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Private ATPL-Ausbildung mit 37?
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korto
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 31.03.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Sa März 31, 2012 2:36 pm    Titel: Private ATPL-Ausbildung mit 37? Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

seit einieger Zeit beschäftige ich mich, mit dem Gedanken eine Ausbildung zum ATPL zu machen. Ich bin geboren 1975 und bin bald 37 Jahre alt. Macht es Sinn eine Ausbildung zu beginnen den es ist eine grosse Investition? Kann ich auch als Anfänger mit fast 40 Jahre einen Job als Pilot finden bei irgend einen Fluggesellschaft dieser Welt?

Auf eure antwort bin ich gespannt.

Vielen Dank
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SteeringPin
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Anmeldungsdatum: 18.06.2009
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: So Apr 01, 2012 6:17 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich fliege seit 6 Jahren und kenne das Business also etwas.
Für Lufthansa bist Du leider zu alt. Ich denke das auch AirBerlin eine Altersgrenze hat, wenn nicht werden 95% aller deiner Mitbewerber jünger und formbarer sein. Du hättest in jedem Fall sehr viele Mitbewerber um einen Arbeitsplatz. Letztendlich wird das der Fall bei den meisten großen Airlines sein.
Aber Du schreibst ja weltweit. Ein Freund von mir hat mit 31 seine Ausbildung gemacht und fliegt jetzt in Griechenland bei einer Airline.
Realistischerweise wirst Du dich tatsächlich weltweit bewerben müssen, sowohl bei Airlines als auch bei Businessfliegern.
Je weiter Du von renommierten Namen wegkommst, umso kleiner wird wahrscheinlich auch die Zahl auf dem Gehaltsscheck. Das sollte man bei einer so großen Investition bedenken.

Ich denke Du hast mit 37 Jahren zwar eine Chance auf einen Cockpitarbeitsplatz, schätze sie aber gering ein.

Ich persönlich sage Dir, mach es nur wenn Du auf die 70000€ nicht angewiesen bist. Ist das der Fall und Du bist Dir im klaren darüber das Du gute Chancen hast KEINEN Job zu finden. Und vielleicht für eine kleine Firma irgendwo weitab, kleine Flieger zu fliegen, für ein Gehalt von dem Du bestimmt keine 70000€ abbezahlen kannst.
Wenn Du dazu ja sagst, sag ich herzlich willkommen in der Fliegerei Very Happy
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Eazy
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Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: Mi Apr 04, 2012 4:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage stellte ich mir in ähnlichem Alter auch, mittlerweile sind wieder einige Jahre ins Land gezogen.
Grundsätzlich solltest Du bei Deinen Überlegungen davon ausgehen, dass Du keinen Cockpit-Job finden wirst oder keinen solchen, der Dir auf absehbare Zeit (zB bis 60) eine "Return" Deiner Ausbildung plus "ordentliches" Leben ermöglicht. Die Bedingungen haben sich in den letzten Jahren auf dem Pilotenmarkt für Einsteiger deutlich verschelchtert, da bleiben wir Alten zuerst auf der Strecke.
Insofern stimme ich dem Vorposter zu, dass Du dies nur machen solltest, wenn Du die 70.000 Euro entbehren kannst und nicht davon ausgehst, sie jemals wieder "reinzubekommen".

Ich will aber noch einen draufsetzen: Ich hätte dieses Geld gehabt und fast auch meinen Job gekündigt, um möglichst schnell nen ATPL in der Hand zu halten. Fazit: Ich kann Dir, neben dem finanziellen Aspekt, das nur empfehlen, wenn Du dadurch Deinen ursprünglichen Job nicht gefährdest! Also denk mal über nen modularen ATPL nebenher, Teilzeit, Sabbatical o.ä. nach. Minimiert Dein Risiko gewaltig...
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EDHE27
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Anmeldungsdatum: 05.04.2012
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 2:29 pm    Titel: ATPL Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich verfolge diesen thread mit großem Interesse, da ich selber gerade vor der Entscheidung stehe, in welche Richtung meine fliegerische Tätigkeit weitergeht.

