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Traumberuf Pilot?? -Wohl kaum!!
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silizium
Gast





BeitragVerfasst am: Mi Aug 03, 2011 9:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

ich habe nun doch viel Zeit investiert und alle Vergleiche, Kritiken und Vorteile des Berufes die genannt worden sind zur Kentniss genommen, und bin der Meinung, dass ein Aspekt absolut noch nicht deutlich ausgesprochen wurde. Dabei geht es um den (auch gehaltsmässigen Vergleich) zu anderen Berufsgruppen.
Mit den Umständen und Hintergründen in der Branche bin ich selber sehr vertraut.


Ein Pilotenberuf ist heutzutage sehr stressig geworden. Minimale Lay-Over Zeiten, kurze turn-arounds in der Kurzstrecke, Hotelleben etc.
Das sind alles starke Belastungen - keine Frage.

Jedoch gibt es einen unterschied zu äquivalent (bezahlten) akademischen Berufen. Es ist der Leistungsdruck.
Ein Pilot kann fliegen, und fliegt - das ist sein Job. Dabei kommt auch mit der Zeit die Routine (die ja u.U auch als Langeweile gedeutet wird).

Aber gibt es in anderen Branchen, die auch gerade in jungen Jahren so bezahlen einen viel höheren Leistungsdruck. Auf enge Deadlines hinzuarbeiten, mit Vorgesetzen die einem sehr eng im Nacken sein können, starkem Konkurrenzverhalten unter Kollegen - all dies klingt vielleicht garnicht so hart, doch können sie einem psychisch sehr zu setzen, da es häufig schwer fällt auch in Ruhe bzw Freizeit den Kopf baumeln zu lassen.

Ein Pilot nach 12 Stunden Langstrecke ist zwar körperlich und mental erschöpft, hat aber kein Druckgefühl, dass sein nächster Arbeitstag ihn in unangenehme Situationen führt, das ein Vorgesetzter eine für Ihn unerfüllbare Aufgabe in zu kurzer Zeit wehement fordert.
(Die Angst vor einem Emergency lasse ich bei einem Verkehrspiloten hier nicht gelten)
Ein Pilot muss nicht fürchten zu sehr die Ellenbogen ausfahren zu müssen um selber nicht unterzugehen, wie es in den Branchen passiert, die häufig auf "up-or-out" Prinzip basieren.

All dieser Leistungsdruck ist gerade in den "hoch bezahlten Branchen" wie z.B. große Unternehmensberatungen oder M&A Häuser extrem hoch.
Von höheren Stundenzahlen und Anzahl der Urlaubstage mal ganz abgesehen. (UB häufig 70h/Woche, M&A bis 100h/Woche - also häufig auch spontan Wochenende im Büro verbringen).

Die Begründung klingt vielleicht erniedrigender als sie wirklich ist - aber Pilotieren ist kein intellektueller Beruf, in dem man sich häufig in kurzer Zeit verschiedenste Aufgaben unter Druck erledigen muss.

Als Pilot zu fliegen ist eine Routineaufgabe, und so soll es auch sein, denn keiner möchte einen Piloten vorne haben, der sich des Ausgangs seines Arbeitstages unsicher ist - es ist kein intellektueller Beruf. (Das Wort finde ich selber ein bisschen kritisch - da banking häufig auch nicht wirklich intellektuell ist)
Am Anfang eines wichtigen Präsentationstages in einem anderen Job vor einem Kunden kann auf der anderen Seite der Ausgang schon erhebliche Folgen für einen Berater/Bänker etc. haben. Diese Unsicherheit ist eine starke Zusatzbelastung, die warscheinlich nur Leute empfinden, die es selber erlebt haben.

Über die Sorgen und den Druck eines Unternehmers brauch ich hier denke ich nicht viel zu sagen - das ist klar.

Ich möchte die Belastung eines Piloten nicht schmälern, sondern darauf hinweisen, dass äquivalent bezahlte Berufe häufig einen sehr fokkussierten Leistungsdruck haben, die eine enorme psychische Belastung darstellen kann.
Und ich denke, dass ein 50 Jähriger LH-747 Captain für ein sei es nun 150k/200k/250k€ Beruf ein verhältnissmässig ruhigen Kopf haben kann, mit einem häufig geringerem Stresslevel lebt als ähnlich bezahlte Berufe.

Dieser Beitrag von mir bezieht sich natürlich auf die (noch) hochbezahlten Piloten der Branche. Dabei habe ich versucht vor allem den Druck und die Anforderungen des Jobs relativ mit ähnlich gut bezahlten Jobs zu vergleichen- auch wenn es noch andere gut bezahlte Jobs als Berater bei den Großen, M&Aler oder Juristen.
Die Quantisierung von Druck pro Gehalt ist natürlich sehr fragwürdig, allerdings zeigt es auf, dass es einem gut bezahlten Piloten in der Hinsicht nicht so schlecht geht, wie immer behauptet.

