreifen.
Wenn ich eine anspruchsvolle ATPL-Ausbildung oder in meinem Fall ein anspruchsvolles Studium absolviere, dann erwarte ich irgendwo auch eine entsprechende Gegenleistung dafür! Das zum Thema "unter Wert verkaufen..." Das mag jetzt vielleicht arrogant o.ä. klingen, aber so denke ich nun mal darüber!
Als Beispiel dafür möchte ich einen Beitrag eines members aus dem pilots.de-Forum zitieren, das so manchen zum Nachdenken anregen sollte:

Zitat:

Ist es nicht erstaunlich, daß sich Menschen über entwürdigende -oft auch ausbeuterische- Firmenstrukturen beklagen?
Und ist es nicht noch erstaunlicher, daß dieselben Menschen diese Arbeitsbedingungen qua Unterschrift freiwillig akzeptiert haben?

Manchmal wundert es mich (nicht nur in Eurer Branche)/macht mich wütend, daß diese Menschen damit beitragen, gute Arbeitsbedingungen anderer zu zerstören!
Damit meine ich jetzt nicht explizit die Errungenschaften der Gewerkschaftsmitglieder (ein ausgewiesener Fan dieser Insitution bin ich wahrlich nicht); sondern das Gehaltsniveau und die Lebensbedingungen all derer, die schon in einer Firma arbeiten und mit ansehen müssen, wie Bewerber X dieselbe Leistung um ein Viertel billiger "verkauft".

Beispiel in meiner Firma:
auf eine Stelle als Werksleiter haben sich 2 annähernd gleich qualifizierte Kandidaten beworben. Unsere max. Gehaltsvorstellung, die wir zahlen wollten: 4.800 Euro Brutto plus Dienstwagen plus Jahresboni von ca. 12.000 Euro bei Erfüllung der Zielvorgaben.

Auf die Frage, was sie denn verdienen wollen, meinte der erste Kandidat: "Oh, wissen Sie, der Arbeitsmarkt ist ja so schlecht. Ich habe so an 3.200 gedacht. Aber wenn´s am Gehalt hängt, dann sind auch 3.000 ohne Zulage völlig o.k. für mich." (wohlgemerkt: der Mann ist nicht arbeitslos, und hat Familie mit 1 Kind; Frau geht nicht arbeiten).

Kandidat Nr. 2: "Der Job ist auch zeitlich sehr anspruchsvoll. Es sollten schon 5.600 Euro plus garantierte variable Zulage drin sein. Dienstwagen dann auch zur unbeschränkten privaten Nutzung." (der Mann ist Single).

Wer hat denn Job bekommen?
Kandidat Nr. 2, zu exakt dem Preis, den er verlangt hat. Argument meines Chefs: wer sich zu billig verkauft, ist sich seines Wertes nicht bewußt. Und wer gute Arbeit leistet, kostet eben auch etwas.

Die Einstellung dieses Chefs verdient allerhöchsten Respekt!!! Leider in unserer Gesellschaft, die momentan mit der "Geiz ist Geil"-Mentalität verseucht wird, ein Einzelfall. Es wäre wirklich im Interesse aller wünschenswert, wenn solch eine Attitüde wieder Einzug in die Personalabteilungen erhalten würde!!! Keine Frage...


Viele Grüße, jonas
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Captain Liko
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 25.06.2003
Beiträge: 915

BeitragVerfasst am: Sa Dez 18, 2004 7:39 am    Titel: Antworten mit Zitat

jonas hat folgendes geschrieben:
Also, ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich war schon sehr überrascht, dass es selbst in D zwei Airlines gibt, die besser zahlen als LH!


Also für mich war eigentlich nut überraschend das EasyJet Nr.1 ist. Dass Privat Air mehr zahlt, hatte ich mir schon irgendwie gedacht !

Jonas hat folgendes geschrieben:
creave hat folgendes geschrieben:
Und ich denke, jeder, der den Beruf Pilot anstrebt, ist Realist genug, um zu wissen, dass dies nicht der Beruf ist, um ein Traumgehalt für einen Traumjob zu verdienen.


Da gebe ich dir uneingeschränkt recht...!