Ich bin 35 und arbeite als Ingenieur in Festanstellung. Nur so lässt sich das Fliegen überhaupt finanzieren. Ich besitze einen PPL und gedenke eben auch weiter zu machen. Nun stehe ich vor der Frage, ob es wirklich der ATPL sein muss oder reicht evtl. auch CPL oder doch nur IR(ME)?

Eigentlich war mein Plan mit der ATPL Theorie zu beginnen und dann die Praxis Module aufzusatteln. Dann wäre es immer noch möglich beispielsweise nach dem IR aufzuhören? Nur würde ich mich eben ärgern, wenn ich "nur" das IR machen würde und danach evtl. nochmal die gesamte Theorie für einen CPL/ATPL machen müsste.

Auf jeden Fall werde ich meinen Hauptberuf als Ing. nicht riskieren. Mit einem ATPL in dem Alter sollte man sich auch keine Hoffnungen auf einen Job bei einer renommierten Airline machen, sondern allerhöchstens als Springer bei einer kleinen Business Airline. Primär geht es mir darum mich fliegerisch weiterzubilden und wenn es dann später Flüge in einer kleineren ZweiMot sind, ist das auch ok.

Ich bin derzeit noch am Grübeln, wie ich am Besten die Ausbildung durchführe. Hier in Deutschland ist es doch sehr teuer, besonders die Charterkosten und Fluglehrerstunden. Ich würde mich über Tips von Leuten freuen, die diesen bzw. einen ähnlichen Weg gegangen sind.
Welche Vor- und Nachteile seht Ihr in folgenden Szenarios bzw. sind diese so überhaupt möglich? Wieweit lassen sich die Ausbildungskosten steuerlich absetzen?
1.) Theorie in Deutschland (z.B. CATS Deutschland) und Praxis z.B. in Spanien (fly in spain - war hier bereits zum Stunden sammeln)
2.) FAA CPL+IR+ME in USA, Theorie in UK ---> Umschreibung in Spanien
3.) Theorie und Praxis in Deutschland ---> ernorme Kosten, aber eben alles kompakt

Meine nächsten Schritte sind zunächst das Medical 1 in zwei Wochen und dann ein Fliegerurlaub zum Stunden sammeln in den USA.

Für Eure Meinungen und Ratschläge im voraus herzlichen Dank

Gruß
EDHE
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jonas
Goldmember
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi zusammen,

ich hab ne ähnliche vita wie ihr und sehe das alles mittlerweile auch alles einigermaßen zwiespältig. Auch "spät" nochmal umgesattelt, nachdem ich vorher als Ingenieur "mein Dasein gefristet" habe..
Mittlerweile sitze ich zwar in einem Airliner, aber man muss sich wirklich im Klaren darüber sein, was man auch alles aufgibt. So schön der Job einerseits ist, er hat definitiv auch seine Schattenseiten!
Klar sind bei den großen Airlines die rosters recht stabil, die "Infrastrukturen" sorgen dafür, dass man sich um wenig bis nichts neben dem eigentlichen Flugdienst kümmern muss, im Gegensatz zb. zur Executive. Das Gehalt kommt immer pünktlich und die freien Tage sind ebenfalls ausreichend.

Dennoch bringt der Job im Gegensatz zu anderen Berufen einfach per se Aspekte mit, die ihn anders bzw. schwer vergleichbar machen:
-man hat häufig frei, wenn andere arbeiten und man arbeitet, wenn andere frei haben (mit allen damit verbundenen Konsequenzen)
-an das frühe Aufstehen gewöhnt man sich nicht, man wird regelmäßig aus der Tiefschlafphase "gerissen". Das mag in jüngeren Jahren alles noch gut erträglich sein, aber der Körper vergisst nicht. Unterhält man sich mit älteren (Langstrecken-)Kollegen, sieht man, dass viele schon vorher in Teilzeit gehen bzw. regelmäßig Freimonate nehmen.
-man darf jedes Jahr zum Fliegerdoc rennen und der sagt dann: Daumen hoch oder Daumen runter. Klar hat man dafür die LOL als Absicherung, aber deren Beiträge sind auch entsprechend hoch.
-man hat einige Jahre am Ende des Berufslebens, die überbrückt werden müssen (wie auch immer..privat und/oder ÜV), bis die gesetzliche Rente greift.
-das Senioritätsprinzip hat Vorteile, aber mindestens genauso viele Nachteile, gerade in höherem Alter bei niedriger Sen. So habe ich zb. nicht wenige ehemaligen Kommilitonen und Studienfreunde, die nach dem Studium recht schnell Karriere gemacht haben, eben weil die flexiblen Strukturen in deren Konzernen dies zulassen. Ein statisches Senioritätsprinzip macht gerade das nicht und ist eher vergleichbar mit dem Beamtentum.