VG
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kirax
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Anmeldungsdatum: 14.10.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: Mi Aug 03, 2011 9:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt Airlines, da sitzt der Vorgesetzte schonmal im Nacken und fragt, warum man denn mehr Sprit mitgenommen hat oder warum man denn diesen Go-Around fliegen musste.
Was du beschreibst ist im Großen und Ganzen die LH-Situation.

Der Stress, der durch Hotel, Schichtdienst und Co. entsteht, wird eben entsprechend vergütet. Dafür ist man halt mal an Weihnachten oder am Geburtstag nicht zu Hause.

Aber ein Flug ist nicht Routine. Vielleicht meinen wir damit verschiedene Dinge, aber jeder Flug birgt andere Herausforderungen, jeder Flug ist anders.
Würden Flüge "Routine" werden, litte die Sicherheit ein Stück weit darunter.
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Wingsfly
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Anmeldungsdatum: 09.05.2011
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: Do Aug 04, 2011 12:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

kirax hat folgendes geschrieben:


Aber ein Flug ist nicht Routine. Vielleicht meinen wir damit verschiedene Dinge, aber jeder Flug birgt andere Herausforderungen, jeder Flug ist anders.
Würden Flüge "Routine" werden, litte die Sicherheit ein Stück weit darunter.


Hey,


Meiner Meinung nach wird die Sicherheit durch die Checklisten gewährleistet,welche Dank Crewwechsel jedesmal erneut mit großer Sorgfalt abarbeitet werden. Diese Checklisten sind nunmal Routine. Natürlich kommen bei dem Thema Sicherheit noch viele andere Faktoren eine Rolle.


Zu dem Thema mit dem "unbedingt fliegen,im Notfall auch umsonst",halte ich für falsch. Weil dadurch die Löhne in die Tiefe gezogen werden,da man genügend Nachfragende hat,die umsonst bzw für weniger Geld fliegen würden. Da spielt das Marktgleichgewicht (Angebot und Nachfrage ) eine Rolle,zur Bildung der Einkommen. Und meiner Meinung nach sollten Piloten/Pilotinnen gut bezahlt werden.


Liebe Grüße
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d@ni!3l
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Anmeldungsdatum: 18.11.2007
Beiträge: 4680
Wohnort: EDLW

BeitragVerfasst am: Do Aug 04, 2011 12:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ja, sollten sie , jedoch sind umsonst fliegende piloten eine win-win situation . für die airline ( muss nicht weiter ausgeführt werden,ne? ) und für den piloten auch. so behält er oder sie sein/ihr typerating was sonst ne menge geld kostet und sammelt stunden ,die ihm/ihr vllt einen anderen platz im cockpit bescheren. ähnlich wie im praktikum ,da versklavt man sich ja quasi auch (fast) ohne einkünfte. solang manch einer drauf angewiesen ist, wird es sowas geben...
aber du hast recht ,das sollte es so nicht geben ! lg
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Anmeldungsdatum: 17.08.2008
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: Sa Aug 06, 2011 1:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann die Worte von Silizium soweit nur unterstreichen. Der Leistungsdruck in der Wirtschaft ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Des Weiteren sei nochmal etwas gesagt bzgl. Familienleben, Zeit zuhause usw.

Ich selbst bin momentan als Trainee (45k p.a.) im Projektgeschäft tätig und es ist definitiv so, dass man minimum 4 Tage die Woche nicht zuhause ist, sondern in irgendwelchen Hotels übernachtet. Bei größeren Projekten ist es auch so, dass man durchaus mal für 4-6 Monate 5 Tage die Woche an dem Projekt arbeitet. Dass heißt, Freitags kommt man um 18-19Uhr nachause und muss oft Sontags mittags schon wieder los, so dass man gleich Montag früh weitermachen kann, um ja keine Verzögerungen im Projekt zu bekommen.

Dieser Workload und die Reisetätigkeit existieren momentan bei 50% der akademiker Jobs. Wenn man dann noch nach oben will sind 60 Std. die Woche die Regel.

Wegen dem Geld allein lohnt es sich nicht Pilot zu werden es geht um den Weg zu dem Geld. Als Pilot muss ich mein Dienst nach Vorschrift machen und hab einen guten Verdienst sicher. Diese Gewährleistung habe ich so in der freien Wirtschaft nicht.

Imo spielt hier somit wenn dann die Sicherheit den entscheidenden Faktor.

Alle die hier meckern, dass Leute Pilot werden wollen nur des Geldes wegen, sollten soviel Vertrauen in das Auswahlverfahren haben, dass diese Leute im Regelfall spätestens im Interview ausgesiebt werden. Sollte dies nicht der Fall sein kann man den Leuten auch keinen Vorwurf machen, denn mehr als 50% der Leute machen doch Ihren Beruf nicht weil er Spaß macht sondern auch maßgeblich des Geldes wegens. Auch wenn man den Beruf des Geldes wegens macht muss man noch lange keine schlechte Leistung abliefern und am Ende zählt nur die Leistung.

