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Traumberuf Pilot geplatzt - wie finde ich mich damit ab?

 
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DeLucario
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 06.10.2017
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: Sa Apr 27, 2019 5:46 pm    Titel: Traumberuf Pilot geplatzt - wie finde ich mich damit ab? Antworten mit Zitat

Hallo liebe Fliegerkollegen

Mein Traumberuf war schon seit der Grundschule Pilot zu werden. Bon Anfang an hatte ich jedoch schon meine Bedenken, was meine Sehkraft angeht.
Letztes Jahr habe ich dann früh mit 16 Jahren mit meiner Segelfluglizenz begonnen.

Vor einigen Wochen habe ich dann aber das komplette Aus vom EASA-Augenspezialist bekommen Confused
Das enttäuschte mich natürlich ziemlich und weil ich durchs Fliegen so viele angehende Piloten kennengelernt habe, werde ich oft eifersüchtig. Segelfliegen macht natürlich auch Spass, aber ist halt nicht das selbe Sad

Gibt es jemanden, dem es selber nicht gereicht hat oder jemanden kennt?
Ich denke es würde mir helfen zu hören wie Andere damit fertig wurden...

Grüsse
Luc
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BMW0711
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 03.05.2018
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: Sa Apr 27, 2019 6:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was genau hast du denn mit den Augen?
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DeLucario
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 06.10.2017
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: Sa Apr 27, 2019 6:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Narbe die ich ohne Hornhauttransplantation nicht operieren kann. Dadurch habe ich links ein eingeschränktes Kontrastsehen...
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tacvbo
Senior First Officer
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Anmeldungsdatum: 18.07.2010
Beiträge: 50
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Sa Apr 27, 2019 6:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht reicht es ja noch für ein Tauglichkeitszeugnis Klasse 2. Dann kannst du privat fliegen, sogar B737 (: . Das ist auch ganz schön, wenn man kein Sklave der Luftfahrt ist sondern sein anderweitig verdientes Geld in der GA verprassen kann.
Man kann es sich in jungen Jahren noch nicht vorstellen, aber du findest dich damit ab und es gibt viele schöne Tätigkeitsfelder abseits der Fliegerei oder im fliegerischen Kontext, die mehr Spaß bringen als für irgendeine Schleuderfirma von A nach B und B nach A und A nach B usw, zu fliegen.
Vielleicht ist ja auch die Medizin was für dich. Mein britischer Fliegerarzt ist sehr zufrieden mit seinem Job und in seiner Freizeit kurvt er in den USA in seiner eigenen Cirrus SR22 rum. Meinem Fluglehrer fehlt auch ein Arm und trotzdem kann er seiner Passion nachgehen. Ein Fluglehrer von mir in den USA saß im Rollstuhl und konnte fliegen. Ich persönlich wurde untauglich auf Jet mit Schleudersitz gemustert, weil ich einen angeborenen Wirbelsäulenfehler habe. So what, passiert.
Damit will ich sagen, dass du dich ausprobieren solltest, wo deine Interessen noch liegen und es als Chance sehen kannst, deine Potentiale anderweitig einzubringen.
Ich denke viel Faszination vom Fliegen und der Arbeit als Pilot kommt vor allem daher, weil es hinter "verschlossenen Türen" abläuft. Wenn es zum Daily Business wird, ist es auch schon vielen Kutschern schal geworden.

In diesem Sinne alles Gute für die Zukunft.
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Lorkinello
NFFler
NFFler


Anmeldungsdatum: 04.11.2013
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: So Apr 28, 2019 12:17 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Luc,

mir ging es ähnlich wie dir. Für mich war seit ich 14 war klar, dass ich Pilot werden muss. Es kam nichts anderes in Frage.
Ich bin dann jung und dynamisch mit 18 zur Lufthansa BU gekommen und genauso flott wieder rausgeflogen. Mein Leben ist zerbrochen aber mein Plan B stand bereits: "In drei Jahren werde ich es allen zeigen, dann geht es mit 21 zur Swiss."

Da es meine zweite Leidenschaft war, habe ich mich in der Zwischenzeit für ein Maschinenbau-Studium entschieden. Mittlerweile habe ich die 21 hinter mir gelassen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu geben, ob ich (Berufs-)Pilot werden will.

So was ist passiert?