@EDHE:
Steuerlich kannst du, sofern es nicht deine Erstausbildung ist, sowohl die Ausbildungskosten als auch die ausbildungsbezogenen Nebenkosten in vollem Umfang geltend machen. Sprich, neben der eigentlichen ATPL-Ausbildung ggf. Fahrkosten zur FTO bzw. zum Flugplatz, Prüfungsgebühren, VMA, doppelte HH-führung, WE-heimfahrten, Umzugspauschalen etc.
Dann bekommst du letztlich eine Verlustsumme zusammen (Vortrag oder Rücktrag), die deinem STEUERbrutto gegenüber gestellt und entsprechend verrechnet wird.
Unterm Strich kann man (einen Job bei den größeren Airlines in D vorausgesetzt) sagen, dass du zb. bei einem Verlustvortrag und entsprechend eingetragenem Steuerfreibetrag ca. die ersten beiden Gehaltsjahre keine Lohnsteuer, keinen Soli und ggf. Kirchensteuer zahlst, bis der vom Finanzamt festgestellte Verlust getilgt ist. Danach wird du wie deine Kollegen "normal" besteuert.

Wenn du PPL und Stunden hast, würde ich in der Theorie an deiner Stelle nicht den Zwischenschritt CPL gehen, da du sonst später nochmal einen Theorieaufwand hättest und dich dann ärgern würdest.
Also gleich ATPL-Theorie per GUTEM "günstigem" Fernlehrgang (das muss man leider in D im Gegensatz zum englischsprachigen Raum extra betonen!) absolvieren und dann könntest du ja bei entsprechenden Stunden innerhalb von recht kurzer Zeit deine CPL-IFR(ME)-Praxis (die in deinem Fall dann ja auch den größten finanziellen Aufwand darstellt) absolvieren (ist ganz gut in 3 Monaten machbar), wenn der (leider sehr volatile) Markt wieder "aufgeht". Dann kannst du dir es noch immer überlegen, ob du in höherem Alter bereit bist, dich dem "Risiko" zu stellen bzw. mit Heerscharen jüngerer "Pay to fly"-Eleven auf wenige Jobs zu konkurrieren.
Durch die Überkapazitäten bei den Airlines und resultierend die Marktkonsolidierung, die immer noch nicht abgeschlossen ist in Europa, hat man auch immer weniger realistische Chancen auf "gute" Jobs. Das alles losgelöst vom oben angesprochenen ROI..denn auch bei denen, die einen der begehrteren Jobs ergattern konnten, ist es fraglich, ob man diesen Investitionseinsatz (bei höherem Alter erst recht) jemals wieder rein bekommt. Ich glaube das bei mir zb. auch nicht (mehr), da ich im Freundeskreis sehe, was außerhalb der Fliegerei, also in margen-stärkeren Branchen, so alles möglich ist!
Dennoch macht der Job (noch) Spaß. Aber ohne zweites Standbein never ever!
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"I've never known an industry that can get into people's blood the way aviation does."
-Robert Six, founder of Continental Airlines
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Eazy
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Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 256

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 4:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@EDHE:

Ich habe das lieber, auch wenn etwas teurer, in Deutschland weiter ausgebaut. Dies konnte ich schlicht mit weniger Aufwand neben dem Job realisieren. Ausnahme war allerdings hour building in Südafrika.
Wie jonas schon sagte: Du kannst als Zweitausbildung einiges von der Steuer absetzen. Insofern sind die Mehrkosten für Deutschland sicher einfacher zu schultern...