Ich schliesse mich auch an. Darüber muss man sich bei der Berufswahl Pilot heutzutage bewusst sein. Wer anders denkt, hat in diesem Beruf nichts zu suchen Exclamation





jonas hat folgendes geschrieben:
Ich persönlich finde es besser, wenn man die Wahl hat, für seine Altersversorgung selbst aufzukommen. Stell´ dir nur mal vor, du hättest das Geld, was jeden Monat in die RV abgefürt wird, in ein sicheres privates RV-Fonds-Modell angelegt wie zb. in den USA üblich! So kannst du in deinem Rentenalter weitaus besser leben als mit unserem aktuellen Modell!!!
Um den Bogen zu diesem topic zu spannen, wenn du im Ausland fliegst, hast du genau diese Möglichkeit, denn die Jobs dort sind nicht zuletzt so attraktiv, weil du eben kaum Abgaben hast... und selbst effizienter vorsorgen kannst.
Es gibt meines Wissens kein anderes Land, wo man von Januar bis Juni/Juli ausschliesslich für den Fiskus arbeitet!!!


100% meine Meinung. Ich hoffe, dass auch in DEU diese Rahmenbedingungen besser werden. Der Trend geht einfach immer mehr zur SelbstVORSorge Exclamation



creave hat folgendes geschrieben:
Und ein brutto Einstiegsgehalt von ~4000 € als F/O bei der LH finde ich schon durchaus akzeptabel.


Das finde ich aber auch. Man dard eins nicht vergessen (Wartezeit hin oder her). Man macht hier eine zweijährige Ausbildung zum "angelernten Facharbeiter" Laughing (laut Arbeitsamt Wink).
Aber mal im Ernst. Welcher Auszubildene verdient nach einer zweijährigen Ausbildung solches Geld. Wohlgemerkt als Einstiegsgehlt !


supermario hat folgendes geschrieben:
Jonas hat folgendes geschrieben:
Es handelt sich hierbei um die aktuell geltenden Tarifverträge! Rechne von 3900,- brutto ca.20% ab (für den Fall, dass der neue TV inkraft tritt)


Das wäre etwas zu viel. Die 3900.- sind schon die reduzierten Einstiegsgehälter (vorher 56000.-/Jahr).
Allerdings wird nach 5 Jahren eine Stufe übersprungen so dass dann wieder die alten Verhältnisse geschaffen werden.


Wo steht denn in den neuen TV, dass die Piloten 20% ihres Gehaltes einbüssen müssen ??
Das wird bestimmt keiner mit sich machen lassen Wink Es stimmt ja schon, dass die Einstiegsgehälter sinken werden. Diese werden doch aber nach ein paar Jahren wieder auf das alte Niveau angepasst



Zitat:
Ist es nicht erstaunlich, daß sich Menschen über entwürdigende -oft auch ausbeuterische- Firmenstrukturen beklagen?
Und ist es nicht noch erstaunlicher, daß dieselben Menschen diese Arbeitsbedingungen qua Unterschrift freiwillig akzeptiert haben?

Manchmal wundert es mich (nicht nur in Eurer Branche)/macht mich wütend, daß diese Menschen damit beitragen, gute Arbeitsbedingungen anderer zu zerstören!
Damit meine ich jetzt nicht explizit die Errungenschaften der Gewerkschaftsmitglieder (ein ausgewiesener Fan dieser Insitution bin ich wahrlich nicht); sondern das Gehaltsniveau und die Lebensbedingungen all derer, die schon in einer Firma arbeiten und mit ansehen müssen, wie Bewerber X dieselbe Leistung um ein Viertel billiger "verkauft".

Beispiel in meiner Firma:
auf eine Stelle als Werksleiter haben sich 2 annähernd gleich qualifizierte Kandidaten beworben. Unsere max. Gehaltsvorstellung, die wir zahlen wollten: 4.800 Euro Brutto plus Dienstwagen plus Jahresboni von ca. 12.000 Euro bei Erfüllung der Zielvorgaben.

Auf die Frage, was sie denn verdienen wollen, meinte der erste Kandidat: "Oh, wissen Sie, der Arbeitsmarkt ist ja so schlecht. Ich habe so an 3.200 gedacht. Aber wenn´s am Gehalt hängt, dann sind auch 3.000 ohne Zulage völlig o.k. für mich." (wohlgemerkt: der Mann ist nicht arbeitslos, und hat Familie mit 1 Kind; Frau geht nicht arbeiten).

Kandidat Nr. 2: "Der Job ist auch zeitlich sehr anspruchsvoll. Es sollten schon 5.600 Euro plus garantierte variable Zulage drin sein. Dienstwagen dann auch zur unbeschränkten privaten Nutzung." (der Mann ist Single).

Wer hat denn Job bekommen?
Kandidat Nr. 2, zu exakt dem Preis, den er verlangt hat. Argument meines Chefs: wer sich zu billig verkauft, ist sich seines Wertes nicht bewußt. Und wer gute Arbeit leistet, kostet eben auch etwas.