Nach nur 4 Jahren hat sich mein Weltbild geändert, gewisse Punkte sind wichtiger für mich geworden. Ich habe auch viel über mich gelernt, ich werde z.B. bei Monotonie dermaßen unglücklich und funktioniere weniger zuverlässig.
Wir kennen das alle vom Auto fahren, die erste Fahrt, ach sogar die ersten 2 Jahre waren toll und aufregend und alles ist neu. Mittlerweile erfreue ich mich vielleicht 4-5 mal im Jahr daran, wenn ich eine neue Strecke "erkunde"
.
Ich war nie Berufspilot, aber ich denke mir zu 98%, dass wird nach 4-5 Jahren, oder lassen wir es 10 Jahre sein, auch nur noch ein Job sein. Das was jetzt toll und aufregend erscheint, der Anflug, die Wolken, das Knöpfchen drücken, das wird für dich wie Auto fahren sein. Und gleichzeitig gibt es viele Interessen, du musst schnell aber sicher sein. Spätestens wenn man mal im Stau steht und einen enorm wichtigen Termin hat, kann man sich vorstellen was für einen Stress das auslösen kann.

Ein Kapitän meinte mal zu mir, wirkliches fliegen genießt er privat. Alles andere ist Automatisierung, Standard-Prozeduren und wenig Flexibilität.

Da ich es nicht selbst erlebt habe und auch nicht mehr erleben werde, kann ich das nur stehen lassen. Vielleicht noch eine kleine Auto Analogie, die ersten zwei Semester habe ich als Nebenjob die Auslieferung/das Abholen von Leasingfahrzeugen übernommen. Für mich als Autofreak ein Jackpot: Moderne, zum Teil richtig teure, Autos von A nach B und von B nach A kutschieren. Man sitzt, man hat eine Klima oder Heizung, alles super. Naja mit den Terminen im Nacken (man sollte ja schon seine 3-4 touren in den 6h schaffen) wurde aus der Freude mit Abklingen des "Boah alles neu"-Faktors ganz schnell nüchterner Stress. Der nüchterne Stress wurde irgendwann zu Frust, weil ich jedes mal das gleiche gemacht habe. Irgendwann hatte man so ziemlich alle Zielpunkte durch, die wir bedienen. Da ist auch die Eifel irgendwann nicht mehr aufregend Very Happy Also was privat Spaß macht, kann dir der Beruf unter Umständen madig machen.

Weiterhin brauche ich persönlich die Möglichkeit über mich wachsen zu können und damit meine ich kein weiteres Type Rating. Mein jetziger Studiengang bietet sehr viele Möglichkeiten, von Gummientenherstellung bis hin zur Luftfahrtbranche kann man sich (noch) auf alles Spezialisieren und weiterbilden. Man könnte sich theoretisch sogar selbstständig machen etc. pp.

Die Familie möchte ich auch nicht unterschätzen, es wird zwar immer mehr damit geworben "morgens zur Arbeit und Abends wieder an der Homebase", inwiefern das eingehalten wird kann ich nicht sagen. Nur spätestens wenn es auf die längeren Strecken geht, dann kann dir das wohl keiner garantieren.

Also im Prinzip habe ich einfach mein Leben weitergelebt und ich garantiere dir hier mit 18 war das für mich unvorstellbar, dass ich irgendwann freiwillig auf den Beruf verzichte.
Und denk immer daran, es gibt sehr viele Piloten, einige teilen ihre Leidenschaft und ich gucke mir das sehr gerne an. Die, die jedoch die Nase voll haben von ihrem Job, die werden darüber er weniger Videos machen und es hinausposaunen. Da hilft aber das Board hier mit z.T. realistischeren Vorstellungen bzw. sind es ja Berichte und einige Dokus, die schon eher mal zeigen, in welche Richtung das gehen kann.

Also viel Text um wenig Sinn: Es geht weiter, suche dir ein Thema, dass du magst und bilde dich darin weiter. Es gibt jenseits dieser teuren Lizenz so viel wie du die Leidenschaft weitergeben kannst. Es gibt noch mehr Themen die dich vielleicht noch mehr interessieren und ganz wichtig, in ganz wenigen Jahren, kann sich deine Sicht der Dinge doch verdammt stark ändern.

Ich bleib beim Flugsimulator, selbst hier merke ich: Start und Landung sind toll, die restlichen 2-3 Stunden läuft mein Computer im Leerlauf und ich beschäftige mich mit etwas anderem haha Very Happy

Also das war meine Geschichte zu meinem (Un-) Glück damals. Ich persönlich bin glücklich (vielleicht sogar glücklicher), auch ohne da vorne zu sitzen Smile

Lg
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Charlie Hotel
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 12.09.2014
Beiträge: 461
Wohnort: CGN

BeitragVerfasst am: So Apr 28, 2019 12:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Vorredner haben schon sehr viele gute Punkte genannt, in letzter Konsequenz weißt aber nur du selbst was dich glücklich macht.