Ich würde Dir raten, falls Du noch mit CPL/ATPL liebäugelst, diese Theorie lieber gleich zu machen. Ich habe erstmal IR-Theorie gemacht und ärgere mich nun, da der Stoffkatalog sich nur ein wenig erweitert, ich aber dafür alles noch einmal machen muss Sad
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EDHE27
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Anmeldungsdatum: 05.04.2012
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 6:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ jonas @ Eazy

Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten, die Tips und den interessanten Einblick in Eure Vorgehensweise. Ich bin mir der sehr vielen Nachteile bewusst und überlege schon seit zwei Jahren diesen Schritt zu gehen. Letztendlich habe ich viel Geld in andere Dinge gesteckt (Auto, Reisen,...) und den ATPL erstmal auf Eis gelegt. Heute bin ich eigentlich unglücklich mit der Entscheidung, aber es ist noch nicht zu spät den nächsten Schritt zu wagen. Ich werde definitv meine Tätigkeit als Ing. als Hauptstandbein behalten.

Habt Ihr Tips (Internet), wo man weitere Infos zu dem Thema steuerliche Absetzbarkeit dieser Ausbildung finden kann? Oder am Besten zum Steuerberater für Details gehen?

Es kommt immer wieder die Frage auf, welchen ATPL Theoriekurs in D.
Die Schule in D, die für mich in Frage kommt, bietet CAT oder Gröger an. Welcher ist denn zu bevorzugen?

Wie habt Ihr das neben Eurem Beruf gehandhabt - kommt man mit 15 h pro Woche hin, die Theorie zu bewältigen (in 10-12 Monaten) ? Ich bin bereits eine Weile dabei, eine alte Ausgabe der Oxford ATPL Bücher zu studieren. Aus meiner Sicht ist es unglaublich viel, vom Schwierigkeitsgrad aber absolut machbar. Könnt Ihr Literatur empfehlen zusätzlich zum Fernkurs?

Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe...

Gruß
EDHE27
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 7:57 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Du kannst es nur über die Steuer absetzen, wenn du entweder einen Job als Pilot hast oder wenn du dir ein Flugzeug kaufst und dieses dann als selbständiger Ingeneur für deine Kundenbesuche nutzt - das ist analog wie mit einem Dienstwagen. Ist alles nicht so einfach und wenn nachgewiesen wird, daß du mehr privat unterwegs warst als dienstlich, dann werden die Werbungskosten aberkannt.
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Do Apr 05, 2012 11:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

EDHE27 hat folgendes geschrieben:
Habt Ihr Tips (Internet), wo man weitere Infos zu dem Thema steuerliche Absetzbarkeit dieser Ausbildung finden kann? Oder am Besten zum Steuerberater für Details gehen?

Wie der Vorredner schon sagte, safe bist du mit der Steuer auf jeden Fall dann, wenn du a) einen Job als Pilot ausübst und b) es keine Erstausbildung ist. In diesem Fall kannst du alle Ausbildungskosten als (vorweggenommene) Werbungskosten in vollem Umfang geltend machen. Nicht nur als Sonderausgaben, die gedeckelt mit (ich glaube) 6tsd EUR jährlich sind.
Ich würde das auf jeden Fall von einem Steuerberater machen lassen, zumindest die erste Zeit, bis der Lohnsteuerjahresausgleich nicht mehr so komplex ist (also, wenn dann dein Verlust komplett verrechnet ist). Danach kann man das bequem auch mit einer fachspezifischen Steuersoftware wie zb. easydutyplan.de machen. Du müsstest in deinem Fall eh prüfen lassen, ob du zumindest deine Kosten für den kommerziellen Part auch mit einem Ingenieursgehalt verrechnen lassen kannst (falls du länger auf der Suche nach einem Pilotenjob sein solltest). Und in diesem Zusammenhang konsequenterweise natürlich auch, ob nicht auch rückwirkend dein PPL, dein hourbuilding und die damit verbundenen ausbildungsbezogenen Nebenkosten wie Fahrtkosten zum Flugplatz etc. als Grundvoraussetzung für den kommerziellen Part ebenfalls angesetzt werden können. Je nachdem, wie lange das schon zurückliegt und ob du die Steuer dafür schon abgeschlossen hast.