Fazit: Auch BWLer wollen alle in eine UB und zwar nicht des Spaßes wegen sondern des Geldes wegens..... 80% money 20% enthusiasam.
Sollte man das Aufnahmeverfahren nicht schaffen liegt es sicherlich nicht an den Leuten die sich wegen des Geldes bewerben sondern an einem selbst.......
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ImhO77
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Anmeldungsdatum: 16.06.2010
Beiträge: 6373

BeitragVerfasst am: Sa Aug 06, 2011 1:55 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Niemand geht des Geldes wegen zu einer UB. Rechne mal das Gehalt bei McKinsey auf die Stunde runter, dann bist Du bei 13 Euro.
Zu einer großen UB geht man damit man Kontakte bekommt, und das System funktioniert sehr gut als Karrieresprungbrett.
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Anmeldungsdatum: 17.08.2008
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: Sa Aug 06, 2011 2:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ImhO77 hat folgendes geschrieben:
Niemand geht des Geldes wegen zu einer UB. Rechne mal das Gehalt bei McKinsey auf die Stunde runter, dann bist Du bei 13 Euro.
Zu einer großen UB geht man damit man Kontakte bekommt, und das System funktioniert sehr gut als Karrieresprungbrett.


Rechne mal den Stundenlohn in anderen akademischen Berufen als Einsteiger aus. Ausgeschlossen davon sind Sachbearbeiter ich spreche von AT angestellten die Karriere machen wollen. Warum wollen die Leute Karriere machen des Geldes wegen.... sonst würde jeder Beamter werden.
_________________
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hobosapiens
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Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Mo Aug 08, 2011 9:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag allen im Forum !

Ich schreibe hier zum 1. Mal und bitte um Nachsicht, wenn ich bestimmte Kürzel und Selbstverständlichkeiten
noch nicht auf meiner Bio-Festplatte im Kopf gespeichert habe.

Ungläubiges Staunen im "akademischen" Bekanntenkreis, als ein US-Pilot in Michael Moores Film vor einigen Tagen im ZDF
von seinem Monatsgehalt als Verkehrspilot sprach.
In seiner Freizeit müsse er sich noch Lebensmittelmarken besorgen.

Für European Piloten ändert sich nichts. Bei International dagegen. Und so weiter.

Für uns außerhalb des Cockpits ist das alles sehr verwirrend, beunruhigend.

Unser Leben hängt von Männern oder Frauen ab, die vielleicht noch ein paar Tage
warten müssen, bis sie sich wieder eine warme Mahlzeit leisten können.

Ich bitte euch um ein konkretes Beispiel.

Wieviel hat zum Beispiel ein 40- jährige Verkehrspilot bei einer Arbeitswoche von Y Stunden
auf der Linie Z der Fluggesellschaft X brutto auf dem Gehaltszettel ?
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Anmeldungsdatum: 18.11.2007
Beiträge: 4680
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BeitragVerfasst am: Mo Aug 08, 2011 9:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

die brutto hälter kannst du ganz gut auf " http://www.pilotjobsnetwork.com/ " nachschlagen, was für jeden einzeln über bleibt lässt sich pauschal schlecht sagen, gibt ja unterschiedliche steuerklassen , kinderfreibeträge usw.

mfg,

daniel
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
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BeitragVerfasst am: Di Aug 09, 2011 7:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was in Michael Moores Film gezeigt wurde ist Realität. Wenn sich die Dinge so weiter entwickeln, wird das auch bald hier die Tagesordnung werden - ist es ja teilweise schon.

Der LH-Konzern wird wohl erstmal wegen der Streikgefahr keine Lohnkürzungen vornehmen, jedoch wird das auf Kosten der Ab Initios gehen, die gerade NFF machen oder ihre FQ bestanden haben - die dürfen dann schonmal ein paar Jahre warten bis es mit dem Job losgeht - hat es alles schon gegeben (nur redet da kaum jemand von). Es sieht diesmal wirklich gar nicht gut mit der Wirtschaft aus... die Airlines leiden als erstes, wenn alles den Bach runter geht. Damit hat man schon wieder seit Monaten rechnen können, aber alle haben die Tatsachen verdrängt.
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Beiträge: 4680
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BeitragVerfasst am: Di Aug 09, 2011 7:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

weiß nicht ob als erstes nicht die steuerzahler leiden ,wenn man noch mehr ländern helfen muss, wenn es international bergabgeht . italien ,spanien, portugal und co. lassen grüßen ...
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B1900D
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Anmeldungsdatum: 15.02.2011
Beiträge: 1927

BeitragVerfasst am: Di Aug 09, 2011 7:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Aber der deutsche Steuerzahler fliegt Lufthansa Wink - oder in dem Fall halt nicht mehr so häufig.
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