Es gibt natürlich sehr viele betriebswirtschaftliche und technische Berufe, die sehr nah am "Puls" der Fliegerei sind, die sich auch super mit der privaten Fliegerei kombinieren lassen. Die Frage ist, ob du das möchtest, oder ob es dir vielleicht mehr Seelenfrieden gibt wenn du dich nach einem ganz anderen beruflichen Umfeld orientierst.
_________________
FO B737
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DeLucario
Bruchpilot
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Anmeldungsdatum: 06.10.2017
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: So Apr 28, 2019 2:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure ausführlichen Antworten, ich weiss das sehr zu schätzen. Ich habe mir seid dem Aus auch schon überlegt Aviatik-Ingenieur zu studieren, dann aber Richtung Raumfahrt zu gehen... Bin mir jedoch darüber noch nicht ganz im Klaren.
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Graf Zeppelin
Captain
Captain


Anmeldungsdatum: 06.06.2006
Beiträge: 434

BeitragVerfasst am: So Apr 28, 2019 8:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DeLucario,

als Anregung ein paar Ideen, welche Jobs es in der Luftfahrt noch gibt und das ist sicherlich nur ein klitzekleiner Auszug:

- Fluglotse (aber wahrscheinlich mit Deinen Einschränkungen auch nicht möglich)
- Ein reines Studium, zum Beispiel Luft- und Raumfahrttechnik an einer FH oder Universität (FH und Uni haben unterschiedliche Vor- und Nachteile)
- Ein duales Studium oder eine Ausbildung (z.B. zum Fluggerätemechaniker) bei Unternehmen im Bereich Luftfahrt, z.B. einer Airline wie Lufthansa, einem Flughafenbetreiber (Fraport), einem Flugzeughersteller (Airbus), einem MRO-Dienstleister, einem LTB, bei der Bundeswehr, einem Zulieferer (GE, Rolls Royce, Rotax, ...) einem Unternehmen, welches Produkte oder Dienstleistungen im Bereich Luftfahrt anbietet (z.B. Jeppesen, Garmin, ...)

Selbst viele Berufseinstiege außerhalb der Luftfahrt können später mal zu einem Job in der Luftfahrt führen:
- Medizinstudium (Fliegerarzt, ...)
- Jura (Luftrecht, ...)
- Technisches Studium wie Elektrotechnik oder Maschinenbau, damit stehen einem bei MROs, Zulieferern, Airlines, etc. auch Türen offen
- Technische Ausbildung (siehe Punkt zuvor)
- Betriebswirtschaftliches Studium/ Ausbildung, Unternehmen der Luftfahrt bieten auch viele Jobs abseits der Technik an, im Vertrieb, dem Controlling, Marketing, ...


Guck' Dich mal ein bisschen um. Überlege Dir, wo Deine Stärken sind, was am besten zu Dir passen würde. Und dann schlage Deinen Weg ein und freue Dich, dass Du noch ein super spannendes Leben vor Dir hast und Dich privat und/ oder beruflich bis zum Tod an der Fliegerei erfreuen können wirst Smile
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Egyptair
Bruchpilot
Bruchpilot


Anmeldungsdatum: 30.04.2019
Beiträge: 1
Wohnort: EDDV

BeitragVerfasst am: Di Apr 30, 2019 1:38 pm    Titel: ... Antworten mit Zitat

Ich war in einer ähnlichen Situation.
Ich habe die BU und FQ gemacht und bin im Interview ausgeschieden.
Damit war der Fall Verkehrspilot erledigt.

Habe dann Medizin studiert und den PPL gemacht.

Mit dem Partner aus dem Brückenbeladungstest (gibt es den heute überhaupt noch ?) bin ich seitdem befreundet und er fliegt den A320 bei der LH.

Wir sind beide zufrieden. Er hat sich seinen Traumberuf erfüllt und fliegt bis heute gerne.

Ich bin mit dem Plan B ebenfalls sehr zufrieden und fliege privat , welches auch sehr viel Spaß macht.

-> Wenn Dich das Fliegen weiterhin interessiert, mache den PPL , das ist fliegerisch auch sehr spannend.

Viele Grüße
Ahmed
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