Ich habe in meinem Fall einen ganz "normalen" Steuerberater genommen, der sich in die Materie reingefuchst hat. Genauso gibt es aber Steuerberater, die damit werben, sich auf fliegerische Berufe spezialisiert zu haben. Keine Ahnung, inwieweit das mehr bringt bzw. ob überhaupt. Kollegen von mir waren/sind zb. bei der "Bayerischen Lohnsteuerhilfe e.V.", die u.a. ein Büro direkt am Frankfurter Flughafen hat. Die sind soweit zufrieden, aber ich tue mich immer schwer mit Empfehlungen, da die feedbacks doch alle recht subjektiv sind bzw. die Rahmenbedingungen und deren Komplexität individuell verschieden.

Zitat:

Es kommt immer wieder die Frage auf, welchen ATPL Theoriekurs in D.
Die Schule in D, die für mich in Frage kommt, bietet CAT oder Gröger an. Welcher ist denn zu bevorzugen?

Ich glaube, keiner von beiden ist der wirkliche Burner, aber hol dir diesbzgl. mal weitere feedbacks ein. Der Markt ist halt allgemein in D recht klein und diese beiden Anbieter hatten bisher so ne Art Oligopol. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft und durch das Fehlen selbiger haben Qualität und Layout der beiden Anbieter in den letzten Jahren so vor sich hin gedümpelt. Das ist jedenfalls mein Eindruck, auch nach Gesprächen mit anderen.
Ich hab jetzt schon öfters von www.theorieschule.aero gehört, ist auch ein interessanter Preis. Aber ohne Gewähr, da müsstest du dich mal weiter umhören bzw. mit Absolventen reden.
Du kommst eh nicht umhin, dir ne gute aktuelle Software zum Klicken zu besorgen..
Ich hatte mir nen Bristol-Account besorgt, den kann man sich zu unterschiedlichen (mMg nach sehr fairen) Preisen je nach gewünschtem Zeitraum zum Üben freischalten lassen: https://atplonline.co.uk Das kannst du ja durchaus jetzt schon mal machen, um zu sehen, was dich genau erwartet. 30 Tage Zugang kosten glaub 29,- EUR, 7 Tage 15,-.
aviationexam.com hatten auch einige Bekannte gewählt, doch da fand ich persönlich die Datenbank zu umfangreich, da auch ältere Fragen bzw. Themen noch enthalten waren, die beim LBA nicht (mehr) prüfungsrelevant sind.
Ich hatte mit bristol einen Wiedererkennungswert beim LBA von nahezu 100%. Aber keine Ahnung, wie der Stand der Dinge zurzeit ist. Andere Kollegen hatten mit Exam geklickt, die sollen mittlerweile auch wieder auf einem recht aktuellen Stand sein (aber halt teuer). Such dir aber am besten was aus, wo die CQB mit Lösungsansätzen bzw. Erklärungen versehen ist, das hilft ungemein und man muss nicht umständlich und zeitraubend quer lesen in einer Lehrbuchreihe.

Zitat:

Wie habt Ihr das neben Eurem Beruf gehandhabt - kommt man mit 15 h pro Woche hin, die Theorie zu bewältigen (in 10-12 Monaten) ? Ich bin bereits eine Weile dabei, eine alte Ausgabe der Oxford ATPL Bücher zu studieren. Aus meiner Sicht ist es unglaublich viel, vom Schwierigkeitsgrad aber absolut machbar. Könnt Ihr Literatur empfehlen zusätzlich zum Fernkurs?

Also, das hängt wirklich ganz von deinem Anspruch an dich selber ab. Ich behaupte mal, dass man die Prüfung in Braunschweig mit Fokus auf dem wiederholten Klicken der aktuellen CQB durchaus auch so bestehen kann, wenn man die entsprechende Motivation bzw. Selbstdisziplin aufbringt. Da bräuchte man weder eine Lehrbuchreihe zusätzlich noch einen kompletten Vollzeit-Theoriekurs an einer FTO noch den begleitenden Nahunterricht über einen Fernlehrgang (was aber eben sein muss wegen den rechtlichen Voraussetzungen). Ob das im Sinne des Erfinders liegt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Im Umkehrschluss halte ich es nahezu für ausgeschlossen, die Prüfung zu bestehen, wenn man meint, man habe weil man den Stoff im Unterricht soweit verstanden hat, es nicht nötig, die Fragenbanken intensiv zu klicken.
Das Klicken der (ich glaube) ca. 10tsd Fragen ist echt sonstwie stupide, aber eben zum Bestehen (leider) notwendig.