Nette Story. Very Happy Wäre sehr geil, wenn es überall so wäre. Wahrscheinlich nur ein Einzelfall Confused


Gruss,

Captain Liko
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LHDaniel
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 04.08.2004
Beiträge: 488
Wohnort: 80km südwestlich von FRA

BeitragVerfasst am: Sa Dez 18, 2004 1:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

jonas hat folgendes geschrieben:
Ich persönlich finde es besser, wenn man die Wahl hat, für seine Altersversorgung selbst aufzukommen. Stell´ dir nur mal vor, du hättest das Geld, was jeden Monat in die RV abgefürt wird, in ein sicheres privates RV-Fonds-Modell angelegt wie zb. in den USA üblich! So kannst du in deinem Rentenalter weitaus besser leben als mit unserem aktuellen Modell!!!

Dass unser Modell nicht gerade gut ist, da schließe ich mich Liko und dir (jonas) an.
In Sozialkunde haben wir demletzt einen Film über dieverschiedenen Versicherungen (USA, Deutschland, Niederlande) gesehen.
Ich war erstaunt, dass die Amerikaner soviel Rente kriegen, obwohl sie während sie arbeiten, weniger investieren/zahlen als die Deutschen.
Daraufhin habe ich meine Sozialkundelehrerin angesprochen und die hat mir dann gesagt, dass es nicht immer so rosig ist (logisch). Weiter sagte sie, dass die Rentenversicherung da irgendwie an die Börse bzw. Aktien gebunden sind.
Sprich, wenn die Börse arg schlecht läuft, sollte es auch für die Rente nicht allzu gut aussehen. Nichtsdestotrotz bleibt aber das amerikanische Modell besser, meinte auch meine Lehrerin.
In einem Fall hat ein Amerikaner 120% für seine Rente gekriegt, als für seinen Arbeitsalltag davor, das ist schon extrem gut und alles andere als in Deutschland normal.
_________________
When once you have tasted flight you will always walk the earth with you eyes turned skywards. For there you have been and there you will always be.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Lennart
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 08.01.2004
Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: Sa Dez 18, 2004 2:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ja... wobei man aber nicht vergessen sollte, daß hier eine bestimmte Klientel diskutiert. Ihr geht mehr oder weniger alle davon aus mal relativ hoch qualifizierte Leute mit ordentlichen Jahresgehältern zu sein.

Da hat man natürlich auch einen gewissen Spielraum um über die Jahre was zusammen zu kriegen an Altersvorsorge, und das ohne sich gleich nen Strick zu kaufen wenn es mal 2-3 Jahre nicht so gut läuft mit der Rendite. Man hat ja Reserven.

Für so unwesentliche Gestalten wie die alleinerziehende Verkäuferin oder den Schichtarbeiter der mit einem mittelmässigen Gehalt drei Kinder großziehen (und das Studium von angehenden Besserverdienern erwirtschaften Twisted Evil ) muß, sind gewisse garantierte und "automatisch" geregelte Versorgungsmodelle weiterhin wichtig. Sprich staatliche Mindestrente und Betriebsrente zB.

Eine komplett privatisierte Lösung ist nur für den uneingeschränkt attraktiv der damit rechnet, zum oberen Drittel dazugehören zu werden.

Aus der Perspektive sieht dann auch das US-Modell toll aus. Was es da aber auf der anderen Seite an Armut gibt (auch und gerade Altersarmut) kann vielleicht dem angehenden Wirtschaftsjuristen und dergleichen egal sein, aber sehr vielen anderen Menschen wiederum nicht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Warringer
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 25.02.2003
Beiträge: 544

BeitragVerfasst am: Sa Dez 18, 2004 10:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Captain Liko hat folgendes geschrieben:
Wo steht denn in den neuen TV, dass die Piloten 20% ihres Gehaltes einbüssen müssen ??
Das wird bestimmt keiner mit sich machen lassen Wink Es stimmt ja schon, dass die Einstiegsgehälter sinken werden. Diese werden doch aber nach ein paar Jahren wieder auf das alte Niveau angepasst.


Meines Wissens eine Fehlinformation aus der "Welt am Sonntag". Die haben scheinbar die
Gesamtsumme der Einsparungen dieser Tarifrunde genommen und in Prozent umgerechnet
um die Sache anschaulicher zu gestalten - dabei aber vergessen dass auch alle anderen
Piloten zwei Stunden weniger bezahlt bekommen. Jedenfalls steht in dem entsprechenden
Artikel nicht woher sie die Grundlage dieser Zahlen nehmen.

Viele Grüße,

Warringer
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Pilotenboard.de :: DLR-Test, Lufthansa, AUA, ... :: Infos, Ausbildung, Erfahrungsberichte Foren-Übersicht -> Luftfahrt-News und -Diskussionen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.