Aber gerade auch im Hinblick auf Fragen bei späteren Screenings bzw. Interviews würde ich immer auch mit einer guten Lehrbuchreihe arbeiten. Und wenn es nur zum sporadischen Nachschlagen ist, um festgestellte "Lücken" zu schließen. Oxford hast du ja schon genannt, da kann man nix falsch machen mit. Ist halt sehr komplex, geht mir persönlich teilweise schon zu stark ins Detail. Jeppesen ist da (ganz ami-like) überschaubarer mit weniger Tiefe.
Ich hab zb. die Nordian-Bände im Regal stehen, hatte ich auf Emfehlung von mehreren Kollegen bei ebay ersteigert. Finde ich auch sehr gut und meines Wissens arbeiten u.a. KLM und Swiss damit: www.nordian.no

Ansonsten ist es genau so, wie du schon sagtest: der Schwierigkeitsgrad ist (wenn überhaupt) durch die Masse gegeben, nicht durch den Stoff per se! Meiner Meinung nach kein Vergleich zu einem einigermaßen anspruchsvollen Studium. Ich kenne auch keinen, für den das LBA ultimativ eine unüberwindbare Hürde dargestellt hat. Spätestens beim zweiten Mal besteht man eigentlich die restlichen Fächer.

Gruß
jonas
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EDHE27
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Anmeldungsdatum: 05.04.2012
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: Fr Apr 06, 2012 5:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ jonas

Ich danke Dir recht herzlich für die ausführliche Antwort.
Werde mir das erstmal in Ruhe durchlesen.

Du schreibst Erstausbildung, zählt das Ing. Studium dazu?

Gruß und frohe Ostern
EDHE27
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jonas
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Anmeldungsdatum: 03.02.2003
Beiträge: 2317
Wohnort: Paradise City

BeitragVerfasst am: Fr Apr 06, 2012 5:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wichtig ist, dass du das Ing.studium vorher abgeschlossen hast. Gibt Leute, die ihre ATPL-Ausbildung mit einem Studium kombiniert haben (zb. ILST) und bei denen es hinterher Probleme gab, weil beide Ausbildungen quasi parallel liefen und das Finanzamt das als Erstausbildung gewertet hatte.
Ist die ATPL-Ausbildung eine Folgeausbildung, sollte es keine Probleme geben.
Es gibt ja scheinbar sogar Fälle, bei denen eine mehrmonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter etc. (also eher eine Art Schulung als eine anerkannte Berufsausbildung) vom zuständigen FA als "Erstausbildung" anerkannt wurde. In diesem Fall konnten die ATPL-Kosten ebenfalls als vorweggenommene Werbungskosten in vollem Umfang geltend gemacht werden.

Schöne Feiertage!
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Anmeldungsdatum: 31.03.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: So Apr 08, 2012 6:00 pm    Titel: Nochmal nach gehakt Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich bin mir bewußt, das mein Alter ein Risiko darstellt, aber ich habe keine Ambitionen bei einer renomierten Fluggesellschaft zu fliegen. Mein Wunsch ist es zu fliegen. Jetzt könnte ich mir diesen Traum erfüllen, ich möchte dabei soviel verdienen, das es zum Leben reicht. Mir ist es auch nicht wichtig ob ich meinen Job hier oder irgendwo im Ausland erledige.Haltet Ihr das für realistisch? Ich möchte auch diese Investition nicht wieder zurück haben, sondern mit meiner Lizenz meinen Lebensunterhalt sichern.Ich möchte das nicht aus Hobby machen und dann die Lizenz in der Hosentasche tragen.Mir ist nicht wichtig, ob ich eine große Maschine fliege, oder was ich befördere( Passagiere, Cargo usw.)Viele Grüße und frohe Ostern.
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